Masarwa man - http://natavillage.org

Auch wenn sich meine Augen gegen den Bildschirm sträuben und meine Finger mehr schlecht als recht über die Tastatur s-t-o-l-p-e-rn, möchte ich es doch nicht verpassen, meine Eindrücke vom ersten Tag des Medizin Staatsexamens im Herbst 2008 festzuhalten.

Stolpern, ja das passt auch sehr gut zum heutigen Tag, den ich ungefähr so beschreiben würde:

  1. 9.30 Uhr: Schlecht aus dem Startblock. Die ersten Meter fühlten sich eher an wie „Laufen lernen“ als „Olympia rennen“. Dazu ein Blutdruck, der die Kriterien einer Hypertensiven Krise erfüllte und Fragen, die einfach nur komisch waren. In einem Wort: Großartig!
  2. 10.40 Uhr: Besser drin nach 30 Fragen. Besser im Sinne von „nicht mehr so schlecht“, aber wir beachten die Fortschritte und halten uns nicht mit dem Jammern auf.
  3. 11.30 Uhr: 47 Fragen – vielen Dank. Ich war mehr als froh, als ich die Einzelfragen endlich hinter mir hatte. Mittlerweile herrschten in der Halle 4.2 gefühlte 45° Celsius und ein Sauerstoffanteil, der mich an das Kapitel „Erstickungsgase“ erinnerte. Und dann noch die sensible Prüfungsaufsicht, die mich vor der Tür darüber informierte, dass eine aufstrebende Medizinerin bereits ihren ausgefüllten Antwortbogen abgeben und sich verabschiedet hätte. Na, besten Dank auch!
  4. 12.30 Uhr: 2 Fälle und ein Ende in Sicht. 3 von 4 Fällen weiß ich noch: Bechterew, akuter Blinddarm, HELLP-Syndrom und noch irgendetwas. In jedem Fall habe ich besser hinein gefunden, aber was davon richtig ist, …
  5. 13.30 Uhr: „Sie haben noch 30 Minuten zur Bearbeitung der Fragen. Bitte nicht erschrecken.“ Diese 30 Minuten habe ich zur Kontrolle meiner Übertragungen und einem erneuten Durchsehen der ersten 30 Fragen genutzt. Dort hatten sich viele Fragezeichen zu einem Kollektiv versammelt und ich habe, entgegen meiner Gewohnheit, noch ca. 5 Fragen korrigiert, teilweise weil ich die falsch angekreuzt habe, teilweise weil ich meine erste Wahl einfach überhaupt nicht mehr nachvollziehen konnte. Siehe oben, stolpern halt.

Ok, der Grundstein ist gelegt. Wackelig, aber das muss ja nichts bedeuten.

Für morgen erwarte ich Fächer wie Neuro, Auge, HNO und meine Lieblinge Arbeitsmedizin, Hand in Hand mit der Psychologie. Ich werde es einfach dem IMPP gleichtun und mir einen Beißkeil zwischen die Zähne stecken, wenn es zu sehr weh tut. Das macht man ja heute so, habe ich gelesen…

Ach, noch etwas: Fragt mich bitte nicht, woher ich das habe, aber ich habe gehört, dass alle, die einfach so gut weiter arbeiten, wie bisher, ihr Ziel erreichen werden. Aber, hey, von mir habt ihr das nicht!

So denn, auf zur zweiten Runde!

P. S. Wie lief es bei euch?

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 von Matthias am 19. September 2008

Liebe STEXler,

ich möchte kurz durchgeben, wie meine Woche lief.

In einem Wort: Schlecht. Montag und Dienstag bin ich ausgefallen, so dass ich nur ein Examen (3/2006) zu kreuzen schaffte. Das Ergebnis (62%) ärgert mich, weil es, wenn gleich nur eine Zahl, meine ganze bisherige Arbeit irgendwie herunterzieht.

