Am Dienstag, unserem ersten Hammertag, in allem Stress und in mittleren Erregungzustand der Prüfungsangst, bitte nichts zu Hause vergessen! Mitbringen sollten wir einen Bleistift- die Wahl zwischen HB oder 2 HB ist mir nicht wichtig. Zufällig habe ich noch einen HB zu Hause, somit ist diese Wahl schnell getroffen. Die offizielle Einladung und ein gültiger Ausweis sollte auch am Start sein- meiner ist Gott sei Dank noch nicht abgelaufen!
Zu trinken habe ich Wasser mit Geschmack von Zitrone und Limette dabei, einen Latte machiatto (falls ich noch nicht genug Herzflattern habe). Zu essen ein Brot mit meinem Standardprogramm Salami-Käse, Schokolade und Kaugummis.
Außerdem nehme ich dieses Mal Ohropax mit: beim Physikum hat mein Nachbar so laut geatmet, dass ich mich fast nicht richtig konzentrieren konnte! Keine Ahnung, was mit dem los war!
Auf Grund meiner Sozialkompetenz und dem mehrfachen Wunsch unserer männlichen Kollegen werde ich keine lauten Absätze tragen. Zu laut beim Toilettengang!!! Sonst werde ich lässig schick da anrücken in Jeans mit Glückshalstuch (Danke Mami!) und meinem neuen Kettenanhänger in Form eines Kleeblatts (Vielen Dank an meine Mädels- ich bin immernoch gerührt!) . Haare geschlossen, zumindest am Anfang- wenn ich sie mir raufen muss, sind sie schnell offen!
Gute, angespannte Laune und viel Mut!
Liebe Leidensgenossinnen und Leidensgenossen,
bald ist es soweit: wir sind kurz davor unseren großen Coup zu vollenden! Seit heute früh sehe ich allem wieder mit viel Mut entgegen! Beim Joggen hatte ich nämlich die “Begegnung der dritten Art”. Normalerweise laufe ich mit Musik in den Ohren und konzentriere mich eigentlich auf den Beat. Heut war ich so aufgeladen, dass ich vollends im Einklang mit der Natur laufen wollte. Vorbei an Giraffen, die mich sonntags morgens schon zum Schmunzeln gebracht haben- denn wo läuft man in der Früh Giraffen über den Weg? Im Leipziger Rosental! Unser Zoo in Leipzig hat nämlich ein Zoofenster im Park. Ein wahres Erlebnis ohne Aufpreis! Einfach so!
Als ich den asphaltierten Streckenabschnitt passiert hab, waren wie fast immer bunte Kreidebilder von Kindern am Boden. Wie gesteuert bin ich einmal um die Malereien rumgelaufen und hab gelesen und traute dabei meinen Augen kaum: “Nur Mut, mit Hilfe von Gott wird alles gut” – von Hanna H.- ich habe keine Ahnung, wer sie ist, vielleicht werde ich es auch nie rausfinden, aber vielen Dank dafür- seitdem bin ich wesentlich ruhiger!
Joggen am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen- vorm Hammerexamen und auch sonst!
Eigentlich wollte ich ausschlafen, weil heute mal ausnahmsweise die Bauarbeiten vor meiner Haustüre ruhen und ich bis Mitte Mai nur am Sonntag ausschlafen kann! Aber gerade heute kann ich nicht mehr schlafen. Zumindest kreisen meine Gedanken, ob ich will oder nicht, um Fragen, Antworten, Punkte, … und es gilt meinen Körper und meine Gedanken auf einem mittleren Erregungslevel zu halten! Also, Musik laut und ready to go …
Ansonsten werde ich heute den verbliebenen Rest der Sammelkörbe zu Ende kreuzen und bei einer meiner Lieblingsleidensgenossinnen noch leichte Kost durchblättern! Keinen Hardcore Stoff mehr, eher nochmal softe Wiederholung.
Allen wünsche ich somit einen “mittel erregten” Sonntag!
Eure Jenny
Ihr Lieben,
Mein Erfolgsrezept für eure letzten Tage besteht aus nur einer Zutat: Vertrauen.
Lasst den Zweifler ruhig mal zu Wort kommen, aber lasst ihn auch wieder los. Vertraut euch! Und auch wenn die Anspannung bis zum Himmel steigt und der Appetit ozeantief sinkt, vertraut euch!
