von Matthias am 15. Januar 2009

The Mechanic Eye

Herzlich Willkommen zum dritten und damit letzen Teil der Serie: „Der Weg zum Gipfel – Wie lerne ich für das Hammerexamen?“

Nach Zieldefinition und Lernstrategie soll dieser Post jene Komponente der Vorbereitung beleuchten, von der wirklich Alles abhängt. Es ist:

Der Augenblick

Ziel der folgenden Zeilen ist es, euch zu befähigen, jede intensive Lernzeit und besonders die des Hammerexamens optimal zu nutzen, ohne dabei ständig zwischen Ablenkung, Trägheit und Arbeitswut hin und her zu pendeln. Dabei stütze ich mich auf Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich sammeln durfte und von denen ich hoffe, dass sie auch euch weiterbringen.

Erkenntnisse

Laut dem renommierten Hirnforscher Ernst Pöppel erleben Erwachsene Zeit in wachem und gesundem Zustand unbewusst in Drei-Sekunden-Fragmenten. Diese werden „semantisch verknüpft“, was dann kontinuierliche Zeit entstehen lässt, die uns unglaublich langsam oder rasend schnell vorkommen kann.
Nach ca. drei Sekunden zerfallen demnach unsere sogenannten Wahrnehmungsgestalten, ein Augenblick endet, ein neuer beginnt. Interessanterweise entspricht das auch dem durchschnittlichen Abstand zwischen zwei Lidschlägen bei einem gesunden Erwachsenen: Dem wörtlichen Augenblick.

Wir leben somit unbewusst in Fragmenten, die verknüpft werden und sich der gegenwärtig optimalen Signalverarbeitung im Gehirn anzupassen scheinen. Sind wir müde, blinzeln wir beispielsweise öfter. Wie ein extrem kurzer Neustart unseres Systems.

Drei Sekunden, nach denen unser Gehirn beinahe automatisch nachfragt, nach Neuem sucht, sich im Prinzip also selber ablenkt. Je aktiver unser Gehirn, desto stärker dieser Impuls. Tatsächlich kommt der Begriff des zerstreuten Professors nicht von ungefähr.

Die Erkenntnis dieser drei Sekunden erklärte für mich vieles.
In ihnen liegen das ganze Geheimnis und gleichzeitig größter Fluch und größter Segen: Dieser kurze Systemneustart nämlich erlaubt es uns, immer wieder zu beginnen. Wir haben tatsächlich die Wahl. Wir können uns immer wieder entscheiden, für oder gegen den Augenblick und damit für oder gegen unser Ziel. Egal, wie schlecht es LIEF, wie genervt wir oder wie mies die Umstände sind.
Tun wir das nicht, bekommen wir es erst mit, wenn vom x-ten Durchkauen der GOLD-Schweregradeinteilung  der COPD nicht viel hängen geblieben scheint und wir uns maßlos darüber ärgern.

Es steht und fällt also mit unserer Motivation, der Motivation bewusster Aufmerksamkeit als ein ständiges Ausrichten, ein ständiges Entscheiden für den neuen Moment. Immer wieder.
Im „Gegenzug“ erhalten wir Zugang zu einer schier unerschöpflichen Kraft, der Kraft des Augenblicks.

Ganz toll, Prof. Matthias. Und wobei hilft mir das?

Erfahrungen

Beherrsche deinen Geist, oder er wird dich beherrschen. (Horaz)

Der Clou an der Sache ist: Wir können diese bewusste Aufmerksamkeit trainieren wie einen Muskel, einen Muskel, der Zeit quasi aufhebt und uns völlig im Hier und Jetzt aufblühen lässt. Seine Kontraktion ist unsere Entscheidung für den Augenblick und gegen Ablenkung und Trägheit. Sie ist unsere Wahl, neu zu beginnen.
Darum möchte ich Jeden, der konzentrierter, produktiver und gleichzeitig gelassener arbeiten möchte, herzlich einladen diesen Muskel zu trainieren. Und auch wenn das irgendwie seltsam und ungewöhnlich daherkommt, bin ich von dem positiven Effekt dieses Trainings auf individueller, gemeinschaftlicher und sogar globaler Ebene fest überzeugt.

Wow! Wie trainiere ich diesen Muskel?

Als Trainingspartner dienen sämtlich repetitive „Aktivitäten“, willkürliche wie unwillkürliche.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es überaus sinnvoll sein kann mit kleinen Dingen zu beginnen. Der optimale Trainingspartner für den Anfang ist: Der Atem.

Die Atmung ist die einzige Körperfunktion, die wir teilweise willkürlich beeinflussen können, obgleich sie völlig automatisch immer wieder abläuft (erstaunlicherweise beträgt die Dauer eines Atemzugs in Ruhe ca. drei Sekunden).
Den eigenen Atem sanft zu spüren, zu beobachten, ohne absichtlich zu atmen oder irgendetwas zu forcieren, stärkt den Muskel, der uns die Kraft des Augenblicks eröffnet. Das für einige Minuten frühmorgens als eine Art Routine geübt, kann einen immensen Einfluss darauf haben, wie der ganze Tag läuft. Dabei geht es nicht um die Atmung. Es geht darum sich immer wieder neu für die bewusste Wahrnehmung des Atems zu entscheiden. Der Atem ist lediglich das Gewicht, mit dem wir bewusste Aufmerksamkeit trainieren.

Mit der Zeit wird unser Muskel so stark, dass auch andere Aktivitäten zu Trainingspartnern werden: Jogging, Lesen, Fahrrad fahren, Essen, Zuhören. Und dann geht es einem auf:
Es gibt nichts, was diesen Muskel nicht trainiert, ein wenig Disziplin vorausgesetzt: Lernen, Kreuzen, Sitzen, Gehen, Trommeln, … .

