von Jenny am 18. Mai 2009

The border of the forest

15. Mai 2009: Dieser Tag wird mir ewig in Erinnerung bleiben:
Bestätigt wurde mir vom Landesprüfungsamt Dresden meine befriedigende Leistung in der schriftlichen Prüfung.

Zusätzlich habe ich gute Leistungen in der mündlichen Prüfung geschafft, für die ich nochmal alle Kraftreserven mobilisieren musste, die ich nach dem harten schriftlichen Teil noch aufbringen konnte!

Vorzustellen hatte ich die Anamnese einer höchst liebenswürdigen Patientin mit rheumatoider Arthritis. Danach musste ich der Prüfungskommission noch Rede und Antwort stehen. Meinen Kommilitonen blieb auch dieser Tag nicht erspart und so schlugen sie sich ebenfalls tapfer.

Am Freitag dann saßen wir, gekämmt und gebügelt, in netter Runde zum letzten Termin zusammen und mussten noch einmal unser geballtes Wissen unter Beweis stellen.
Befragt wurden wir im regelmäßigen Wechsel.

Angefangen hat der vorsitzende Orthopäde mit mir: „Ein ca. 60 jahre alter Patient kommt zu ihnen mit Rückenschmerzen…“ – meine letzten Endes gestellte Diagnose lautete Plasmozytom mit Sinterungsfraktur dreier Wirbelkörper. Unsicher war ich nur in der Unterscheidung zwischen Vertebro- und Kyphoplastie.

Meine nächste Runde war internistischer Art und eine akute gastrointestinale Blutung musste behandelt werden. Kurzerhand vergaß ich im ersten Anlauf die Gerinnung zum BB zu ordern und verzockte die Erläuterung des Kreuzblutes.

Die Professorin für HNO legte mir ein Foto mit einer jungen Patienten vor, die ein dickes Auge hatte – meine Diagnose lautete: Orbitalphlegmone und ich startete mit der Erläuterung der Nasennebenhöhlen. Zur Pneumatisation dieser war ich jedoch überfragt, doch jetzt weiß ich es: Zuerst pneumatisieren die Sinus ethmoidales, zuletzt der Sinus sphenoidalis.
Dann bekam ich noch ein weiteres CT zur Begutachtung mit der Diagnose Tumor im Sinus sphenoidalis.

Meine letzte Runde widmete ich dem Professor für Kinderchirurgie: „Nennen sie gutartige Tumore!“. Meine Aufzählung lautete: Lipome, Fibrome, Papillome, Myome, Hämangiome. Mir war in diesem Moment, dank der Altprotokolle, klar, dass er auf diese auch hinaus wollte. Und so erläuterte ich die Hämangiome im Kindesalter samt Therapie, womit er trotz kleiner Fehler meinerseits recht zufrieden schien.
„Eine Mutter mit einem 6 Monate alten Säugling kommt zu ihnen und vermutet, dass die Fontanellen verknöchert sind.“ Oh, mein Gott!!! Ich hangelte mich letztlich hilflos durch dieses Thema und er sagte, dass er eigentlich gar nicht darauf hinaus wollte (!??).
Meine letzte Frage dieser Prüfung war: „Was ist ein D-Arzt?“. D steht für Durchgangsarzt und jeder Patient muss nach einem Arbeitsunfall laut Auflagen der Unfallversicherung (BG) zur Vorstellung zum D-Arzt.

„Vielen Dank“, hieß es dann.

In diesem Moemt war ich erlöst und konnte nur noch grinsen. Ich konnte es nicht beeinflussen, mich nicht zusammenreißen! Immer wieder überkam mich dieses glückliche Lächeln. Ich wusste, dass es geschafft war – und noch dazu nicht allzu schlecht! Zur Beratung der Noten wurden wir rausgeschickt. Auf mich warteten da bereits die ersten Freunde – mit Sekt und Blumen!