Das alles ist Teil des Curriculums. Nicht des medizinischen, sondern des größeren.
Wissen ist wichtig, doch Vertrauen ist es auch.
Darum behandelt euch wie ein neues Auto und vertraut euch!
Ich wünsche euch allen alles Gute und maximale Erfolge,
Euer Matthias
Liebe Frühlingsstexlerinnen und Frühlingsstexler,
langsam fällt es mir schwerer, mich adäquat auf die bevorstehenden drei Tage vorzubereiten. Mein Körper schwächelt und mein Hirn scheint kurz vor der Kapitulation! Meine engen Jeans rutschen von den Hüften und meine Rundungen sind verschwunden! So wenig auf den Rippen hatte ich zum letzten Mal im schlimmsten Liebeskummer ever! Warum schlägt mir das so auf den Magen- naja, worauf eigentlich sonst? Fast jeder von uns hat bestimmt zur Zeit mit irgendwelchen Problemchen oder Wehwehchen zu kämpfen: Sei es Ein- oder Durchschlafstörungen, ungewollte Gewichtszu- oder abnahme, nervösen Tics oder unkontrollierbarer Laune. So ist das in der Prüfungsvorbereitung. Froh bin ich noch, dass es mich erst so spät erwischt hat! Andere kämpfen schon länger mit ihren Ängsten.
Gerade heute früh habe ich in unserem Studenten Journal einen Artikel über Prüfungsangst gelesen (Vgl. www.uni-leipzig.de/journal). Es ist eben Teil einer Prüfungsleistung, sich dem Stress einer Prüfung zu unterziehen und auch psycho-nervale Anstrengungen zu bestehen.
Wichtig ist zu wissen, dass keine Leistung erbracht werden kann, wenn eine Untererregung besteht, bei mittlerer Erregung gute bis sehr gute Leistungen möglich sind und die Leistungskurve bei Übererregung wieder abfallen kann, so Prof. Dr. Reschke von der Abteilung der Klinischen Psychologie der Universität Leipzig.
Zumal wie bedenken sollten, dass wir vielleicht in ein paar Monaten keine imaginären Fälle lösen müssen, sondern Patienten helfen müssen. Und von Vorteil wäre da eine ein kühler Kopf!
Aus diesem Grund versuche ich mein Nervositätslevel im mittleren Bereich zu halten- wie ich das mache, frage ich mich manchmal selbst? Familie und Freunde, die einen aufbauen und ablenken (Vielen Dank an dieser Stelle an alle Mediziner und Nicht-Mediziner, an alle im In- und Ausland!), viel Gute-Laune-Musik (je nach Geschmack), frische Luft, wenn es meine körperliche Verfassung zulässt, eine Runde im Park, und (wenn möglich) Sonne! Auch meine Gedanken in diesem Blog festzuhalten hilft mir dabei! Nur nicht in die Übererregung abdriften!
Eine genaue Planung für den bevorstehen Dienstag gibt zusätzlich einen Hauch mehr Sicherheit- wann müssen wir uns auf den Weg zum Ort des Geschehens machen, was dürfen wir nicht vergessen, wie gestalten wir unseren ersten Hamerexamensmorgen… ? Dazu allerdings erst morgen mehr!
Der Startschuss ist nicht mehr weit! Nur noch ein Wochenende liegt zwischen den 320 vielleicht entscheidenden Fragen unseres Lebens. Allerdings, wenn ich es mir recht überlege, gibt es da noch wichtigere Fragen: “Willst du mich heiraten?” zählt bestimmt zu den entscheidenderen Fragen! Aber nun mal Spaß beiseite. Meine Kreuztechnik, die ich mir immer wieder bekräftigen muss (trotz bereits ca. 10.000 gekreuzten Fragen in vier Monaten harter Vorbereitung), basiert auf folgenden 12 Punkten:
- Lies den Text genau und unterstreiche die entscheidenden Fakten!
- Lies die Frage genau – was will das IMPP überhaupt wissen???!!!
- Genau hinsehen, ob der erste Gedanke als Antwortmöglichkeit angeboten wird!