Doch wenn ich ehrlich sein soll, bin ich auch dankbar, dass ich diesen Hänger habe, denn Hindernisse zeigen uns ja bloß, wie sehr wir eine Sache wollen. Und da ich mehr will als 62%, kommt dieser Tritt in den Allerwertesten möglicherweise zum richtigen Zeitpunkt. Er gibt den vielleicht nötigen Druck, die Schlagzahl und -kraft zu erhöhen.

Bei mir heißt es also ab heute:

  1. Konzentrierter kreuzen.
  2. Motivierter nachlesen.
  3. Bewußter wiederholen.

Wie läuft es bei euch?

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 von Matthias am 2. September 2008

Red Light...

Hallo ihr Lieben,

zwei Dinge sind mit heute aufgefallen:

  1. Der Sommer geht seinem Ende entgegen. Traurig aber wahr.
  2. Wir stehen sechs Wochen vor unserem großen Event. (Echt, nur noch sechs?!)

Ich möchte darum diesen kleinen Post nutzen, um einen Etappeneindruck festzuhalten.

Ich stehe in meinem Lernplan in den letzten zwei Wochen vor der Wiederholungsphase und wenn ich mir die Aufzeichnungen so durchsehe, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. Es hat sich doch eine ganz schöne Menge angesammelt, die es zu durchblicken gilt. Ich bin noch nicht ganz sicher, wie ich genau wiederholen werde. Die sechs jüngsten Examina, meine Aufzeichnungen und die GK-CD in sinnvoller Balance zu halten sehe ich als die Herausforderung der letzten Wochen.

Daneben habe ich die Beobachtung gemacht, dass ich nur in wenigen Wochen meine Zielsetzung von 1000 Fragen pro sieben Tage wirklich errreicht habe. Meistens waren es eher so um die 700-800. Ob mir das Sorgen bereitet? Und ob! Am Anfang habe ich versucht, dagegen anzugehen, musste aber feststellen, dass ich damit keinen Schritt nach vorn mache, sondern mir im Gegenteil wertvolle Kraft und Entspannung für das Lernen fehlte. Mit der Zeit habe ich dieser Etwicklung immer weniger Widerstand entegegen gesetzt und bemerkt, dass das besser funktioniert. Ich sehe das sportlich: Auf der Zielgeraden wird das Rennen entschieden. Vorher schon wochenlang im sauren Bereich zu laufen,  kann böse enden. Aber glaubt mir, auch mir fällt es unglaublich schwer, die gesetzten Ziele schwinden zu sehen. Es fühlt sich an wie das Nicht-Einhalten eines Versprechens. Mittlerweile habe ich die Erwartungen den Erfahrungen angepasst und es steht für mich nicht mehr allein die bloße Zahl, sondern der Lerneffekt am Ende einer Woche an erster Stelle. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Faktoren treffe aber auch ich nicht immer.

Apropos Wochen: Die haben einen sehr interessanten, eigenen „Flow“ entwickelt. Bei mir sieht der folgendermaßen aus:

  • Magic-Monday: Voller Kraft und Motivation in die neue Woche.
  • Depri-Dienstag: Weniger Fragen und schlechte Prozente verdrängen die guten Ergebnisse des Montages (ohne zu lernen, wohlgemerkt!).
  • Mellow-Mittwoch: Ich arbeite mich langsam und mühsam aus dem Dienstags-Tief heraus.
  • Durchhalt-Donnerstag: Immer wieder kleine Fehler. Nicht aufgeben, immer weiter machen.
  • Frohsinn-Freitag: Bessere Resultate machen Mut.
  • Sammel-Samstag: Die losen Enden der Woche mit Wiederholung der falschen Fragen und Spaß in der Lerngruppe zusammenfügen.
  • Super-Sonntag: Geschafft!

Ich könnte noch Stunden weiter schreiben, glaubt mir. Aber auf mich wartet die Gyn.

Wie wäre es also, wenn ihr erzählt, wie es euch ergeht? Was habt ihr in den vergangenen Wochen für Erfahrungen gesammelt?

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