Trauma

Hallo Leute,

es folgt die Auflösung unserer TOP TEN Basics der Chirurgie– damit die mündliche Prüfung kein Trauma wird: zwar scheinen die Fragen nach Basics sehr einfach, aber manchmal fällt es doch schwer kurzfristig und schnell eine Definition an den Mann oder die Frau zu bringen!

  1. Was ist eine Fraktur und was sind unsichere und sichere Frakturzeichen?
    • Fraktur bedeutet wörtlich übersetzt Bruch und ist eine Kontinuitätsunterbrechung eines Knochens unter Bildung einzelner oder mehrerer Fragmente mit oder ohne Dislokation.
    • Unsichere Frakturzeichen sind Hämatom, Schwellung, Schmerz, Functio laesa.
    • Sichere Frakturzeichen sind Krepitation, groteske Achsenverschiebung, abnorme Beweglichkeit, offene Fraktur, röntgenologischer Nachweis einer Fraktur.
  2. Was ist die häufigste Fraktur des Menschen?
    • Colles-Fraktur, ist eine distale Radiusfraktur und entsteht bei einem Extensionstrauma.
  3. Wie können Frakturen eingeteilt werden?
    • nach der AO-Klassifikation (Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese mit Sitz in Davos): berücksichtigt wird die Nummerierung der Körperregion: 1 ist Humerus, 2 Radius und Ulna, 3 Femur, 4 Tibia und Fibula, 5 Wirbelsäule, 6 Becken, 7 Hand, 8 Fuß, 9 Schädel und Mandibula; die Positionierung innerhalb der Region: 1 proximal, 2 diaphysär, 3 distal; weiter geht es mit A-C wie folgt: A für einen einfachen Bruch, B steht für einen Keilbruch, C für eine komplexe Fraktur im Rahmen von Schaftfrakturen, bei Gelenkfrakturen steht A für extraartikulär, B für partielle Gelenkfraktur und C für eine vollständige Fraktur.
  4. Welche Komplikationen bergen Frakturen an sich und worin bestehen postoperative Gefahren?
    • Störungen von DMS, Infektion, Osteomyelitis, Kompartementsyndrom, Fettembolie, Pseudarthrosen, Arthrosen, Mb. Sudeck bzw. CRPS
  5. Wie wird ein Polytrauma definiert?
    • Ein Polytrauma wird definiert als mehrere gleichzeitige Verletzungen verschiedener Körperregionen, von denen mindestens eine Verletzung oder die Kombination der Verletzungen lebensbedrohlich für den Patienten sind (Definition nach Tscherne).
  6. Was ist ein Akutes Abdomen und welche DD gibt es?
    • Das Akute Abdomen ist eine akute Manifestation von Erkrankungen des Bauchraums und solchen, die sich in den Bauchraum projizieren, zügig diagnostiziert und therapiert werden müssen. Verursachend können sein: Entzündungen und/oder Perforationen und/oder Verschluss eines Hohlorgans, Durchblutungsstörungen, Intraabdominelle Blutungen, Trauma; extraabdominell können ursächlich sein: Myokardinfarkt, Pneumonie, Nierenkolik, Niereninfarkt, Adnexitis, EU, Diabetes mellitus, Diskusprolaps u.v.m.
  7. Was ist ein Abszess, ein Empyem, eine Phlegmone, ein Erysipel?
    • Abszess = eitrige Gewebseinschmelzung, die durch einen Granulationswall abgekapselt ist, meist durch Staph. aureus verursacht.
    • Empyem = Eiteransammlung in präformierter Körperhöhle, wie Gallenblase, Pleura, Gelenk, meist durch Staph. aureus verursacht
    • Phelgmone = diffuse, flächenhafte Entzündung der Kutis/ Subkutis ohne Membran- oder Kapselbildung, meist verursacht durch Streptokokken am Handrücken oder in der Hohlhand in Form einer „V-Phlegmone“
    • Erysipel = Wundrose, scharf abgegrenzte flammende Rötung mit AZverschlechterung, Fieber, Schmerzen, verursacht durch Streptokokkus pyogenes
  8. Was unterscheidet die primäre von der sekundären Wundheilung?
    • Primäre Wundheilung: Verschluss glatter Wundränder bei gut durchblutetem Gewebe, ohne Fremdkörper, Infektionen und bei keinen Gewebsdefekten. Die Versorgung sollte primär innerhalb der ersten 6-8 Stunden erfolgen.
    • Sekundäre Wundheilung: offene Wundheilung, bei Wunden, die nicht primär verschlossen werden können. U.a. bei infizierten Wunden, großen Defekten, tophischen Störungen, Bisswunden und Wunden, die länger als 8 Stunden (in Ausnahmefällen 12 Stunden) bestehen.
  9. Wann werden Fäden entfernt?
    • an den Extremitäten und am Stamm am 8.-10. Tag und im Gesicht nach 3-5 Tagen.
  10. Wie werden Verbrennungen klassifiziert und behandelt?
    • Grad 1: Rötung und leichte Schwellung der Haut, Schmerzen, Epidermis betroffen, vollständig reversibel
    • Grad 3: Blasenbildung, starke Schmerzen, Epidermis und Dermis betroffen, bei 2a vollstädnige Heilung, bei 2b mit Narbenbildung
    • Grad 3: Nekrosen, keine Schmerzen, da Nervenendigungen zerstört sind. Dermis und Subkutis betroffen, irreversible Schäden
    • Grad 4: Verkohlung, keine Schmerzen, alle Hautschichten, einschließlich der darunter liegenden Knochen/Faszien, irreversibel
    • Therapie: Kühlung, Volumensubstitution, Therapie von Sepsis und MOV, chirurgisch: Escharotomie, Debridement, Nekrosenabtragung; plastische Operationen zu späterem Zeitpunkt
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Staatsexamen Medizin: Chirurgie für die mündliche Prüfung, Teil II, 4.9 out of 5 based on 17 ratings

1 Kommentar zu “Staatsexamen Medizin: Chirurgie für die mündliche Prüfung, Teil II”

  1. Hallo Jenny,
    ich bin eifrige Stexdosenleserin und möchte mich nun mal endlich bei Dir für Deine tollen Beiträge bedanken. Im ganzen Lernstress macht es in den Pausen immer wieder Spaß auf Eure Seite zu schauen und Interessantes zu entdecken – auch wenn mich dieses enorme Wissen oft erschlägt ;), aber solche Zusammenfassungen sind toll und hilfreich.
    Nur noch ein paar Wochen und wir haben es endlich geschafft.
    Bis dahin freue ich mich über täglich neue Erkenntnisse.
    Danke und liebe Grüsse aus dem Rheinland!
    Jeannine

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