- Wenn JA, (höchstwahrscheinlich) richtige Lösung!
- Wenn NEIN, Antwortmöglichkeiten einzeln durchgehen und mit falsch, ??, oder richtig markieren!
- Der erste Gedanke ist (zumindest bei mir) oft der richtige!!!
- Vertraue auf dein Bauchgefühl- (mein Bauch weiß mehr als mein Hirn)!!!???
- Verstricke dich nicht in langen Gedankengängen, denn dann beantwortest du die Frage falsch!!!
- Entscheide dich und setze dein Kreuz! Bei absoluter Unsicherheit und nur im äußersten Notfall kann evtl. später zur Frage zurückgekommen werden.
- Sofort in den Lösungbogen übertragen – so vermeidest du Übertragungsfehler!
- Keine Verbesserungen nach längerem Nachdenken – das geht schief!!! Erinnere dich dabei ans Physikum!!
- Jeder warnt und weiß: Keine Korrekturen, auch wenn es schwer fällt – vielleicht werden 2 von falsch zu richtig, dafür 5 von richtig zu falsch…
Vielleicht habt ihr ähnliche Pläne, die ihr in die Tat umsetzen wollt! Lasst es uns wissen!
Lange hat sie nun euch und mich durch die Lernphase begleitet: Die 3 Stexdose Fragezeichen oder kurz unsere geliebte D3SDFZ!!! Fast täglich haben wir nach Hinweisen für Diagnose, Symptom, Syndrom oder Medikament gesucht. Ich hoffe, dass sie euch mindestens genauso viel Spaß gemacht hat wie mir! Vielen Dank, an die Leidensgenossen, die kommentiert haben und vielen Dank an die, die “still und heimlich” gelesen und mitgemacht haben. In der Hoffnung, dass vieles davon in unseren Köpfen hängen geblieben ist…
Zum Abschluss möchte ich euch noch folgende D3SDFZ mit auf den Weg geben:
- Was sind zwei Chirurgen und ein EKG???
- Wie deutet ein Urologe ein EKG???
- Was ist der Unterschied zwischen Chirurgen, Internisten, Pathologen und Psychiatern???
Viel Spaß mit der “letzten” D3SDFZ!!!
Eure Jenny
Aufgestanden nach einer langen, schlaflosen Nacht. Übelkeit schon in der Früh. Mich ansehnlich hübsch gemacht. Lassis für meine lieben Leidensgenossen und mich besorgt. Nur noch einen Anwohnerparkplatz erwischt. Zu spät in der Bibliothek gewesen. Innere, genauer Endokrino, wiederholt. Den Eindruck gehabt, dass ich nichts weiß. Expressfälle in Urologie und Chirurgie gelesen. Ohne Konzept durch den Tag. Zum Mittag gab es Salat und Bionade. Glücklicher hat mich das nicht wesentlich gemacht. Rheuma überflogen und mir eingebildet, was davon alles dran kommen kann. Abgeschlossen. DVD gestartet und alle falschen Fragen von 04/08 gekreuzt. Lief super. Kein Wunder, die Fragen sind in meinem Gedächtnis. Zu früh aus der Bibliothek geflüchtet. Auto mit Strafzettel signiert. Gefrustet nach Hause. Keine Unterlagen mehr angerührt. Dafür gab es Spaghetti mit Pesto und TV.
So ein Tag wie heute- bitte nicht mehr vor Dienstag!!!
Die Lust zu Lernen schwindet. Die Kraft auch. Meine Nahrungsaufnahme lässt nach und der Stressfaktor steigt. Keine Panik, bald ist es vorbei!!! Aber vorher geht es erst noch richtig los… am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag!!!
Uns allen weiterhin Kraft und Durchhaltevermögen für die letzten Tage. Dranbleiben – ein Ende ist in Sicht!