Und es gibt nichts, worauf dieser Muskel nicht positiv wirkt.

Darum mein Rat aus tiefstem Herzen: Trainiert ihn für acht Wochen und schaut, was passiert.
Höchstwahrscheinlich stärkt ihr euer Durchhaltevermögen, eure Auffassungsgabe und eure Disziplin und verweist Ablenkung, Trägheit und Arbeitswut auf die hinteren Ränge.

Als Wegzehrung gibt es nun noch 5 „Wenn-Dann-Strategien“, die mir täglich helfen produkiv zu sein. Diese in Kombination mit einem wachsenden Muskel der Entscheidung für den Moment, klar auf ein Ziel ausgerichtet und auf einer klugen Strategie ruhend, sind alles, was eine erfolgreiche Lernzeit braucht.

1. Wenn ihr anfangen möchtet mit lernen, dann …

– … lest euer Examensziel und schreibt die wichtigsten Tagesziele aus eurer Lernstrategie heraus auf einen Zettel.
– … legt alle nötigen Bücher bereit und startet die Programme auf dem Rechner.
– … stellt Tee und Studentenfutter (oder was auch immer) auf den Tisch.
– … schaltet Handy, Messenger und Email auf stumm und stellt euch einen Timer für die erste Lernphase.
– … legt los.

2. Wenn es nicht richtig voran geht, dann …

… fokussiert die allernächste physische Aktion, die euch weiterbringt und macht diese.

3. Wenn wirklich gar nichts mehr funktioniert, dann …

… macht eine Pause, steht auf, macht Stretching-Übungen oder seid so konsequent und nehm euch ganz frei. Ein Tag ist ok.

4. Wenn es stressig wird, dann …

… konzentriert euch auf die eine Aufgabe, die vor euch liegt und macht diese bewusst extrem langsam.

5. Wenn der Lerntag und die Lernwoche vorbei sind, dann …

… hakt auf dem Zettel ab, was ihr geschafft ab und freut euch darüber. Ihr habt gut gearbeitet! Am Ende der Lernwoche liefert euer Zettel mit den gesammelten Tageszielen den Beweis.

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It's about rules and strategy

Herzlich Willkommen zum zweiten Artikel der Serie: „Der Weg zum Gipfel – Wie lerne ich für das Hammerexamen?“.

Auf Schritt Eins, der sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition mit der Frage: WARUM lerne ich? folgt heute Schritt Zwei mit der großen Frage nach dem WIE? Gesucht wird nicht irgendeine Lernstrategie, sondern

DEINE Lernstrategie

Eine Lernstrategie ist so individuell wie die STEXler.
Faktoren wie Ziel, Vorwissen, Stresstoleranz, Charakter oder schlicht der Ort, an dem wir studieren, erklären, dass es Lernstrategien gibt wie Sand am Meer. Trotzdem erscheinen sie mir unvollständig, denn sie fußen samt und sonders auf einer einzigen Säule, nämlich der Erfahrung vergangener Generationen. Dabei vergessen sie eine wesentliche Komponente: Dich! Die Suche nach der optimalen Lernstrategie beginnt aus meiner Sicht nicht bei Google. Sie beginnt bei dir. Sie ist die weise Mischung aus Erfahrung und Ideen und darum niemals universell.

Der Zweck dieses Posts besteht darin, BEIDEN Komponenten Beachtung zu schenken.
Im ersten Teil skizziert er einen Fahrplan, welcher zu der bisher schwer vernachlässigten Komponente führt, einen Plan, den ich gehen würde, säße ich auf deinem Platz.
Im zweiten Abschnitt möchte ich noch eine kleine Portion Insiderwissen weitergeben, die Jeder auf der Suche nach der „perfekten“ Lernstrategie gut gebrauchen kann. Beide Abschnitte lassen Raum für Dialoge und Ergänzungen und beharren keineswegs auf Vollständigkeit.

Wie finde ich die Lernstrategie, die am besten zu mir passt?

Eine gute Idee findet man am besten, wenn man viele zulässt. (Linus Pauling)

Ich möchte dich einladen mich live im folgenden Prozess zu begleiten und ihn für dich auszuprobieren.

Gehen wir davon aus, du hast ein für dich sinnhaftes, klares und präzises Ziel formuliert, aufgeschrieben und dir seine Erfüllung in allen Facetten vorgestellt. Die Zukunft steht nun deutlich vor deinem geistigen Auge, in dir lebt eine Vision.
Der nächste, kluge Schritt besteht in der Klärung deines Startpunktes. Im Folgenden einige Fragen, die dir helfen können. Bitte lies sie einfach einmal durch, jedoch ohne dir groß Antworten zu Recht zu legen:

  • Was weiß ich über das Hammerexamen?

Auf welche Themen wird Wert gelegt?
Wieviel Zeit habe ich zum Lernen?
Wie werden die Fragen gestellt?

  • Wie ist mein Vorwissen?

In welchen Fächern bin ich fit?
Wo habe ich Defizite?
Was habe ich schon mal gekreuzt?
Was langweilt mich zu Tode?
Was macht mir riesigen Spaß?

  • Was bin ich für ein Typ?

Mag ich kreuzen oder lese ich lieber?
Lerne ich gut durchs Schreiben oder Skizzieren?
Liegt im Hören meine Stärke (Vorlesungen)?
Bringen mir Videos oder Animationen etwas?
Bin ich Lerche oder Eule?
Wie arbeite ich unter Druck?
Wie toleriere ich Stress?
Wie ist meine Ausdauer?
Kann ich mich disziplinieren?