Als der Orthopäde uns wieder reinrief, hieß es dann: „Wir haben uns entschieden niemandem mit einer sehr guten Leistungen zu belohnen.“ Na gut, da können wir bestimmt alle mit leben und d.h., „gut“ steht aus.
„Wir belohnen die beste Leistung mit gut.“ Meine Freude war riesig! Nach einem kurzen Gespräch über die Prüfung und unsere Zukunft, stürmte ich aus dem Konferenzraum und in die Arme meiner Freunde.
Zugeben muss ich dann auch noch, dass ich einige Tränen der Anspannung, der Freude und der Erleichterung nicht zurück halten konnte, vor allem, als ich mit meinen Lieben zu Hause telefoniert habe.

Nun heißt es, weiterhin lernen – und zwar, wie man seine zurückgewonnene Freiheit genießt, Pläne schmiedet und sich neue Wege erschließt. Und da werde ich gespannt sein, wie es in Zukunft für mich weitergeht.

I did it my way – and now i am ready for a new one!

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Bewertung: 4.4/5 (30 Stimmen)
 von Matthias am 27. November 2008

why yes.

Manche mögen sie, die meisten fürchten sie, einige überlastet sie:

Die mündliche Prüfung.

Mich findet man normalerweise in der ersten Gruppe. Dem jüngsten Ereignis zun Trotz. Und vielen, die ich kenne, geht es ähnlich.
Trotzdem ist und bleibt sie doch eine riesige Herausforderung, auf die jeder Mensch unterschiedlich antwortet. Was meine Antwort mich lehrte, soll Inhalt der folgenden Zeilen sein.

Zunächst die gute Nachricht: Jeder kann die mündliche Prüfung bestehen, ein solides Grundwissen vorausgesetzt. Jeder!
Die weniger gute Nachricht: Ein großer Teil des Resultats liegt weder in der Hand deines frisch erworbenen Wissens noch in deiner. Ein wirklich großer Teil.

Doch Schritt für Schritt.

Eine struktierte Vorbereitung ist wichtig. Punkt.

Doch die beginnt nicht erst 14 Tage davor.

Aus meiner Erfahrung greift das gestresste Prüflingshirn auf solide Fakte zurück, Dauermieter im Neuronendschungel, Stammspieler mit Erfahrung und Leitwolfcharakter.
Davon abzugrenzen ist das spezielle, prüfungsprotokoll-basierte Wissen, die Vorlieben eines Prüfers, junge Dribbeler mit Jokerqualitäten. Ob die nun wirklich auflaufen dürfen, steht auf einem völlig anderen Blatt.

In jedem Fall ist es die Mischung aus Stammspielern und Dribblern, die auf der Ebene der Fakten Erfolg versprechen.

Ist das alles? Ich meine, nein.

Leitwölfe und Dribbler können sich hohe Ziele setzen und sowohl Körper als auch Geist zu Topform trainieren. Doch regnet es, rutschen sogar die Erfahrenen und verspringt den Jungen der Ball:
Wie habe ich geschlafen? Wie liefen die letzten Tage der Vorbereitung? An welcher Position stelle ich meinen Patienten vor? Habe ich zu dem gefragten Thema eine gute Beziehung? Liegt mir die erste Frage? Wie ist der Prüfer heut so drauf? Und und und. Nenn es Schicksal, Glück, Karma oder wie auch immer.

Tatsache ist, dass nicht alles in der Hand deines Wissens und in deiner liegt. Bevor du das nicht akzeptieren kannst, brauchst du nicht weiterzulesen.

Ok, hab’s verstanden. Dann kann ich ja jetzt aufhören mit der Lernerei, oder?

Klar, kannst du. Wenn du bereits alle wichtigen Krankheitsbilder und alles Prüferwissen drauf hast – kein Ding.
Solltest du aber meinen, du könntest der 55-38-7-Regel (nach Albert Mehrabian) blind vertrauen, deinem charmanten Lächeln den hochgestellten Kragen nachsenden und damit erfolgreich sein, wirst du ziemlich sicher scheitern.
7% Inhalt am Gesamtpaket „Kommunikation“ gelten vielleicht bei Schauspielern oder Verkäufern, in der Medizin aber folgt immernoch die Form dem Inhalt, nicht umgekehrt.