Geschafft! Zumindest alle Hammerexamina sind durchgekreuzt und auch alle “Alten’” bestanden! Das gibt ein beruhigendes Gefühl und bildet eine solide Basis! Allerdings wird die hammermäßig, verzeiht meine Wortwahl, beschissene DVD zum Wiederholen der falschen Fragen genutzt, die ich nun jeden weiteren Morgen durchklicke! Mittags wird mein Programm kurzerhand abgeändert: ich lese jeden Tag und ca. 10 Fälle quer Beet. Dieses reine Wiederholen und Lesen bereitet mir wortwörtlich Kopfschmerzen! Es muss auch so gehen! Zum Thema DVD: sie hat mich fast den letzten Nerv gekostet! Abgesehen von den mannigfaltigen Rechtschreibfehlern, wurden mehrere Fragen als falsch gewertet, die eigentlich richtig waren, Falltexte teilweise nicht angezeigt, die Laborreferenzliste zu den Fällen konnte ich nie aufrufen und zu guter Letzt musste ich den 3. Tag immer im Lernmodus kreuzen, weil nur Tag 1 und 2 im Prüfungsmodus angezigt wurden- mittlerweile kann ich nur noch den Kopf schütteln und schmunzeln über diese stümperhafte Anfertigung! Als ob der gemeine Hexler nicht schon ein genug schweres Leben hätte, wird einem dadurch der Lernalltag noch mehr vermiest! Naja, bald ist es hoffentlich geschafft und ich hoffe, dass ich dann diese DVD nie wieder benutzen muss!
Privat gibt es zu vermelden, dass mein kleiner Bruder den Sprung aus dem elterlichen Hause gewagt hat- bin stolz auf dich und nochmal alles Liebe in den eigenen Vier Wänden! So rast die Zeit an uns vorbei, während wir uns den Kopf mit Medizin vollpumpen und hoffen, dass viel in den Tanks ist und bleibt! Da wird man ja fast melancholisch… aber bald ist es geschafft- durchhalten, durchhalten, durchhalten!!!
Der Countdown läuft… und ich fühle mich gerädert, ausgepowert und vollkommen fertig! Meine Knochen sind müde, meine Muskeln schmerzen wie nach einem Marathon (so stelle ich es mir zumindest vor) und mein Kopf scheint leer oder besser: überfüllt. Ein Detail reiht sich an das nächste. Der Lagerist meines Gedächtnisses hat schon längst gekündigt und ich habe bisher keinen neuen für diesen mies bezahlten Job gefunden!
Das Osterwochenende war einfach ein paradiesisches Lernen. Auf Grund der über die Feiertage geschlossenen Bibliothek mussten wir unser Lernen nach Hause verlegen. Getroffen haben wir uns als “Hasenbande” morgens: Jede hat ihren Examenstag weggekreuzt und ein bissl geschmöckert, dann gab es lecker Mittagsessen (Mädels, falls das mit der Medizinerkarriere nichts wird, werden wir ein Gourmetrestaurant eröffnen) und dann wurde in praller Sonne auf dem Balkon gelernt! Zwischendurch gab es lecker Eis, um einen kühlen Kopf zu bewahren- so habe ich mir die perfekten Lerntage vorgestellt! Abends wurde natürlich hin und wieder abgechillt
Danke, dass ich dieses himmlische Lernen erleben durfte!!!
Dementsprechend gefrustet, saß ich heute früh wieder zwischen den verstaubten Büchern der Bibliothek über dem Examen 04/09 und klickte vor mich hin. Als dann auch noch die elektrischen Jalousien uns die ersten Sonnenstrahlen verwehrten, war meine Laune vollends dahin! Ein ungutes Gefühl sagt mir auch noch, dass alles, was ich mir momentan mit Gewalt noch in die Hirnwindungen quetsche, irgendwo etwas anderes herauspresst! Zur Mittagspause steigerte sich meine Laune rapide, als wir auf einer Wiese die Sonne genießen konnten! Dieses strahlende Etwas stärkt meine mentale Verfassung doch enorm- und so freue ich mich schon auf die Zeit nach dem Examen. Komme was wolle- ich werde auf einer Wiese abchillen, bis die Sonne und ich keine Lust mehr haben- und nicht, bis meine Bücher immer lauter rufen!!!
Und um diesem Ziel, quäle ich mich die nächsten Tage aus dem Bett in die Lernhölle- denn in einer Woche beginnt der Spuk… und ist schon fast wieder vorbei!
Also, dann geben wir mal Vollgas in den nächsten Tagen- denn jeder gute Läufer joggt ja auch nicht ins Ziel, sondern sprintet!!!



















