von Jenny am 7. März 2009

kreuzende jets

Hallo Kreuzfans,

heute habe ich, wie an allen anderen Tagen auch meiner Medizinerkarriere, wieder vor mich hin gekreuzt. Den ganzen lieben langen Morgen. Wieder war ich wesentlich schneller als meine Mitkreuzer. Gut finde ich das nicht gerade! Man hat immer das Gefühl dabei, dass man oder Frau etwas verpasst, wenn so hopplahopp die Fragen durchgeklickt werden. Aber ich habe mittlerweile damit leben gelernt. Was bleibt mir auch anderes übrig. Ich war immer schon ein relativ fixer Kreuzer. Im Physikum habe ich mich dann versucht zu bremsen, denn da ging es ja plötzlich um mehr, als „nur“ die Frage zu beantworten! Das ging kräftig nach hinten los! Auch habe ich mir seitdem abgewöhnt jede Antwort nochmals zu überdenken und auch noch Antworten zu berichtigen! Das ging noch viel mehr nach hinten los! Never ever werde ich das tun, entschieden ist entschieden! In absoluter Unsicherheit lasse ich äußerst selten eine Frage offen- das aber auch nur sehr sehr ungern! Am besten erst gar nicht damit anfangen! Somit glänze ich hin und wieder mit meinem, wie ich es nenne, gefährlichen Halbwissen! Bruchlandungen gibt es damit immer wieder, aber nur so gewinnt man auf Dauer Selbstvertrauen und hadert nicht ständig mit seinem Schicksal! Oft kann man drei Antworten sicher ausschließen und schwankt zwischen zweien- tja, mal mehr, mal weniger greift man eben daneben, je nach Fach, je nach Laune, je nach Tagesform!

Es ist einfach wichtig sich ein Kreuzkonzept zurecht zu legen! Meine Tipps wären da:

  • Nicht von der Geschwindigkeit der Anderen beeinflussen oder gar beeindrucken lassen. Es gibt eben etwas Schnellere und etwas Langsamere – auch hier gilt Qualität vor Quantität. Die Schnellen werden nicht besser, wenn sie sich künstlich zügeln und die Langsamen sicher nicht besser, wenn sie Vollgas fahren!
  • Eher keine Fragen offen lassen, nur im allergrößten Notfall! Im Examen kann die Zeit schneller vergehen als sonst!
  • Korrekturen genau überdenken oder am besten gar nicht daran denken – der erste Gedanke ist meist der beste! Durch längeres Nachdenken verstrickt man sich vielleicht in falschen Lösungswegen und versucht sich die anderen Auswahlmöglichkeiten plausibel zu machen! Glaubt an euer „gefährliches Halbwissen“!
  • Dont panic! Das sag ich mir immer wieder selbst, spästens am 20. April und in den darauf folgenden Tagen diesen Jahres!

Good luck!!!

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 von Matthias am 10. Oktober 2008

matchbox 20:3 a.m.

Ich wünschte, ich fände ein wenig mehr Zeit, um euch mit Posts zu versorgen. Trotzdem, ganz so ohne ein paar Tipps möchte ich euch auch wieder nicht ins Prä-Stex-Wochenende gehen lassen.

Der heutige Freitags-Post befasst sich erneut mit der Technik, mit der wir alle ab Dienstag unsere Mission zu erfüllen versuchen. Ich möchte euch mitteilen, wie ich mittlerweile Examen kreuze und würde mich mehr als freuen, wenn sich trotz der Zeitknappheit ein paar Kommentarfelder mit euren Tipps, Tricks und Beboachtungen füllen würden.

So kreuze ich ein Examen:

Die Essentials:

Ich …

  1. Markiere meinen ersten Gedanken.
  2. Gehe dann Schritt für Schritt die Möglichkeiten durch und setze Markierungen („F’s“, Häkchen, …).
  3. Treffe auf jeden Fall eine Entscheidung.
  4. Übertrage meine Wahl sofort auf den Lösungsbogen.
  5. Setze ein Zeichen an Aufgaben, bei denen ich mir nicht sicher bin.
  6. Korrigiere nach Bearbeitung aller Fragen nur, wenn ich 1000%ig überzeugt bin (statistisch gesehen wird bei 80% der Korrekturen zum Fehler gewechselt…)
  7. Mache kurze Pausen nach jeweils 25 Fragen (Essen und Trinken, mal wegschauen, „raus-„gehen ,…), es sei denn, ich bin gerade im „Kreuz-Flow“.

Die Fallfragen:

Ich …

  1. Suche die Diagnose und markiere sie. Sie ist meistens im letzten Drittel oder (kurz) nach den Labordaten und Diagnostiken zu finden.
  2. Lese den Text und unterstreiche.
  3. Überfliege die Labordaten. Falls noch einmal gefragt wird, gehe ich sie genauer durch.
  4. Beantworte die Fragen.

