von Matthias am 27. April 2009

neurologiemindmap

Lieber STEXler,

ich habe Post bekommen:

Sandra, charmante Italienerin, fleissige Frühjahrs-STEXlerin und feste STEXDOSE-Leserin mit Medizinstudium in Deutschland, schrieb mit vor einiger Zeit aus Rovereto.
Sie fand neben der heißen Phase noch die Muße mir ihre Leidenschaft für eine ausgezeichnete, alternative Lernform mitzuteilen. Und weil ich ihr Deutsch schlicht super finde, drucke ich ihre Zeilen ab wie sie sind.

Sandra lernt gern mit MindMaps:

Hallo allerseits!

Hiermit wollte ich die Stexdosen-Fans meine Mindmamps Begeisterung mitteilen.

Ich habe ein Mindmaps Open-Source Software (also kostenlose Programm) aus dem Internet runtergelanden. In meinem Fall den XMind für OS X (MacProgramm), gibt aber noch viele andere. Da ich schon aus der Vorlesungszeiten diese Methode angewendet habe (damals noch Handzeichnung natürlich!), fand ich ganz hilfreich von diese immense ungeformte Masse an Informationen, die in meinem Kopf wirbeln, irgendwie eine Sorte Inhaltsverzeichnis zu bauen.
Die Mindmaps (mindesten meine) enthalten nicht die ganze Masse, sondern Schlüsselworter oder Bilder, die mir den ganzen Inhalt dann ins Gedächnis abrufen. Ein Beispiel hier Neurologie und speziell für die neurologische Kompression Syndrome:

neurologiekompressionsyndromemindmap

Wenn ich vor eine Frage über Medianus Kompression Syndrom stehe, dann helfen mir meine Mindmaps! Ich denke an meinen Händen in einer bestimmte Position (siehe Bild), daß sollte für mich heißen:

mittlere Position = Medianus – innerviert die Flexoren Muskel (da meine finger flektiert sind), M. Abductoris pollici brevis (da meine Daumen abduziert sind und ich kann sie nicht weiter adduzieren also die Bewegungmöglichkeit ist klein=kurz=brevis).

Anderes Beispiel: N. Radialis – da lege ich meine beide Hände wie in Figur zur radiale Seite … das sollte dafür sorgen, dass ich die Stellungen der Hände nicht tauschen kann! Also N. Radialis innerviert die Extensoren (meine Finger sind gestreckt), der Daumen ist abduziert, kann sich aber noch bewegen, daher großere Bewegungsmöglichkiet = großere Strecke = Longus. Sie sind in Supinationsstellung, daher M.supinator!

Zum Schluß der N. Ulnaris:
Hände zur ulnaren Seite zusammen gelegt, Daumen adduziert (nach außen also) und die Finger flektiert, Flexoren also.

Das nur als kleiner Abschnitt!

Schöner Gruß,

Sandra

Ich kann ihrer Begeisterung für MindMaps nur vehemend nickend zustimmen:
MindMaps
sind eine fantastische Möglichkeit komplexe Inhalte einfach darzustellen.
Das liegt unter anderem daran, dass die Inhalte miteinander verbunden sind, genau wie die Neurone unseres Gehirns. Im Grunde erstellt man wirklich ein Abbild der eigenen grauen Zellen.
Darum ist jede MindMap auch individuell. Und deswegen bleiben sie auch viel besser hängen als Tabellen oder Listen aus irgendeinem Buch.

Wie erstellt man nun eine MindMap?

Hier die drei wichtigsten Punkte für eine eine Gehirnkarte, die haften bleibt:

  1. Zentrales Thema (Fachrichtung, Syndromgruppe, Krankheitsbild, Medikamentengruppe, …) ins Zentrum
  2. Zweige der Wortlänge entsprechend anknüpfen
  3. Hinzufügen, was hilft: Bilder, Farben, Skizzen, Audios, etc.

Tony Buzan beschreibt das so:

Folgende Programme sind derzeit zum Erstellen von MinMaps auf dem PC verfügbar:

Wer es ganz natürlich mag, der greife einfach zu Papier und Stift.

Zusammenfassend möchte ich jedem empfehlen, dieses Hilfsmittel einmal für sich auszuprobieren. Möglicherweise bleibt damit sogar jetzt, kurz vor dem Testat aller Testate, etwas hängen, was ihr euch mehrfach konventionell habt versucht einzuprägen.
So könntet ihr beispielsweise ein Krankheitsbild ins Zentrum positionieren und aus dem Kopf versuchen mit 5 bis 7 Zweigen die Punkte Def., Patho, (Epi), Dia, Kli, The (und Prognose) abzuhandeln. So bin ich immer herangegangen.

Mit dem Lernen ist es wie im Sport: Neue Reize braucht der Körper. Und unser Verstand auch. Also:

Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Damit ein wirklich herzliches Dankschön an Sandra für ihr Engagement, euch allen weiterhin viel Erfolg beim Lernen und gut Kraft für den Zielspurt.