Was soll dann das Ganze hier?

Es soll dir 3 Dinge bewußt machen:

  1. Das Lernen für die mündliche Prüfung beginnt mit dem ersten Tag deines Studiums. Darum nutze jeden einzelnen, so gut du kannst, schalte einige Tage vor dem Event auf Höchstleistung, aber mach dich nicht verrückt! Das Wissen, was du brauchst, ist bereits da.
  2. Allein freundliches, selbstbewußtes und respektvolles Auftreten im Team mit Leitwölfen und Dribblern gewinnt das Finale!
  3. Du solltest es besser machen als ich, darum:

Erarbeite dir kontinuierlich die wichtigsten Krankheitsbilder (oder Gesetze, Marketingstrategien, …) bereits im Studium nach einem festen Schema, mit Büchern, die dir liegen und wiederhole sie kurz vor deiner Aufführung noch einmal.

Lerne wenn es soweit ist die Prüfungsprotokolle mit dem Bewusstsein, dass sie wichtig sind, aber nicht alles.

Trainiere deine Körpersprache wie deinen Geist genau so intensiv, wie du lernst und umgekehrt.

– In der Prüfung: Bewahre Ruhe, nimm deinen Atem in den Mittelpunkt, halte ihn dort und folge ihm.

– Sitz würdevoll und lächele, nicht nur, aber besonders dann, wenn du an der Reihe bist. Denke daran, wie einmalig und priveligiert es ist, was du gerade erlebst. Genieß es!

– Bekommst du eine unangenehme Frage, dann denke laut. Zeig den Prüfern, dass du es dir herleiten möchtest.

– Wenn es wirklich nicht anders geht, wage den Versuch, das Gespräch in wärmere Gewässer zu lenken. Einmal.

– Falls du mal musst, dann geh während eines Wechsels der Prüflinge, beiß in einen Riegel und mach ein paar Stretching-Übungen.

– Und das Allerwichtigste: Lass nicht zu, dass etwas in dir deine Leistung oder gar deine Persönlichkeit an die Note knüpft.
Es geht nicht darum, was du weißt, sondern darum, dass du bereit bist, zu wissen, dass du manches eben nicht weißt.

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Bewertung: 4.7/5 (11 Stimmen)
 von Matthias am 11. November 2008

The Rock

Liebes Logbuch,

heute war ein guter Tag. Nicht nur, dass ich ihn überhaupt erleben durfte. Vielmehr weiß ich endlich, wer ich bin und wo mein Platz ist in dieser Welt.

Doch bleiben wir systematisch:

  1. 8.30 Uhr – „Ihr Patient atmet nicht mehr, was machen Sie?“ Endziel dieser Frage bei einem tumorösen Prozess im Hypophayrynx war die Tracheotomie. Check.
  2. 9.20 Uhr – „Ihr Patient hat starke Bauchschmerzen, was könnte das denn sein?“ Nach schlichtem Abarbeiten aller möglichen DD’s fokussierte der orthopädische Geist die Appendizitis, über die ich dann referieren durfte. Check.
  3. 10.45 Uhr – „Womit befasst sich der Pathologe in der Frühphase des Lebens?“ Hm, Abort? „Richtig, doch womit genau?“ Hm, … Kurz und gut, hier brachen die Wellen der Pathologie über mir zusammen, da ich bei Hauptfach HNO ehrlich gesagt nicht mit der humangenetischen Pathologie des Throphoblasten gerechnet habe. Kein Check.
  4. 11.20 Uhr – „Was ist denn die Hypertonie, die hypertone Krise und der Myokardinfarkt?“ Viele Worte und ein zufriedenes Prüfergesicht später fiel ab, was ich als Anspannung bezeichnen würde. Check.
  5. 12.10 Uhr – Wir möchten die Noten verkünden.