Ok. Was nun folgt, ist ein, nein, DEIN Gehirngewitter, auch Brainstorming genannt. Nimm dir einen Zettel, stell einen Timer (z.B. im Handy) auf 15 Minuten und lass deinen Verstand frei und ungezwungen loslegen. Schreib einfach Alles auf, was dir zum Thema Hammerexamen, den oben genannten Fragen und deinem Ziel einfällt. Jeweils ein Wort genügt. Zunächst wird jeder Geistesblitz urteilsfrei zu Papier gebracht. Es geht um Quantität, nicht um Qualität. Schlechte Einfälle oder eine optimale Anzahl gibt es nicht.
Und Aktion.

Fertig? Wunderbar.

Nun gibst du deinen Notizen noch eine gewisse Struktur. Dabei kann beispielsweise eine Gehirnkarte, auch MindMap genannt, hilfreich sein. Oder du hebst farblich hervor, was dir wichtig erscheint. Es geht wirklich nur darum, diesen Salat von Einfällen „scannbar“ zu machen.
Ziel des Ganzen ist es, deinem auf das Ziel ausgerichteten Verstand die Chance zu geben, frei Ideen zu produzieren. Diese Ideen sind die Seele der ersten Komponente einer optimalen Lernstrategie, die von innen nach außen geht.

Wenn du soweit durchhalten konntest, belohnt dich Abschnitt Zwei dieses Artikels jetzt mit Hinweisen, die du unbedingt in deine Planung einfließen lassen solltest, mit

Insiderwissen, das jede Lernstrategie gut gebrauchen kann – 5 Punkte:

  1. Lern das Richtige!
  2. Nutze deine Zeit!
  3. Und deine Sinne!
  4. Gründe eine Lerngruppe!
  5. Lass los!
  • Lern das Richtige!

In jedem Fall solltest du deine PJ-Fächer intensiv bearbeiten. Mit „intensiv“ meine ich, die wichtigsten und prüfungsrelevantesten Krankheitsbilder sicher drauf zu haben. Daneben liefert die Fächergewichtung der letzten Examina eine wertvolle Orientierung. Fakt ist: Je besser du abschneiden möchtest, umso intensiver musst du lernen. Kreuz viel (mind. die vergangenen zehn Examina) und lies nach (in Büchern, die dir liegen oder die du kennst). Als Einstieg in ein Thema kann ich Wikipedia-Artikel empfehlen, auch wenn jetzt einige Professoren die Hände über ihren Köpfen zusammenschlagen. Wichtig ist, dass du erst einmal durchkreuzt und dann nachlernst. So lernst du das Richtige, nämlich im ersten Schritt das wirklich Prüfungsessentielle und erst im zweiten das, was du zu „gut“ bis „sehr gut“ brauchst.

  • Nutze deine Zeit!

Mehrere Monate erscheinen lang und das sind sie auch. Am Ende jedoch besitzt jeder Tag einen Wert. Nutze ihn, bewußt: Konzentrier dich stets auf nur eine Sache, vermeide Ablenkungen (Handy stumm, Messenger aus, Email-Benachrichtigung deaktivieren, Emails nur lesen, wenn du wirklich Zeit hast, kein zielloses Spiegel-Online-Stöbern, …) und arbeite kontinuierlich. Erstelle eine Tages– und Wochenstruktur, an die du dich immer wieder hältst und die genügend Raum lässt für Reflektion und Regeneration. Setze dir klare Tagesziele, die du aufschreibst und auf die du mit aller Kraft hinarbeitest. So ziehst du maximalen Nutzen aus deiner Lernzeit.

  • Und deine Sinne!

Auch wenn „Studium“ aus vorherrschender Sicht als ein stupides Erarbeiten von Fakten aus Büchern angesehen wird, sollten wir in meinen Augen unser gesamtes Repertoire menschlicher Fähigkeiten nutzen. Und das liegt in unseren Sinnen. Erstell eigene Audios, kreiere Gehirnkarten zu Krankheitsbildern oder Themen, nutze medizinische Animationen, Blogs oder Foren aus dem WWW oder mach dir eigene Lernnotizen mit Bildern, Audiodateien, Tabellen oder Links. Sei kreativ, spiel mit dem Stoff und lass dich über all deine Sinne von ihm begeistern. Verleih dem Lernstoff Leben und er belebt dich!

Mach das! Unbedingt. Such dir zwei bis vier Leute, die du gut kennst und die ähnliche Ziele verfolgen und Werte pflegen wie du. Trefft euch einmal pro Woche für einen Nachmittag, habt Spaß und nutzt die Zeit, bewusst: Konzentriert euch stets auf nur eine Sache, vermeidet Ablenkungen und arbeitet kontinuierlich. Sicher kostet es ein wenig Mühe sich aufeinander einzustimmen, doch das sind Investitionen mit unschlagbarer Rendite. Schließlich lernt man am besten etwas, wenn man es selber lehrt.

Ganz sicher kommen Tage, an denen sich dein Plan vom Freund in einen Feind verwandelt, einfach weil du ihn nicht schaffst. Den Tipp, den ich dazu aus reicher Erfahrung geben kann, ist erstens aufzuschreiben, wofür keine Zeit blieb, zweitens abzuhaken, was geschafft wurde und dann drittens den heutigen Plan mental loszulassen. Lass ihn einfach los. Ziel deiner Lernerei ist schließlich Inhalt, nicht Form. Darum vertrau deiner Arbeit und bleib beharrlich dabei. Und wenn es eine Zeit lang mal nicht so läuft, dann klebe nicht an ihr wie Kaugummi an einem Schuh, sondern nimm dir lieber den Tag frei. In einem Wort: Achte Positives, lass Negatives los und mach weiter. Sollte es dann wirklich mal gar nicht mehr gehen, fass dir ein Herz, nimm den Tag frei und mach mal mit Leib und Seele nichts. Keine Sorge, das ist ok.