Euer Matthias

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 von Jenny am 28. Februar 2009

Laughter

Liebe Leidensgenossen,

wie geht es euch??? Mir selbst ist gerade zum schreien (siehe oben!). Ich schleppe mich nur schweren Herzens und langsamen Gehirns zu meinen Büchern. Mir fehlt der Flow! Wo ist er nur hin? Wie finde ich neuen Flow? Beziehungsweise will ich einfach nur meinen alten zurück! Leider gibt es ihn in keinem Laden der Welt zu kaufen, in keiner Bibliothek einer Stadt auszuleihen und Familie und Freunde können ihn mir auch nicht aufschwatzen! Was hilft einem in dieser leidlichen Phase? Soll man vermehrt Sport treiben, raus gehen, Freunde um sich scharen, seinen Frust vielleicht sogar ertränken und die Bücher mal Bücher sein lassen? Zur Zeit habe ich keinen blassen Schimmer und vertraue einfach darauf, dass der Flow zu mir zurückkehrt!

Zusätzlich habe ich gestern meine mündlichen Prüfungstermine erfahren. Am 14. und 15. Mai werde ich mich mit drei tapferen Mitstexlern den vier noch unbekannten Prüfern stellen, um all mein (Nicht-)Wissen zu präsentieren! Allzu lange Zeit zur Regeneration bleibt somit nach dem schriftlichen Teil nicht. Und wie ich mein Glück kenne wird mein 4. Prüfungsfach, welches uns zwei Wochen vor der Prüfung erst mitgeteilt wird, sowas wie Patho oder Pharma sein! Aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof!

Zuerst dachte ich gerade, wir haben keine Wahl. Wir haben uns das alles selbst ausgesucht und müssen eben jetzt dadurch. Aber man hat immer die Wahl! Und aus diesem Grund habe ich auch jahrelang mehr oder minder für dieses Ziel geschufftet! Darum wird jetzt auf die Zähne gebissen und die Pobacken zusammengekniffen. Ob mein Flow mich gerade im Stich lässt oder nicht – morgen ist ein neuer Tag und somit eine neue Chance!

Somit verbleibe ich mit meiner Erkenntnis des Tages:

„Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her!“

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 von Matthias am 22. Februar 2009

Liebe STEXler,

Hallo und Herzlich Willkommen zu einem weiteren STEXDOSE-Video-Post mit dem ersten STEXDOSE-Stummfilm.

Die folgende zeichnerische Eselsbrücke hat mir sehr geholfen, die Rückenmarksschäden mit ihrer motorischen Symtpomatik absolut sicher drauf zu haben.
Ich hoffe, euch verschafft sie ein ähnliches Aha-Erlebnis.

Viel Spaß!

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 von Matthias am 26. Januar 2009

Invito_alla_lettura

Liebe STEXler,

eine weitere Frage zum Hammerexamen bezieht sich auf die optimale Bücherwahl:

Wie sieht die richtige Bücherwahl aus? Reicht „Das Hammerexamen“ oder sollte man besser ausführlichere Bücher wählen?

„Das Hammerexamen“ stellt eine nützliche Zusammenfassung wesentlicher und vor allem MC-relevanter Punkte dar. Es eignet sich also gut für einen Überblick oder um beim Kreuzen MC-nahe Punkte zu festigen. Darin sehe ich die Vorteile dieses Werks.

Die Nachteile liegen in meinen Augen zum einen in der relativen Oberflächlichkeit und zum anderen in seinem Bestreben, allen Fächern Platz zu bieten. Es ist ein Repetitorium, kein Lehrbuch. Sobald ihr etwas mehr in die Tiefe gehen möchtet, solltet ihr lieber auf euch bekannte Standartwerke zurückgreifen und darin Prüfungswissen nachlesen.

Hier ein kurzer Vier-Punkte-Plan, wie euch Bücher im Staatsexamen Medizin wirklich helfen:

1. An erster Stelle steht das Kreuzen. Verschafft euch einen Einblick in die relevanten Themen sowie euer Wissen.

2. Beginnt daran orientierend damit euer starkes Wissen zu festigen, bis das wirklich sitzt. Erst dann bearbeitet ihr eure Schwachpunkte. Dabei kann „Das Hammerexamen“ als Nachschlagewerk für jene Fächer dienen, die nicht zu den TOP-Sieben (Innere, Neuro, Chirurgie, Pädiatrie, Ortho, Pharma, Gyn) oder zu euren PJ-Fächern gehören. Darin findet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit die gefragten Infos.