Ich bin durchschnittlich. Das haben sie gesagt und gaben mir eine 3.

Erst einmal war ich enttäuscht, weil ich doch immer dachte, dass jeder Mensch und somit auch ich per se etwas Besonderes sei.

Mit einigen Stunden Abstand aber erkenne ich nun klar die beste Nachricht meines Lebens: Wenn ich durchschnittlich bin, dann muss ich mir um die Welt, wie sie ist und wie sein sollte, nie wieder Sorgen machen. Dann ist sie ganz ok, so wie sie ist.

Diese Überzeugung wird wahrscheinlich nicht allzu lange gastieren und ich werde wieder Dinge sehen, die nicht richtig sind und die ich so absolut nicht hinnehmen kann, möchte ich weiterhin gut schlafen. Doch für den heutigen Abend, nach grob überschlagenen 108 Lerntagen, dient sie der positiven Sichtweise auf das Ende der Lernzeit für mein Staatsexamen.

Und nichts auf dieser Welt, von einer abgebrochenen 8 ganz zu schweigen, kann mir diese Sicht vermiesen.

Es grüßt herzlich ein frisch gebackener Mediziner!

Matthias

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Bewertung: 4.5/5 (4 Stimmen)
 von Matthias am 10. November 2008

Tehran Sunset

Liebes Logbuch,

zweiter Tag – Check.

So lief meine Patientenvorstellung:

  1. 9.00 Uhr – Shake Hands: Nette Begrüßung und kurzer Ausblick auf die kommenden 3 Stunden. Dann geht es auf Station.
  2. 10.30 Uhr – den letzten beißen die Hunde: Es ist nicht leicht, 90 Minuten zu warten und die angenhemen Themen schwinden zu sehen. Als ich dann endlich loslegen dufte, lief es ganz gut, nur konnte ich in der Aufregung  auf ein, zwei wirklich glasklare Dinge nicht adäquat antworten. Die Pathologie hielt sich geheimnisvoll und ihr Fragen für die anschließende Fragerunde zurück.
  3. 10.40 Uhr – praktische Prüfung im Konferenzraum: Fragen rund um unsere Patienten, mal mehr mal weniger angenehm. Kreativste Frage des Tages: „Wenn Sie den Menschen designen würden, welches Epithel würden sie denn da nehmen?“
  4. 12.00 Uhr – Wieder Schlusslicht: Ich schätze, die haben gewußt, dass ich so gern warte und mir diese Freude bewusst ein zweites Mal gemacht. HNO: Audiometrie meiner Patientin und weiteres therapeutisches Vorgehen. Innere: Begleiterkrankungen. Chirurgie: CPR (u.a.: Wann intubieren Sie? Richtige Antwort: Wenn ich es kann…). Patho: Auf unerklärliche Weise von der Pathologie der diabetischen Folgeerkrankungen hin zu NASH, ASH und CASH (Wie, kennt ihr nicht??). Irgendwie lustig…
  5. 12.25 Uhr – Abpfiff zur Halbzeitpause.

Schlecht lief es nicht, aber so richtig gut nun auch wieder nicht. Ich ärgere mich ein wenig über die sinnlos verschenkten Punkte, auf die man in der Prüfung einfach nicht zu kommen scheint. Gefühlslage: Indifferent.

Nun sitze ich also wieder hier und möchte einzig, dass es bald vorbei ist. Eigentlich ist das doch wirklich schade, denn so einen Spaß erlebt man nur einmal im Leben. Ein einziges Mal die Stadionrunde und ein einziges Mal der Zieleinlauf (Vielen Dank, lieber Martin, für diesen wunderbar aufmunternden Kommentar!).

Darum rappele ich mich noch einmal auf, gehe erneut einige Notizen durch und hoffe, dass ich morgen noch ein paar Meter gutmachen kann.

Und ich stimme mich darauf ein, anzukommen.

Denn bei allem Schmerz und allem Nörgeln ist und bleibt dies doch … ein Privileg.