Zusammenfassend bleibt mir zum Thema „Lernstrategie“ nur noch Eines zu sagen: Sie ist wichtig, denn sie gibt Struktur und Sicherheit. Sie bildet die Brücke, die dich vom Jetzt in die Zukunft leitet. Zu deinem Ziel. Was sie nicht kann, ist diesen steinigen Weg für dich zu gehen und ihn durchzuhalten.

Wie du das gut schaffst, verrät der nächste Artikel.

Bis dahin bist du mehr als willkommen mir zu verraten, was du über diesen Post denkst. Ich würde mich sehr freuen.

Vielen Dank!

Matthias

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 von Matthias am 29. Dezember 2008

good question

Pünktlich zum Vorbereitungsbeginn der Hammerexamina 2009 ein Herzliches Willkommen zum ersten Teil der Serie: „Der Weg zum Gipfel: Wie lerne ich für das Hammerexamen?“.

Ich möchte mit den folgenden drei Artikeln essentielle Instrumente für ein erfolgreiches und erfülltes Staatsexamen vermitteln.
Und auch wenn es ungewöhnlich erscheint, muss ich der Lernstrategie, die wir als so unglaublich wichtig ansehen, mit dem heutigen Post  einen ersten, in meinen Augen viel wichtigeren Punkt voranstellen:

Das Ziel

„Kaum verloren wir das Ziel aus den Augen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.“ Mark Twain)

Der allererste, weil aus meiner heutigen Sicht allerwichtigste Schritt im dreistufigen Prozess einer optimalen Vorbereitung auf das Hammerexamen liegt in einer sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition.
Seltsamerweise übergehen wir diesen Schritt meist und bauen somit unser Lernfundament unfreiwillig auf wackligem Fundament. Ich habe das gemacht und erfahren, welche Konsequenzen das mit sich bringen kann. Die Gründe für unser Einsteigen bei Schritt Zwei der Planung könnten in einer Form der Bequemlichkeit oder schlicht in Angst zu finden sein: die Bequemlichkeit, sich nicht festlegen zu wollen und die Angst, das gesteckte und kommunizierte Ziel nicht zu erreichen. Ich kann beide Punkte sehr gut verstehen, schließlich fand ich sie auch bei mir selbst. Doch wenn ich etwas gelernt habe, dann dass wir uns keinesfalls aus Bequemlichkeit und/oder Angst heraus die wertvollen Vorteile einer klaren Zielsetzung durch die Lappen gehen lassen sollen.

Der Zweck einer sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition

Im Ziel liegt Sinn

Lernen ist eine Art von Arbeit, nämlich Wissensarbeit (das Produkt ist Wissen), bei der unser Kopf eine, wenn nicht DIE entscheidende Rolle spielt. Die klare und präzise Zieldefinition hilft wie kaum ein anderes Instrument den Kopf mit seinen unterbewussten Kräften auf dieses Ziel einzustimmen. Unsere Aufmerksamkeit, unsere SINNe erweitern sich für Alles, was uns beim Erreichen dieses Ziels helfen kann, ohne dass wir es bemerken oder es willentlich besser beeinflussen könnten. Im Prinzip genau so, wie wenn wir uns vornehmen auf alles Rote in unserer Umgebung zu achten und dieses wie von Geisterhand dort sichtbar wird, wo wir es gerade eben noch übersahen.
Im Sinn liegt eine Magie, die nicht von dieser Welt ist. Und die sollten und können wir uneingeschränkt nutzen.

Im Ziel liegt Klarheit

Fehlt ein sinnhaftes, klares und präzises Ziel, ist es wie auf einem Laufband: Wir stecken Kraft in Schritte, die uns nicht oder nur wenig voranbringen und trotzdem Unmengen an Zeit, Kreativität und Energie verschlingen. Ohne Ziel keine Effektivität und ohne Ziel keine Zeit. Und umgekehrt: Ein klares Ziel mobilisiert, bündelt und kanalisiert unsere wichtigsten Ressourcen Zeit, Kreativität und Energie, denn es schafft Klarheit, weist uns die Richtung.
Diese Klarheit lernt man zu schätzen, spätestens 14 Tage vor der Prüfung. Und die sollten und können wir uneingeschränkt nutzen, nicht erst 14 Tage vor der Prüfung.

Im Ziel liegt Motivation

Ein klug gewähltes Ziel besitzt die Kraft uns in einem Ausmaß zu motivieren, wie es stärker scheinbar lediglich immenser externer Druck oder die reine Not vermochten. Diese Motivation gründet in einem Gefühl der Wichtigkeit, nicht der Dringlichkeit, welches von Sinn und Klarheit gespeist wird. Es versetzt uns in die Lage dem Sog des Sofas zu widerstehen, ohne Druck und ohne Not. Und nicht nur das. Es lässt uns Dinge erschaffen, von denen wir vorher nur zu träumen wagten.
In einem Wort: Es schenkt uns jene Motivation, mit deren Hilfe wir unsere Träume wahr werden lassen. Auch die sollten und können wir uneingeschränkt nutzen.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass ein sinnhaftes, klares und präzises Ziel unser Navigationssystem darstellt: Es weist uns den richtigen Weg, schützt uns davor die richtige Ausfahrt zu verpassen und erlaubt es uns, volle Konzentration in den gegenwärtigen Schritt, das Hier und Jetzt zu investieren.
Doch wie findet man in der Fülle von Systemen das passende für sich heraus?