3. Für die TOP-Sieben (oder zumindest eure PJ-Fächer) solltet ihr auf Bücher zurückgreifen, mit denen ihr bereits im Studium gelernt und gute Erfahrungen gemacht habt. Mein Vertrauen genossen der Herold, Karow-Lang, Müller, Boenninghaus und diverse Checklisten. Lest in ihnen zielgerichtet die Krankheitsbilder nach, die immer wieder gefragt werden. Es verschaffte mir einfach ein angenehmes Gefühl, die wichtigen Dinge in Standardwerken nachzulesen.

4. In der Phase kurz vor der schriftlichen Prüfung lohnt es sich die Hammerexamina im Buch zu kreuzen. Das liegt näher an der Realität und entspannt Bildschirm-geplagte Augen.

Noch ein Punkt zum Schluss: Je mehr Bücher ihr nutzt, um so mehr Fakten warten auf euch, dabei oftmals unterschiedliche zu ein und demselben Thema. Viel hilft hier nicht unbedingt viel.
Darum mein Rat: Begrenzt euren Input auf maximal zwei Quellen parallel. Das ist völlig ausreichend und hilft euch, den Fokus zu behalten.

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 von Matthias am 19. Januar 2009

THAT is the question... mark!

Liebe STEXler,

in den vergangenen Tagen flogen einige sehr interessante Leserfragen bei der STEXDOSE ein, die ich gern aus meiner Sicht beantworte. Jede Frage erhält einen kurzen Artikel, der euch auf einen Blick die Antworten bieten soll. Bitte fühlt euch frei und schreibt mir, falls trotzdem etwas unklar bleibt.

Euer Matthias

Die Masse an Stoff erscheint überwältigend groß. Man weiß nicht, wie man den Beginn meistern soll.

1. Klares Ziel

Das Wichtigste vor allem ist ein klares und präzises Ziel, welches heraus, aber nicht überfordert. Es muss die Macht besitzen, euch jeden Tag an den Schreibtisch zu ziehen. Warum lernt ihr? Was möchtet ihr am Ende erreichen? Was ist euer Ziel?

2. Kleine Häppchen

Teilt die Fragen- und/oder Seitenzahl auf in kleine, gleichmäßige Häppchen pro Tag. Fokussiert diese kleinen Schritte und lernt sie beharrlich, einen nach dem anderen.

3. Erstes Fach: Innere

Es ist sinnvoll, die großen Steine zuerst in den Kopf zu bringen. Die Innere bietet sich dazu an, da sie im Grunde in allen anderen Fächer eine wichtige Rolle spielt.

4. Orientierung Fächerverteilung

Danach kann man mit den PJ-Fächern fortfahren oder sich an den Fächerverteilungen der letzten Jahre orientieren und sie in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit abarbeiten.

5. Anfangen. Jetzt!

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It's about rules and strategy

Herzlich Willkommen zum zweiten Artikel der Serie: „Der Weg zum Gipfel – Wie lerne ich für das Hammerexamen?“.

Auf Schritt Eins, der sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition mit der Frage: WARUM lerne ich? folgt heute Schritt Zwei mit der großen Frage nach dem WIE? Gesucht wird nicht irgendeine Lernstrategie, sondern

DEINE Lernstrategie

Eine Lernstrategie ist so individuell wie die STEXler.
Faktoren wie Ziel, Vorwissen, Stresstoleranz, Charakter oder schlicht der Ort, an dem wir studieren, erklären, dass es Lernstrategien gibt wie Sand am Meer. Trotzdem erscheinen sie mir unvollständig, denn sie fußen samt und sonders auf einer einzigen Säule, nämlich der Erfahrung vergangener Generationen. Dabei vergessen sie eine wesentliche Komponente: Dich! Die Suche nach der optimalen Lernstrategie beginnt aus meiner Sicht nicht bei Google. Sie beginnt bei dir. Sie ist die weise Mischung aus Erfahrung und Ideen und darum niemals universell.

Der Zweck dieses Posts besteht darin, BEIDEN Komponenten Beachtung zu schenken.
Im ersten Teil skizziert er einen Fahrplan, welcher zu der bisher schwer vernachlässigten Komponente führt, einen Plan, den ich gehen würde, säße ich auf deinem Platz.
Im zweiten Abschnitt möchte ich noch eine kleine Portion Insiderwissen weitergeben, die Jeder auf der Suche nach der „perfekten“ Lernstrategie gut gebrauchen kann. Beide Abschnitte lassen Raum für Dialoge und Ergänzungen und beharren keineswegs auf Vollständigkeit.

Wie finde ich die Lernstrategie, die am besten zu mir passt?

Eine gute Idee findet man am besten, wenn man viele zulässt. (Linus Pauling)

Ich möchte dich einladen mich live im folgenden Prozess zu begleiten und ihn für dich auszuprobieren.