Meine Kreuztipps:

  1. Einfach denken!
  2. Bauchgefühl: Was fiel dir beim ersten Lesen auf (siehe auch Manfred Spitzer auf STEXDOSE)? Korrekte Antwort!
  3. Was klingt am schrägsten? Korrekte Antwort!
  4. Wo liegt bei Zahlenantworten der größte Abstand oder gibt es eine Zahl, die irgendwie herausfällt? Korrekte Antwort!
  5. Was klingt offen, vorsichtig und relativ (kann, selten, meist, häufig, wahrscheinlich,…)? Korrekte Antwort!
  6. Was klingt irgendwie riskant und absolut (ausschließlich, stets, immer, nie, alle, knappe Sätze, …)? Falsche Antwort!
  7. Ist eine Antwort deutlich länger oder kürzer als die übrigen? Korrekte Antwort!
  8. Eine unbekannte Symptomtrias wird gefragt und ein Syndrom als Möglichkeit angeboten? Korrekte Antwort!
  9. Eine Frage mit einem sehr häufigen Krankheitsbild als Möglichkeit (oft auch bei Bildbeilagen)? Korrekte Antwort!
  10. Schlüsselwörter filtern („akut“, „plötzlich“, …) und Passendes suchen (Vaskuläres, Intoxkation)! Korrekte Antwort!
  11. Patient ist ein „Aussiedler“ oder ein „Ausländer“ und Tbc wird angeboten? Korrekte Antwort!
  12. Bei zwei ähnlich klingenden Aussagen ist meistens eine davon richtig (Stichwort „Trennschärfe“ – Vielen Dank an Robert für diesen guten Tipp!)

Ok, das ist sie, meine Kreuztechnik.

Und nun: Ab ins Lernwochenende!

Teachers, under rated and under valued

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Glück auf!

Ich habe in den vergangenen neun Wochen beobachtet, wie ich kreuze.

Mein Resumée lautet: Ich bin für Multiple Choice nicht geboren. Trotzdem können Kleinigkeiten helfen, die richtige Antwort zu wählen. Die wichtigsten Punkte habe ich mir parallel notiert und für euch aufbereitet. Mit diesen Kreuztipps klappt es auch ohne das goldene Kreuz-Händchen:

1. Locker ran gehen: Sobald du dich verkrampfst, besetzt du wertvolle Neuronen fürs Verkrampfen. Lass locker!
2. Mentale Reihenfolge der Bearbeitung: Grundwissen – Fachwissen – Kreuztipps.
3. Grundwissen nutzen: Denke einfach und logisch!
4. Fachwissen anwenden: Falls du dir sicher bist, super! Falls nicht, lass es!
5. Kreuztipps hinzuziehen:

  • Bauchgefühl: Was fiel dir beim ersten Lesen auf (siehe auch Manfred Spitzer auf STEXDOSE)? Korrekte Antwort!
  • Was klingt am schrägsten? Korrekte Antwort!
  • Wo liegt bei Zahlenantworten der größte Abstand oder gibt es eine Zahl, die irgendwie herausfällt? Korrekte Antwort!
  • Was klingt offen, vorsichtig und relativ (kann, selten, meist, häufig, wahrscheinlich,…)? Korrekte Antwort!
  • Was klingt irgendwie riskant und absolut (ausschließlich, stets, immer, nie, alle, knappe Sätze, …)? Falsche Antwort!
  • Ist eine Antwort deutlich länger oder kürzer als die übrigen? Korrekte Antwort!
  • Eine unbekannte Symptomtrias wird gefragt und ein Syndrom als Möglichkeit angeboten? Korrekte Antwort!
  • Eine Frage mit einem sehr häufigen Krankheitsbild als Möglichkeit (oft auch bei Bildbeilagen)? Korrekte Antwort!
  • Schlüsselwörter filtern („akut“, „plötzlich“, …) und Passendes suchen (Vaskuläres, Intoxkation)! Korrekte Antwort!
  • Patient ist ein „Aussiedler“ oder ein „Ausländer“ und Tbc wird angeboten? Korrekte Antwort!

Diese Hinweise stellen natürlich keine Garantie dar, aber sie können zu dem einen oder anderen zusätzlichen Punkt führen.

Ist euch etwas aufgefallen? Welche Kreuztipps habt ihr parat?

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 von Matthias am 5. August 2008

Hallo Leute,

hier ein tolles Video von Prof. Manfred Spitzer zu „Entscheidungen aus dem Bauch“ bei BRalpha:

Essenz: Bei komplexen Entscheidungen nicht nachdenken, bei einfachen Entscheidungen dagegen ist Nachdenken hilfreich. Wer also wie ich nicht mit einem goldenen Kreuzhändchen gesegnet ist, sollte sich das mal anschauen. Dauert auch nur knapp 15 Minuten. Vielleicht hilft es ja beim Kreuzen weiter. Den wissenschaftlichen Hintergrund könnt ihr bei Bedarf überspringen, indem ihr einfach ab Minute 10 einsteigt. Da kommt das Wichtigste.

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