Wie findet man DAS Ziel?

Indem man nach dem „Warum?“ fragt:

Warum lerne ich, was möchte ich, was ist mein ZIEL?

Diese Frage ist elementar. Bevor sie nicht vernünftig beantwortet wurde, ist aller Anfang mehr als schwer, vom Durchhalten ganz zu schweigen. Und diese Frage ist ein Geschenk, denn nur sie schafft Klarheit, schenkt Motivation, verleiht Sinn.
Fragen wir nach dem „Warum?“, finden wir unser Ziel. Oder besser es findet uns. Wenn wir uns dann gefunden haben, schreiben wir es auf. Eine auf diesem Wissen basierende Antwort könnte beispielsweise so lauten:
„Ich möchte am 21., 22. und 23. 4. 2009 sieben von zehn Fragen richtig beantworten.“ Oder:
„Ich möchte eine (zwei, drei,…) Wochen vor meiner Prüfung die zehn (15, 20, …) relevantesten Krankheitsbilder pro Fachgebiet absolut sicher drauf haben.“

Der Wortlaut spielt keine große Rolle, nur sinnhaft, klar und präzise muss es sein. Ein „Hauptsache bestehen“ erfüllt keine der genannten Eigenschaften.

Dies ist also der allererste Schritt einer optimalen Lernvorbereitung:
Frag nach dem WARUM, formuliere die Antwort so präzise wie möglich und schreibe sie auf.

Und dies ist im Prinzip auch Alles, was ein STEXler darüber wissen muss.

Doch die STEXDOSE wäre nicht die STEXDOSE, wollte sie nicht ein paar wertvolle und in Aktion erprobte Tipps mit ihren Lesern teilen.

5 Tipps, wie man die Kraft der Ziele optimal für sich nutzt

1. Das Ergebnis geistig vorwegnehmen

Wie weiter oben bereits erwähnt, stecken in einer sinnvoll und präzise gewählten Antwort auf die Frage  nach dem „Warum?“ unbewusste Kräfte. Um diese noch stärker zu mobilisieren, tu Folgendes: Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit und stell dir vor, wie es sein wird, wenn du dein Traumziel wirklich erreicht hast. Und zwar in allen Facetten und Details: Was siehst du? Wie fühlt es sich an? Was sagen Freunde und Familie? Usw. Genieß das Gefühl, das sich in dir entfaltet, saug es auf und speichere es wie den Geschmack einer frischen, spanischen Orange. So richtest du dein Unbewusstes mit dem vollen Repertoire seiner Kapazitäten auf dein Ziel aus. Und so versenken Fußballer im Finale ihre Elfmeter.

2. Ein großes und einige kleine Ziele

Setz dir ein großes, also DAS Ziel für dein Projekt Staatsexamen. Und setze dir viele kleine Ziele für die vielen Tage, an denen du auf DAS Ziel hinarbeitest. Ich mache es mittlerweile so, dass ich morgens die 5-7 wichtigsten Ziele meines Tages auf einer Unterlage notiere. Ich mache mir klar, was ich an diesem Tag erreichen möchte, bevor mein Verstand auch nur irgendwie verschmutzt werden konnte und bevor ich beginne, irgendetwas zu tun. Es geht mir dabei nicht nur darum irgendetwas richtig zu tun, sondern darum das Richtige zu tun. Habe ich eine Sache erledigt, hake ich sie ab. Herrlich!

3. Weniger ist mehr

Nutze solche Zielvereinbarungen umsichtig, denn sind sie wirklich gut, können sie dich zu überragender Leistung pushen. Gleichwohl bist du keine Maschine, die ständig am Limit produzieren kann (es sei denn, du möchtest eine sein).  Auch hier ist weniger mehr. Wie viel genau, ist individuell unterschiedlich und u.a. abhängig von Umfang und Intensität der Ziele sowie der individuellen Stresstoleranz. Ich habe für mich festgestellt, dass maximal 2 große und 7 kleine, dafür aber umso bestimmtere Ziele nebeneinander mehr bringen als beispielsweise 10. Hier liegt mein Bereich zwischen Über- und Unterforderung. Wo deiner liegt, kannst nur du herausfinden.

4. Achten, was man schafft

Wir verstärken, was wir beachten.  Darum sollte es uns nicht um die 30 Fragen gehen, für die heute keine Zeit blieb, sondern um die 170, die geschafft wurden. Bemerkenswert sollte nicht sein, wie oft man dem Sog des Sofas doch verfällt, sondern wie häufig man sich stattdessen am Schreibtisch diszipliniert. Die eigene Arbeit (genau wie die Arbeit anderer) zu achten und zu würdigen ist eine gute Möglichkeit, selbstzerstörerisches Gedankengut auf Sparflamme zu halten.

5. Abends niemals an morgen denken

Nach einem harten Lerntag gibt es aus meiner Erfahrung kaum Destruktiveres, als sich vor dem Einschlafen Gedanken über die Masse an Zielen zu machen, die am nächsten Tag eine Rolle spielen KÖNNTEN. Mach das niemals! Die Lücke zwischen dem Hier (Abend) und dem Dort (Morgen) bleibt zwangsläufig leer. Und das produziert ganz automatisch Stress. Nutze den Abend als eine Art Heimkehr, damit du am nächsten Morgen gestärkt die Welt verbessern kannst.

Gut, dies soll zum Thema Zieldefinition im Hammerexamen genügen. Im nächsten Post folgt mit der Lernstrategie Schritt Zwei einer strukturierten Examensvorbereitungsvorbereitung.

Falls euch dieser Artikel etwas gebracht hat, freut mich das sehr und ihr seid mehr als willkommen, mir zu schreiben, in zu verlinken oder an Freunde zu senden. Falls nicht, schreibt mir trotzdem.