Gehen wir davon aus, du hast ein für dich sinnhaftes, klares und präzises Ziel formuliert, aufgeschrieben und dir seine Erfüllung in allen Facetten vorgestellt. Die Zukunft steht nun deutlich vor deinem geistigen Auge, in dir lebt eine Vision.
Der nächste, kluge Schritt besteht in der Klärung deines Startpunktes. Im Folgenden einige Fragen, die dir helfen können. Bitte lies sie einfach einmal durch, jedoch ohne dir groß Antworten zu Recht zu legen:

  • Was weiß ich über das Hammerexamen?

Auf welche Themen wird Wert gelegt?
Wieviel Zeit habe ich zum Lernen?
Wie werden die Fragen gestellt?

  • Wie ist mein Vorwissen?

In welchen Fächern bin ich fit?
Wo habe ich Defizite?
Was habe ich schon mal gekreuzt?
Was langweilt mich zu Tode?
Was macht mir riesigen Spaß?

  • Was bin ich für ein Typ?

Mag ich kreuzen oder lese ich lieber?
Lerne ich gut durchs Schreiben oder Skizzieren?
Liegt im Hören meine Stärke (Vorlesungen)?
Bringen mir Videos oder Animationen etwas?
Bin ich Lerche oder Eule?
Wie arbeite ich unter Druck?
Wie toleriere ich Stress?
Wie ist meine Ausdauer?
Kann ich mich disziplinieren?

Ok. Was nun folgt, ist ein, nein, DEIN Gehirngewitter, auch Brainstorming genannt. Nimm dir einen Zettel, stell einen Timer (z.B. im Handy) auf 15 Minuten und lass deinen Verstand frei und ungezwungen loslegen. Schreib einfach Alles auf, was dir zum Thema Hammerexamen, den oben genannten Fragen und deinem Ziel einfällt. Jeweils ein Wort genügt. Zunächst wird jeder Geistesblitz urteilsfrei zu Papier gebracht. Es geht um Quantität, nicht um Qualität. Schlechte Einfälle oder eine optimale Anzahl gibt es nicht.
Und Aktion.

Fertig? Wunderbar.

Nun gibst du deinen Notizen noch eine gewisse Struktur. Dabei kann beispielsweise eine Gehirnkarte, auch MindMap genannt, hilfreich sein. Oder du hebst farblich hervor, was dir wichtig erscheint. Es geht wirklich nur darum, diesen Salat von Einfällen „scannbar“ zu machen.
Ziel des Ganzen ist es, deinem auf das Ziel ausgerichteten Verstand die Chance zu geben, frei Ideen zu produzieren. Diese Ideen sind die Seele der ersten Komponente einer optimalen Lernstrategie, die von innen nach außen geht.

Wenn du soweit durchhalten konntest, belohnt dich Abschnitt Zwei dieses Artikels jetzt mit Hinweisen, die du unbedingt in deine Planung einfließen lassen solltest, mit

Insiderwissen, das jede Lernstrategie gut gebrauchen kann – 5 Punkte:

  1. Lern das Richtige!
  2. Nutze deine Zeit!
  3. Und deine Sinne!
  4. Gründe eine Lerngruppe!
  5. Lass los!
  • Lern das Richtige!

In jedem Fall solltest du deine PJ-Fächer intensiv bearbeiten. Mit „intensiv“ meine ich, die wichtigsten und prüfungsrelevantesten Krankheitsbilder sicher drauf zu haben. Daneben liefert die Fächergewichtung der letzten Examina eine wertvolle Orientierung. Fakt ist: Je besser du abschneiden möchtest, umso intensiver musst du lernen. Kreuz viel (mind. die vergangenen zehn Examina) und lies nach (in Büchern, die dir liegen oder die du kennst). Als Einstieg in ein Thema kann ich Wikipedia-Artikel empfehlen, auch wenn jetzt einige Professoren die Hände über ihren Köpfen zusammenschlagen. Wichtig ist, dass du erst einmal durchkreuzt und dann nachlernst. So lernst du das Richtige, nämlich im ersten Schritt das wirklich Prüfungsessentielle und erst im zweiten das, was du zu „gut“ bis „sehr gut“ brauchst.

  • Nutze deine Zeit!

Mehrere Monate erscheinen lang und das sind sie auch. Am Ende jedoch besitzt jeder Tag einen Wert. Nutze ihn, bewußt: Konzentrier dich stets auf nur eine Sache, vermeide Ablenkungen (Handy stumm, Messenger aus, Email-Benachrichtigung deaktivieren, Emails nur lesen, wenn du wirklich Zeit hast, kein zielloses Spiegel-Online-Stöbern, …) und arbeite kontinuierlich. Erstelle eine Tages– und Wochenstruktur, an die du dich immer wieder hältst und die genügend Raum lässt für Reflektion und Regeneration. Setze dir klare Tagesziele, die du aufschreibst und auf die du mit aller Kraft hinarbeitest. So ziehst du maximalen Nutzen aus deiner Lernzeit.

  • Und deine Sinne!

