tongue

Die Zunge ist unser Spiegel des Inneren oder so ähnlich: denn sie kann in allen Farben und auch Formen imponieren und in der klinischen Untersuchung schon ein kleiner aber nicht unwichtiger Hinweis auf die Diagnose sein:

– trocken: Exsikkose
– grau-weiß: nach längerer Nahrungskarenz
– grau belegt: Anazidität
– weiß belegt: u.a. Munsoor (wegwischbar), Leukoplakie (nicht wegwischbar)
– Himbeerzunge: Scharlach
– Erdbeerzunge: Kawasaki-Syndrom
– Lackzunge: Leberzirrhose (auch Lacklippen)
– blau: zentrale Zyanose, Zyanose durch Polyglobulie
– atrophisch-rot (mit Brennen): perniziöse oder Eisenmangelanämie, muskuläre Atrophie
– vergrößert: Down-Syndrom, Akromegalie, Myxödem, Amyloidose
– Fibrillieren: u.a. AML

Als Lingua geographica zeigt sie sogar ganze Landkartenzüge von Europa oder Übersee!

Also, immer schön die Zunge rausstecken lassen!

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Die Zunge im Hammerexamen und was sie uns über den Patienten verrät, 4.9 out of 5 based on 11 ratings

3 Kommentare zu “Die Zunge im Hammerexamen und was sie uns über den Patienten verrät”

  1. Brennen kann die Zunge in übrigen auch – Glottitis atrophicans Hunter(glatte rote Zunge) bei Vitamin B12 – Mangel

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  2. Sehr gut! Schön, dass es solch aufmerksame Leser gibt mit solch cleveren Beiträgen- weiter so!

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  3. Faszikulieren: ALS

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