Vielen Dank!

Euer Matthias

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 von Matthias am 28. Dezember 2008

Mount Everest from monastery window

Wenn ich vor und auch während meiner Lernzeit gefragt wurde, was ich im Examen „schaffen“ wollte, antwortete ich blitzschnell und eloquent: „Hauptsache bestehen.“ Die meisten antworteten so.

Wir wussten es nicht besser.

Ich habe in den vergangenen Wochen sehr viel über dieses Thema nachgedacht, u.a. da ich mich bereits während des Lernens dem Gedanken nicht erwehren konnte, trotz ausführlicher Planung nicht optimal an das Projekt „Hammerexamen“ herangegangen zu sein. Und wenn ich mir nun meine Aufzeichnungen so anschaue, erkenne ich klar, warum es nicht ganz so funktioniert hat, wie ich es mir hinter dem „Hauptsache bestehen“ meines  Mediziner-Egos wirklich vorgestellt hatte.

Es wäre dumm, wenn ich dieses Wissen nicht weitergeben würde.

Ich möchte euch darum mit diesen Zeilen einen dreiteiligen Post ans Herz legen, der morgen beginnen wird und sich zum Ziel setzt die Frage: „Wie lerne ich für das Hammerexamen?“ aus ihrer nebeligen Umgebung zu befreien. Er soll Jedem STEXler da draußen helfen, den Blick klar auf die drei aus meiner jetzigen Erfahrung essentiellen Komponenten für ein erfolgreiches Staatsexamen zu lenken:

1. Das Ziel

2. Die Lernstrategie

3. Den Augenblick

Diese drei Komponenten stellen kraftvolle Instrumente für begeistertes Lernen und ein erfülltes Staatsexamen dar. Der Post soll aufzeigen, wie ihr sie einzeln und als Teile eines stark verwobenen Ganzen sinnvoll einsetzen und für euch nutzen könnt, um mit Klarheit und Zuversicht zum Gipfel zu gelangen. Wie immer sind Fragen, Hinweise und Anmerkungen mehr als erwünscht.

Damit wisst ihr es besser als wir.

Bis morgen!

Euer Matthias

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 von Matthias am 25. November 2008

Heute mal ein paar Denkanstöße zum „Besser Lernen“ und „Besser Arbeiten“

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 von Matthias am 15. September 2008

Jeremy Wariner

Einen wunderschönen Guten Morgen,

der Herbst ist in Leipzig angekommen – Zeit, dass wir etwas Licht und Wärme in diese Welt bringen. Der Start in die „heiße Phase“ der Vorbereitung könnte demnach nicht besser liegen. Ich werde folgendermaßen vorgehen:

  1. In dieser Woche bearbeite ich an den Vormittagen die Examina 8/2005 und 3/2006.
  2. Ab nächster Woche folgen die 6 Hammerexamen mit Buch und Stift, jeweils auch immer vormittags. Ich stelle mir vor, dass ich damit die Kreuzleistung am Vormittag, die auch im Examen auf uns zukommt, trainiere. Wie ein Boxer, der stets in den Kampfzeiten trainiert.
  3. Die Nachmittage möchte ich für evtl. angefallenen Fragenüberhang und die Wiederholung mittels Lernnotizen und alter Exmina nutzen.

Falls sich etwas ändert, erfährt man es hier auf STEXDOSE.

Ich möchte noch einmal auf das tolle Angebot der radiologischen Klinik der Uni Leipzig hinweisen, unsere Unklarheiten hinsichtlich dem Bildmaterial zu entschlüsseln. Der erste lange Abend der Bilder in unserer Samstagslerngruppe warf bei mir Fragen auf, die nach einer Antwort suchen. Wie sieht es da bei euch aus?

Daneben startet heute Abend wie angekündigt auf STEXDOSE die Serie „Wissen statt würfeln.“. Dort heißt es: „Seltenes ist selten, Häufiges ist häufig.“ und Dialoge sind wie immer mehr als erwünscht.

So weit so gut von meiner Seite.

Ich wünsche allen einen erfolgreichen Start in die Woche und von Herzen dies:

Bleibt hungrig, bleibt verrückt

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 von Matthias am 9. August 2008

Power in your hand

Woche 5/14 geht dem Ende entgegen. „Höchschste“ Zeit, meinen Tagesablauf mal ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Es hat sich ein Rhythmus eingestellt, der mir nicht selten richtig Spass macht. Ich liebe die Freiheit, selbst zu bestimmen, wann ich was mache.

Falls du mit deinem Lerntag zufrieden bist, wirf einen Blick in die anderen Beiträge hier auf STEXDOSE. Falls nicht, lies weiter!

Mein Tag beginnt regulär gegen 6.00 Uhr. Ich versuche dann so oft es geht, einen kurzen Morgenlauf zu machen. Ich liebe diese Stille, die Lichter der aufgehenden Sonne und natürlich die kühle, unverbrauchte Luft eines Sommermorgens.

„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ (Emil Zátopek)

Dann eine kalte Dusche, die auch den gemeinen Studenten erweckt und ein schönes Frühstück. Darauf folgt, was ich gerade mache, nämlich Arbeit an der STEXDOSE.

Wenn ich das hier fertig geschrieben habe, mache ich eine halbe Stunde lang nichts. Nun, vielleicht nicht ganz Nichts, aber so wenig wie möglich. Ein Hinlegen in ruhiger Wachsamkeit und Beobachten von Körper und Geist. Man könnte es Meditation nennen. Ich nenne es einfach: Sein. Ein Einstimmen. Wie das Leipziger Gewandhausorchester, dass seine Instrumente stimmt, bevor es Beethovens Sechste spielt. Falls jemand Interesse daran hat, findet hier meine erste Berührung mit Meditation.