Auch wenn „Studium“ aus vorherrschender Sicht als ein stupides Erarbeiten von Fakten aus Büchern angesehen wird, sollten wir in meinen Augen unser gesamtes Repertoire menschlicher Fähigkeiten nutzen. Und das liegt in unseren Sinnen. Erstell eigene Audios, kreiere Gehirnkarten zu Krankheitsbildern oder Themen, nutze medizinische Animationen, Blogs oder Foren aus dem WWW oder mach dir eigene Lernnotizen mit Bildern, Audiodateien, Tabellen oder Links. Sei kreativ, spiel mit dem Stoff und lass dich über all deine Sinne von ihm begeistern. Verleih dem Lernstoff Leben und er belebt dich!

Mach das! Unbedingt. Such dir zwei bis vier Leute, die du gut kennst und die ähnliche Ziele verfolgen und Werte pflegen wie du. Trefft euch einmal pro Woche für einen Nachmittag, habt Spaß und nutzt die Zeit, bewusst: Konzentriert euch stets auf nur eine Sache, vermeidet Ablenkungen und arbeitet kontinuierlich. Sicher kostet es ein wenig Mühe sich aufeinander einzustimmen, doch das sind Investitionen mit unschlagbarer Rendite. Schließlich lernt man am besten etwas, wenn man es selber lehrt.

Ganz sicher kommen Tage, an denen sich dein Plan vom Freund in einen Feind verwandelt, einfach weil du ihn nicht schaffst. Den Tipp, den ich dazu aus reicher Erfahrung geben kann, ist erstens aufzuschreiben, wofür keine Zeit blieb, zweitens abzuhaken, was geschafft wurde und dann drittens den heutigen Plan mental loszulassen. Lass ihn einfach los. Ziel deiner Lernerei ist schließlich Inhalt, nicht Form. Darum vertrau deiner Arbeit und bleib beharrlich dabei. Und wenn es eine Zeit lang mal nicht so läuft, dann klebe nicht an ihr wie Kaugummi an einem Schuh, sondern nimm dir lieber den Tag frei. In einem Wort: Achte Positives, lass Negatives los und mach weiter. Sollte es dann wirklich mal gar nicht mehr gehen, fass dir ein Herz, nimm den Tag frei und mach mal mit Leib und Seele nichts. Keine Sorge, das ist ok.

Zusammenfassend bleibt mir zum Thema „Lernstrategie“ nur noch Eines zu sagen: Sie ist wichtig, denn sie gibt Struktur und Sicherheit. Sie bildet die Brücke, die dich vom Jetzt in die Zukunft leitet. Zu deinem Ziel. Was sie nicht kann, ist diesen steinigen Weg für dich zu gehen und ihn durchzuhalten.

Wie du das gut schaffst, verrät der nächste Artikel.

Bis dahin bist du mehr als willkommen mir zu verraten, was du über diesen Post denkst. Ich würde mich sehr freuen.

Vielen Dank!

Matthias

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 von Matthias am 29. Dezember 2008

good question

Pünktlich zum Vorbereitungsbeginn der Hammerexamina 2009 ein Herzliches Willkommen zum ersten Teil der Serie: „Der Weg zum Gipfel: Wie lerne ich für das Hammerexamen?“.

Ich möchte mit den folgenden drei Artikeln essentielle Instrumente für ein erfolgreiches und erfülltes Staatsexamen vermitteln.
Und auch wenn es ungewöhnlich erscheint, muss ich der Lernstrategie, die wir als so unglaublich wichtig ansehen, mit dem heutigen Post  einen ersten, in meinen Augen viel wichtigeren Punkt voranstellen:

Das Ziel

„Kaum verloren wir das Ziel aus den Augen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.“ Mark Twain)

Der allererste, weil aus meiner heutigen Sicht allerwichtigste Schritt im dreistufigen Prozess einer optimalen Vorbereitung auf das Hammerexamen liegt in einer sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition.
Seltsamerweise übergehen wir diesen Schritt meist und bauen somit unser Lernfundament unfreiwillig auf wackligem Fundament. Ich habe das gemacht und erfahren, welche Konsequenzen das mit sich bringen kann. Die Gründe für unser Einsteigen bei Schritt Zwei der Planung könnten in einer Form der Bequemlichkeit oder schlicht in Angst zu finden sein: die Bequemlichkeit, sich nicht festlegen zu wollen und die Angst, das gesteckte und kommunizierte Ziel nicht zu erreichen. Ich kann beide Punkte sehr gut verstehen, schließlich fand ich sie auch bei mir selbst. Doch wenn ich etwas gelernt habe, dann dass wir uns keinesfalls aus Bequemlichkeit und/oder Angst heraus die wertvollen Vorteile einer klaren Zielsetzung durch die Lappen gehen lassen sollen.