Bis morgen!

Matthias

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Bewertung: 5.0/5 (1 Stimme)
 von Matthias am 9. November 2008

1337

Liebes Logbuch,

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Das könnte das Motto des heutigen Abends sein. Mittlerweile schwirrt ja doch der ein oder andere Fakt ping-pong-ähnlich zwischen meinen zwei Hirnzellen hin und her. Nur habe ich das Gefühl, dass mein Thalamus das Netz höher geschraubt hat.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht nur mir so geht und bleibe der Zuversicht treu, dass morgen wie aus dem Nichts alles wieder da sein wird. Durchfallen werde ich schon nicht. Und die Note, tja das ist eben die Tagesform.

Und bei weitem nicht nur meine…

Bis morgen allen einen wunderbaren Start in die Woche!

Matthias

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Bewertung: 4.0/5 (1 Stimme)
 von Matthias am 7. November 2008

Port-51

Liebes Logbuch,

erster Tag: Check.

So lief meine heutige Patientenuntersuchung:

  1. 9.00 Uhr: weißes Blatt Papier und los.
  2. 9.30 Uhr: ein überschaubares HNO-Krankheitsbild und einige Nebendiagnosen, zu denen ich am Montag gern Fragen entgegennehme.
  3. 10.00 Uhr: Nach kurzer Wartezeit auf ein freies Untersuchungszimmer folgte der HNO-Status. Hier habe ich wirklich geschwitzt, da vor allem Naso- und Hypopharynx mit Larynx  relativ schwierig einzustellen waren. Doch der Fokus meines Interesses – das Ohr – erstrahlte in voller Pracht!
  4. 11.00 Uhr: 5 Blätter in 60 Minuten. Ich kam mir wie im Deutschunterricht, nur mit höherem Adrenalinspiegel.
  5. 12.05 Uhr: Abgabe. Wow, wie schnell 3 Stunden vorüber sein können…

Kurzum: angenehmes Krankheitsbild, freundliche Nebendiagnosen, Prüfungsablauf strikt nach Protokoll, keine Akte.

Wochenendagenda: Backen zusammenkneifen, Haupt- und Nebendiagnosen bis auf Rezeptorenebene und Vorbereitung einer flüssigen Patientenvorstellung.

Jetzt gehe ich Energien abbauen.

Bis morgen!

Matthias

P.S.: Vielen Dank an alle fürs Daumendrücken!

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 von Matthias am 6. November 2008

friday

Liebes Logbuch,

heran ist der Abend vor meiner mündlichen Prüfung.

Nach einem kurzen Lauf an wunderbar frischer Luft bin ich eigentlich ziemlich entspannt. So viel wird ja morgen auch noch nicht passieren (hoffentlich!!): Patienten befragen, untersuchen, Epikrise schreiben – fertig. Allein der zeitliche Aspekt kreist durch meinen Geist. Mal schauen.

Heut stand noch die allgemeine Tumor- und Entzündungspathologie auf dem Plan, nur ein wenig detaillierter als vor zwei Jahren. Ich habe das Gefühl, man bekommt langsam einen Blick für die wesentlichen Dinge in der Masse an Informationen. Im Grunde alles im grünen Bereich. Alles.

Ich bereite jetzt noch meine Sachen für den morgigen Tag vor und verabschiede ich mich dann von diesem Donnerstag.

Wir hören uns.

Matthias

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 von Matthias am 5. November 2008

6 in six seconds

Liebes Logbuch,

Tage wie heute, die vergißt man nicht.

Angefangen hat alles damit, dass ich mich, anstatt zu lernen, 2 Stunden in den unzähligen Artikeln, Videos und Kommentaren über eine Wahl, wie es bisher kaum eine zweite gab, verloren habe. Nach einigen Minuten sinnlosen Ärgers darüber, dass ich meiner menschlichen Neugierde nach medizinfernem Input einen Moment nachgegeben habe, folgten die

  • Orthopädie der Wirbelsäulenerkrankungen, die
  • Ulkuskrankheit sowie
  • viele zweifelhaft sinnbehaftete Patho-Fakten

19. 45 Uhr, der Abend ist noch jung und ich bin es auch. Im Grunde die besten Voraussetzungen um noch zwei Stündchen durch die Bücher zu blättern.