Gegen 9.00 Uhr beginne ich nun mit den ersten zwei Lernphasen („Sessions“) von je 100 Minuten mit einer 20-minütigen Pause dazwischen. Diese Zeiteinteilung hat sich bisher echt bewährt, denn:

  • Ich konzentriere mich voll, weil ich genau weiß, dass ich nicht ewig Zeit habe.
  • Die Aussicht auf eine Pause macht es mir leichter, meine Aufmerksamkeit auf diese 100 Minuten zu richten. Wie bei einem Wettkampf, bei dem man weiß, wann die Verpflegungspunkte kommen.
  • Mehr als 100 Minuten lernen am Stück ist für mich einfach nicht drin. Jedenfalls jetzt noch nicht.
  • Ich lerne in einem festen Rhythmus, so dass sich mein Körper daran gewöhnen kann.
  • Ich bin relativ sicher gegen 13.00 Uhr mit den zwei Sessions fertig und damit bereit für die Mittagspause.

Ich nehme mir Zeit bis 15.00 Uhr. Essen, raus gehen (und evtl. irgend etwas erledigen) und 20 Minuten ein kleines Nickerchen. Dieses „Powernapping“ reicht aus, um wieder frisch zu sein, ist aber zu kurz, um danach nicht mehr in die Gänge zu kommen.

Der Nachmittag ist dann ein Spiegelbild meines Vormittags, also wieder zwei Sessions mit Pause dazwischen. Bei einem kleinen Snack höre ich sehr gern zwischen 16.30 und 17.00 Uhr den Deutschlandfunk, weil in dieser Zeit sehr interessante Berichte aus dem Bereich der Wissenschaft gesendet werden. Für mich eine willkommene Abwechslung zur Medizin und erstaunlich motivierend. Nach der letzten Session gegen 19.00 Uhr bin ich meistens richtig erschöpft und muss raus aus meinem Zimmer. Ich gehe laufen oder ins Fitness oder fahre an einen See. Einfach nur raus.

Am Abend nehme ich mir noch einmal eine Stunde Zeit, um Sachen zu wiederholen oder an der STEXDOSE zu arbeiten. Ich versuche aber, den Laptop spätestens 21.30 Uhr auszuschalten, am liebsten schon gegen 21.00 Uhr. Das schaffe ich aber nicht immer.

So, das ist er, mein Lerntag für das Hammerexamen 2008.

Welche Erfahrungen habt ihr mit eurer Zeiteinteilung gemacht?

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 von Matthias am 4. August 2008

3D Bar Graph Meeting

Glück auf!

Für alle, die wissen möchten, wie ich mich denn so auf dem Schlachtfeld des Kreuzens schlage, veröffentliche ich ab heute hier auf STEXDOSE.de regelmäßig meine Lernstatistik.

Wie ich lerne – in aller Kürze:

  • Ich kreuze mit einer Mediscript-CD nach Organen geordnet, je Vormittags und Nachmittags zwei mal 100 Minuten mit Pause dazwischen. Zielsetzung: 200 Fragen pro Tag.
  • Bei Unklarheiten lese ich die Kommentare. Was ich dort nicht finde, schlage ich mit Hilfe von Google nach.
  • Zu falschen Fragen fertige ich Notizen an, mit denen ich Wiederholungsübungen durchführe.
  • Auf meinem Tisch liegen noch der Herold für die Innere und der Karow-Lang für die Pharma. Da schau ich aber eher selten rein. Ganz klarer Fokus auf den GK-Inhalten.

Das mache ich insgesamt zehn von 14 Wochen Gesamtlernzeit. Die letzten vier Wochen habe ich für die vergangenen sechs Examina reserviert. Da heißt es dann, den Kreis zu schließen und hoffentlich das große Ganze zu durchschauen.

Wie lernt ihr?

Welche Ratschläge habt ihr parat?

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 von Matthias am 26. Juli 2008

Kite Surfing - 22

Dieser Artikel ist für alle, die Schwierigkeiten haben, sich nach einer arbeitsreichen Lernwoche, wie jetzt während der Lernerei für das Hammerexamen, an ein bis zwei Tagen herunterzufahren. Ich selbst habe ein bisschen gebraucht, bis ich einen Weg für mich gefunden habe:

Meine Hauptlerntage habe ich, wie viele von euch sicher auch, auf Montag bis Freitag gelegt. Den Samstag und den Sonntag verbringe ich aber anders:

Am Samstagvormittag kreuze ich die falschen Fragen der vergangenen Woche. Für mich funktioniert das bisher sehr gut, weil

  • dadurch der Lernstoff der Woche noch mal heraus gekitzelt wird,
  • ich durch die bekannten Fragen endlich ein paar Erfolgserlebnisse mehr erfahre, als an Wochentagen (das sollte man nicht unterschätzen),
  • der Samstag nicht mit neuen Themen vollgepackt ist und
  • es sich für mich wie ein „Auslaufen“ anfühlt.

Es folgt etwas, das mir ganz wichtig ist: ein ausgedehnter Mittagsschlaf.

Die Nachmittage der vergangenen zwei Wochen hatte ich mir bisher frei genommen. Heute aber treffe ich mich zum ersten Mal mit 2 „Leidensgenossen“ für eine Lerngruppe. Auch wenn ich nicht sicher bin, wie das genau ablaufen wird, freue ich mich doch sehr darauf. Ich werde in Kürze darüber berichten.

Und jetzt kommt das Wichtigste: der Sonntag.