Der Zweck einer sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition

Im Ziel liegt Sinn

Lernen ist eine Art von Arbeit, nämlich Wissensarbeit (das Produkt ist Wissen), bei der unser Kopf eine, wenn nicht DIE entscheidende Rolle spielt. Die klare und präzise Zieldefinition hilft wie kaum ein anderes Instrument den Kopf mit seinen unterbewussten Kräften auf dieses Ziel einzustimmen. Unsere Aufmerksamkeit, unsere SINNe erweitern sich für Alles, was uns beim Erreichen dieses Ziels helfen kann, ohne dass wir es bemerken oder es willentlich besser beeinflussen könnten. Im Prinzip genau so, wie wenn wir uns vornehmen auf alles Rote in unserer Umgebung zu achten und dieses wie von Geisterhand dort sichtbar wird, wo wir es gerade eben noch übersahen.
Im Sinn liegt eine Magie, die nicht von dieser Welt ist. Und die sollten und können wir uneingeschränkt nutzen.

Im Ziel liegt Klarheit

Fehlt ein sinnhaftes, klares und präzises Ziel, ist es wie auf einem Laufband: Wir stecken Kraft in Schritte, die uns nicht oder nur wenig voranbringen und trotzdem Unmengen an Zeit, Kreativität und Energie verschlingen. Ohne Ziel keine Effektivität und ohne Ziel keine Zeit. Und umgekehrt: Ein klares Ziel mobilisiert, bündelt und kanalisiert unsere wichtigsten Ressourcen Zeit, Kreativität und Energie, denn es schafft Klarheit, weist uns die Richtung.
Diese Klarheit lernt man zu schätzen, spätestens 14 Tage vor der Prüfung. Und die sollten und können wir uneingeschränkt nutzen, nicht erst 14 Tage vor der Prüfung.

Im Ziel liegt Motivation

Ein klug gewähltes Ziel besitzt die Kraft uns in einem Ausmaß zu motivieren, wie es stärker scheinbar lediglich immenser externer Druck oder die reine Not vermochten. Diese Motivation gründet in einem Gefühl der Wichtigkeit, nicht der Dringlichkeit, welches von Sinn und Klarheit gespeist wird. Es versetzt uns in die Lage dem Sog des Sofas zu widerstehen, ohne Druck und ohne Not. Und nicht nur das. Es lässt uns Dinge erschaffen, von denen wir vorher nur zu träumen wagten.
In einem Wort: Es schenkt uns jene Motivation, mit deren Hilfe wir unsere Träume wahr werden lassen. Auch die sollten und können wir uneingeschränkt nutzen.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass ein sinnhaftes, klares und präzises Ziel unser Navigationssystem darstellt: Es weist uns den richtigen Weg, schützt uns davor die richtige Ausfahrt zu verpassen und erlaubt es uns, volle Konzentration in den gegenwärtigen Schritt, das Hier und Jetzt zu investieren.
Doch wie findet man in der Fülle von Systemen das passende für sich heraus?

Wie findet man DAS Ziel?

Indem man nach dem „Warum?“ fragt:

Warum lerne ich, was möchte ich, was ist mein ZIEL?

Diese Frage ist elementar. Bevor sie nicht vernünftig beantwortet wurde, ist aller Anfang mehr als schwer, vom Durchhalten ganz zu schweigen. Und diese Frage ist ein Geschenk, denn nur sie schafft Klarheit, schenkt Motivation, verleiht Sinn.
Fragen wir nach dem „Warum?“, finden wir unser Ziel. Oder besser es findet uns. Wenn wir uns dann gefunden haben, schreiben wir es auf. Eine auf diesem Wissen basierende Antwort könnte beispielsweise so lauten:
„Ich möchte am 21., 22. und 23. 4. 2009 sieben von zehn Fragen richtig beantworten.“ Oder:
„Ich möchte eine (zwei, drei,…) Wochen vor meiner Prüfung die zehn (15, 20, …) relevantesten Krankheitsbilder pro Fachgebiet absolut sicher drauf haben.“

Der Wortlaut spielt keine große Rolle, nur sinnhaft, klar und präzise muss es sein. Ein „Hauptsache bestehen“ erfüllt keine der genannten Eigenschaften.

Dies ist also der allererste Schritt einer optimalen Lernvorbereitung:
Frag nach dem WARUM, formuliere die Antwort so präzise wie möglich und schreibe sie auf.

Und dies ist im Prinzip auch Alles, was ein STEXler darüber wissen muss.

Doch die STEXDOSE wäre nicht die STEXDOSE, wollte sie nicht ein paar wertvolle und in Aktion erprobte Tipps mit ihren Lesern teilen.