Also dann bis morgen.

Matthias

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Slacker notebook

Liebes Logbuch,

noch 2 volle Tage, dann stehe ich in schwarzer Hose und gestärktem Kittel auf einer HNO-Station und dem Weg zu einem Patienten. Nein, nicht zu irgendeinem, sondern zu meinem Patienten.

2 Tage, in denen ich der Wirbelsäulen-Orthopädie und den unzähligen noch unbearbeiteten Pathologie-Fakten fröhnen darf. Da meine Prüfungsgruppe ihre Patienten am Freitag kennen lernen wird, bleibt uns noch das ganze Wochenende, was mir nicht gänzlich unrecht ist.

Ich zähle also rückwärts. Rückwärts in einem Prozess, der am 7. Juli 2008 um 9.15 Uhr begann und voraussichtlich am 11. November gegen 13.00 Uhr enden wird. Dass er enden wird, davon bin ich überzeugt. Nur wie?

Das logische Denken erscheint mir ausgekreuzt, die klinische Grundsicherheit im Ozean der Syndrome versunken und menschliche Kompetenzen atrophiert.

Noch 2 Tage bis zum vierten Akt. Und noch 7 bis zum vorerst letzten Akkord.

Ob der wohl sitzen wird?

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September 11, 2006  New York City, NY

Lieber STEXler und Jung-Ärzte,

es tut mir leid, dass ich mich dieser Tage so rar machen muss, aber leider konnte ich nicht alle Erkrankungen des HNO-Bereiches während meines PJ bis ins Detail ergründen. So ein oder zwei Seiten muss ich halt noch durchgehen.

Hier die Themen der vergangenen Tage:

  • Asthma und COPD
  • Pneumonie
  • Bronchitis
  • KHK und akuter Herztod
  • Extrasystolen und Vorhofflimmern
  • Otitis media
  • Sinusitis
  • Felsenbeinfraktur
  • Frakturen Gesicht und Nase
  • Fazialisparese

Mir fehlt das Schreiben und der Austausch mit euch da draußen sehr. Ich hoffe, es geht euch gut und diejenigen, die noch müssen, schlagen sich weiterhin wacker.

Für alle, die es bereits hinter sich haben, würde ich gern 2 Dinge loswerden:

  1. Meinen herzlichsten Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss von 6 Jahren Höchstleistung! Und auch wenn kein Schwein juckt, was ich denke: Ich bin stolz auf euch!
  2. Ich möchte euch einladen, dass ihr euch ein paar Augenblicke Zeit nehmt um eure noch frischen Erfahrungen rund um das Staatsexamen festzuhalten.

Warum schreibt ihr nicht auf, was euch aufgefallen ist, wie ihr gelernt habt, was ihr jetzt anders machen würdet, wie ihr die schriftliche und mündliche Prüfung erlebt habt – kurz, was ihr gern an folgende Stex-Generationen weitergeben möchtet, und schickt mir eine Email?

Ich würde mich wirklich riesig freuen, wenn wir gemeinsam die Schätze unserer Erlebnisse für die Nachwelt dokumentieren und auf der STEXDOSE veröffentlichen würden. Natürlich anonym und ohne irgendwelche Verpflichtungen.

Ich habe vor einigen Tagen ein Sprichwort gelesen, das lautete ungefähr so:

„Erfahrung, das ist die Laterne im Rücken. Sie beleuchtet immer nur den Teil des Weges, den man bereits hinter sich hat.“

Ihr habt diesen schweren Weg nun hinter euch gebracht, doch euer Licht kann für jene leuchten, die ihn schon bald beschreiten werden.

Was haltet ihr davon? Schreibt ihr mir?

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