Mein Rat aus tiefer Überzeugung: Nehmt ihn euch frei – komme was wolle! Tut, was auch immer dafür nötig ist, arbeitet so hart wie ihr könnt, aber nehmt ihn euch frei! Macht, was euch Spass macht. Etwas, was diesen einen Tag deutlich von den Wochentagen abhebt. Oder macht mit Leib und Seele einfach mal gar nichts. Denkt nicht viel darüber nach. Gebt diesem Tag die Chance, der schönste in eurem Leben zu werden. Geniesst ihn! Saugt ihn auf!

Und schreibt mir, was ihr erlebt. Wir hier in Leipzig haben wundervolle Seen in der Umgebung und sind deswegen viel draußen unterwegs. Ich habe mal ein paar Ausschnitte, wie das bei uns so aussieht, hier im Leipziger Neuseenland:

Was machen denn die Tübinger, die Münchner, die Hamburger, die Heidelberger, die Dresdner, die Hallenser, die Berliner, die Jenaer, die Stuttgarter, die Frankfurter, die dazwischen und die drum herum?

 von Matthias am 25. Juli 2008

quite

Für einige kommt jetzt sicher ein alter Hut. Alle anderen jedoch sind es mir mehr als wert, darüber zu schreiben.

Es geht mir um die Magie eines Wochenrückblickes.

Ich möchte es jedem dringend ans Herz legen, sich 2 Stunden am Ende der Woche Zeit zu nehmen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es ist unglaublich, wie positiv sich das auf das eigene Leben auswirkt, nicht nur, aber vor allem jetzt, wenn man mitten in einem wichtigen Projekt steckt.

Einige der Dinge, die in meinem Wochenrückblick eine Rolle spielen, habe ich mir bei David Allen und Steven Covey abgeschaut. Im Grunde macht man es instinktiv. Die Jungs geben nur Landkarten vor, die es einem erleichtern können.

Wie mache ich einen Wochenrückblick?

Die Antwort in zwei Sätzen für die Vielbeschäftigten unter uns:

Was hättest du zu tun, wenn du morgen in den Urlaub fliegen würdest? Mach das (ohne Sachen zu packen natürlich)!!

Für alle, die es genauer wissen wollen:

Ich beende meine Woche am Freitagnachmittag folgendermaßen:

1. Musik an.

2. „Eingänge“ durchforsten:

Das sind bei mir eine Ablage neben dem Schreibtisch, meine Schreibtischunterlage, ein Eingangsordner auf meinem Desktop und der E-Mail-Posteingang. Da kommt ausnahmslos ALLES rein, was während der Woche anfällt, ich aber nicht erledigen konnte oder wollte.

Mit „durchforsten“ meine ich:

· reinschauen

· erfassen, worum es sich handelt

· entscheiden, was zu tun ist

· machen

Mit „machen“ meine ich:

· Was nicht länger als 2 Minuten dauert, physisch wirklich machen

· Was länger als 2 Minuten dauert, verschieben (Liste, Ordner, …) oder abgeben (wenn es jemand anders besser kann als ich)

Ganz wichtig: Nichts kommt wieder in einen der „Eingänge“ zurück. Wirklich Nichts!

3. Listen checken.

Ich bin ein Typ, der gern aufschreibt. Ich finde, das entlastet ungemein.

Meine Notizen sind nach einem bestimmten System geordnet, das sich an David Allen’s Vorlagen orientiert. Das ist nur eine Möglichkeit, die für mich aber ganz gut funktioniert. Warum das Rad zweimal erfinden?

Mit „checken“ meine ich ganz grob:

· Sind die auf dem aktuellen Stand?

· Kann ich etwas wegstreichen?

· Muss ich Änderungen vornehmen?

4. In den Kalender schauen.

Was lag an? Was liegt an? Sind noch Vorbereitungen nötig?

Ich mache mir im Grunde einen Überblick über die zu diesem Zeitpunkt festen Termine der kommenden Wochen. Und ich gucke, ob von der abgelaufenen Woche noch etwas übrig ist.

Mein Tipp: Schreibt in euren Kalender nur das rein, was an diesem Tag geschehen oder erledigt werden muss. Wenn nicht an diesem Tag, dann nie. Damit dient er als Übersicht für das Wesentliche, für Fixpunkte. Er wird zum Verbündeten anstatt zum Sklaventreiber. Ich habe nämlich Folgendes beobachtet: Wenn ich ihn als Behälter für alle möglichen Sachen (im wahrsten Sinn des Wortes) nutze, wird er unübersichtlich, ich weiß nicht mehr, was wichtig ist und verschiebe impulsiv. Not good.

5. Hatte das Wesentliche Vorrang?

Ich denke ein paar Minuten über die vergangene Woche nach.

Fragen, die ich mir dabei stelle, stammen von Steven Covey’s Wochenarbeitsblatt:

· Welche Herausforderungen sind mir begegnet?

· Welche Entscheidungen habe ich getroffen?

· Hatte dabei das Wesentliche Vorrang?

Wenn ihr zu den Leuten zählt, die gern alles perfekt haben möchten und dabei noch auf vielen Plätzen gleichzeitig spielen, dann können diese 3 Fragen am Ende einer Woche helfen, Klarheit zu gewinnen.

6. Aufräumen.

Letzter Akt. Ganz stino: Zimmer aufräumen, Auswechseln von verschmutzten Unterlagen, Staub wischen, Blumen gießen, Müll raus, durchsaugen – fertig.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber ich möchte dieses entspannte Gefühl einen Überblick über die Dinge zu haben gar nicht mehr missen.

Also für alle, die es noch nicht probiert haben: macht es einfach mal ein paar Wochen und schaut, ob es euch etwas bringt.