5 Tipps, wie man die Kraft der Ziele optimal für sich nutzt

1. Das Ergebnis geistig vorwegnehmen

Wie weiter oben bereits erwähnt, stecken in einer sinnvoll und präzise gewählten Antwort auf die Frage  nach dem „Warum?“ unbewusste Kräfte. Um diese noch stärker zu mobilisieren, tu Folgendes: Nimm dir ein paar Augenblicke Zeit und stell dir vor, wie es sein wird, wenn du dein Traumziel wirklich erreicht hast. Und zwar in allen Facetten und Details: Was siehst du? Wie fühlt es sich an? Was sagen Freunde und Familie? Usw. Genieß das Gefühl, das sich in dir entfaltet, saug es auf und speichere es wie den Geschmack einer frischen, spanischen Orange. So richtest du dein Unbewusstes mit dem vollen Repertoire seiner Kapazitäten auf dein Ziel aus. Und so versenken Fußballer im Finale ihre Elfmeter.

2. Ein großes und einige kleine Ziele

Setz dir ein großes, also DAS Ziel für dein Projekt Staatsexamen. Und setze dir viele kleine Ziele für die vielen Tage, an denen du auf DAS Ziel hinarbeitest. Ich mache es mittlerweile so, dass ich morgens die 5-7 wichtigsten Ziele meines Tages auf einer Unterlage notiere. Ich mache mir klar, was ich an diesem Tag erreichen möchte, bevor mein Verstand auch nur irgendwie verschmutzt werden konnte und bevor ich beginne, irgendetwas zu tun. Es geht mir dabei nicht nur darum irgendetwas richtig zu tun, sondern darum das Richtige zu tun. Habe ich eine Sache erledigt, hake ich sie ab. Herrlich!

3. Weniger ist mehr

Nutze solche Zielvereinbarungen umsichtig, denn sind sie wirklich gut, können sie dich zu überragender Leistung pushen. Gleichwohl bist du keine Maschine, die ständig am Limit produzieren kann (es sei denn, du möchtest eine sein).  Auch hier ist weniger mehr. Wie viel genau, ist individuell unterschiedlich und u.a. abhängig von Umfang und Intensität der Ziele sowie der individuellen Stresstoleranz. Ich habe für mich festgestellt, dass maximal 2 große und 7 kleine, dafür aber umso bestimmtere Ziele nebeneinander mehr bringen als beispielsweise 10. Hier liegt mein Bereich zwischen Über- und Unterforderung. Wo deiner liegt, kannst nur du herausfinden.

4. Achten, was man schafft

Wir verstärken, was wir beachten.  Darum sollte es uns nicht um die 30 Fragen gehen, für die heute keine Zeit blieb, sondern um die 170, die geschafft wurden. Bemerkenswert sollte nicht sein, wie oft man dem Sog des Sofas doch verfällt, sondern wie häufig man sich stattdessen am Schreibtisch diszipliniert. Die eigene Arbeit (genau wie die Arbeit anderer) zu achten und zu würdigen ist eine gute Möglichkeit, selbstzerstörerisches Gedankengut auf Sparflamme zu halten.

5. Abends niemals an morgen denken

Nach einem harten Lerntag gibt es aus meiner Erfahrung kaum Destruktiveres, als sich vor dem Einschlafen Gedanken über die Masse an Zielen zu machen, die am nächsten Tag eine Rolle spielen KÖNNTEN. Mach das niemals! Die Lücke zwischen dem Hier (Abend) und dem Dort (Morgen) bleibt zwangsläufig leer. Und das produziert ganz automatisch Stress. Nutze den Abend als eine Art Heimkehr, damit du am nächsten Morgen gestärkt die Welt verbessern kannst.

Gut, dies soll zum Thema Zieldefinition im Hammerexamen genügen. Im nächsten Post folgt mit der Lernstrategie Schritt Zwei einer strukturierten Examensvorbereitungsvorbereitung.

Falls euch dieser Artikel etwas gebracht hat, freut mich das sehr und ihr seid mehr als willkommen, mir zu schreiben, in zu verlinken oder an Freunde zu senden. Falls nicht, schreibt mir trotzdem.

Vielen Dank!

Euer Matthias

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 von Matthias am 28. Dezember 2008

Mount Everest from monastery window

Wenn ich vor und auch während meiner Lernzeit gefragt wurde, was ich im Examen „schaffen“ wollte, antwortete ich blitzschnell und eloquent: „Hauptsache bestehen.“ Die meisten antworteten so.

Wir wussten es nicht besser.

Ich habe in den vergangenen Wochen sehr viel über dieses Thema nachgedacht, u.a. da ich mich bereits während des Lernens dem Gedanken nicht erwehren konnte, trotz ausführlicher Planung nicht optimal an das Projekt „Hammerexamen“ herangegangen zu sein. Und wenn ich mir nun meine Aufzeichnungen so anschaue, erkenne ich klar, warum es nicht ganz so funktioniert hat, wie ich es mir hinter dem „Hauptsache bestehen“ meines  Mediziner-Egos wirklich vorgestellt hatte.

Es wäre dumm, wenn ich dieses Wissen nicht weitergeben würde.

Ich möchte euch darum mit diesen Zeilen einen dreiteiligen Post ans Herz legen, der morgen beginnen wird und sich zum Ziel setzt die Frage: „Wie lerne ich für das Hammerexamen?“ aus ihrer nebeligen Umgebung zu befreien. Er soll Jedem STEXler da draußen helfen, den Blick klar auf die drei aus meiner jetzigen Erfahrung essentiellen Komponenten für ein erfolgreiches Staatsexamen zu lenken:

1. Das Ziel

2. Die Lernstrategie

3. Den Augenblick

Diese drei Komponenten stellen kraftvolle Instrumente für begeistertes Lernen und ein erfülltes Staatsexamen dar. Der Post soll aufzeigen, wie ihr sie einzeln und als Teile eines stark verwobenen Ganzen sinnvoll einsetzen und für euch nutzen könnt, um mit Klarheit und Zuversicht zum Gipfel zu gelangen. Wie immer sind Fragen, Hinweise und Anmerkungen mehr als erwünscht.

Damit wisst ihr es besser als wir.

Bis morgen!

Euer Matthias

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 von Matthias am 25. November 2008

Heute mal ein paar Denkanstöße zum „Besser Lernen“ und „Besser Arbeiten“

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 von Matthias am 27. Oktober 2008

Golden hillside in Wisconsin

Liebe STEXler,

dieser Post soll einen kurzen Einblick in meine derzeitige Lernsituation gewähren. Falls ihr Lust habt, die eure mit den Lesern und mir zu teilen, fühlt euch frei. Ihr seid mehr als willkommen.

Was lerne ich?

Mein Rezept zur erfolgreichen mündlichen Prüfung sieht eine ausgewogene Mischung aus Prüfungsprotokollinhalten und häufigen Krankheitsbildern vor. Die Zutaten des heutigen Tages:

  • Myokardinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • Lungenembolie
  • Cor Pulmonale und Pulmonale Hypertonie

Wie lerne ich?

Jedem Krankheitsbild, ganz egal wie oft es bereits auf der Speisekarte stand, widme ich noch einmal meine volle Aufmerksamkeit. Dabei kommt stets ein 8-Gänge-Menü auf den Schreibtisch, bestehend aus:

  • Def.
  • Epi
  • Ä
  • Patho (intensivier als sonst …)
  • Klinik
  • Dia
  • The
  • Prog

Da auch das Auge mitisst, mache ich mir noch einmal, aber wirklich ganz kurze, im wahrsten Sinne des Wortes stichwortartige Lernkarten, die dann am Abend wiederholend überflogen werden. Daneben stelle ich mich hin oder laufe im Zimmer herum, die Zutaten laut vor mir hersprechend, um das freie Reden zu üben. Auf die Lernkarten notiere ich auch eigene Fragen, die abends nach einer Antwort verlangen.

Womit lerne ich?

  • Innere: Herold
  • Chirurgie: Müller
  • HNO: Checkliste und Boenninghaus
  • Pathologie: Riede, Werner, Schaefer
  • Wikipedia

Wie läuft das so?

Ich bin ganz zufrieden. Im Grunde macht es richtig Freude, sich wieder einmal am Stück und intensiver mit einem Krankheitsbild zu befassen. Klinikferne Infos lasse ich links liegen, so dass wirklich das reine Handwerkszeug Beachtung findet. Nicht selten habe ich das Gefühl, den Kreis zu schließen und Dinge zu verstehen, die ich vorher entweder überlesen oder mir lediglich krampfhaft eingeprügelt habe. Auch freue ich mich, wenn ich mal einen alten IMPP-Freund wiedersehe, meisten weder dick markiert noch unterstrichen, sondern eher im Kleingedruckten, wie der schüchterne Junge in der Ecke des Klassenzimmers. Die Bücher, die ich bisher immer als überzogen vollgepackt etickettiert habe, erleben ihre Renaissance und wir gemeinsam unseren zweiten, bzw. eigentlich ersten richtigen Frühling.

Wo liegt der Haken?

Ganz ehrlich, so richtig finde ich heute keinen. Ok, ich bin halt nicht mehr so fit. Die schriftliche Prüfung hat meinem Energiehaushalt definitv ganz schön zugesetzt. Darum schlafe ich viel und versuche, die restliche Zeit wieder viel mehr zu genießen. Ein großer Brocken war das, der da von mir abfiel. Und wie immer nach einem erreichten Ziel fällt man in ein Loch, aus dem man sich halt langsam ans Licht zurückkämpft. Dann wankt man ein paar Tage so durch die Welt und irgendwann ist es so, als wäre nichts gewesen, die Strapazen des Sommers verblassen und kehren dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Irgendwie seltsam, oder?

Ok, so sieht bei mir aus, am 27. 10. 2008. Wie ist es bei euch?

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