von Jenny am 10. März 2009

game over

Heute es es mir, wie die Gamecuber unter uns sagen würden, Game over! Meine Muskel schmerzen, meine Wirbelsäule ist versteift, mein Kopf hält sich kaum noch auf dem Hals, und trotzdem halte ich noch schnell meine Gedanken fest. Heute war zwar ein erfolgreicher Tag, aber auch ein hart umkämpfter. Ausgezogen, um die Menschheit zu retten (oder mich erstmal durchs Examen zu boxen), bin ich wie der kleine Superheld Mario, ohne seinen Bruder Luigi im Rücken, sondern mit meiner tapferen Kollegin und Freundin, über Hindernisse zu Bibliothek gelangt. Habe mich durch die pädiatrischen Examina gekämpft, an bösen Viren und Bakterien vorbei, habe fiese Hautausschläge bekämpft und Gott sei Dank die Mehrzahl der Diagnosen richtig erkannt. Die Kinder sind wohl auf und frisch geimpft! Leider gab es (wenn auch wenige) Verluste zu verzeichnen. Kurzzeitig übers Di-George-Syndrom gestolpert und vom Wiskott-Aldrich-Syndrom niedergestreckt, machten wir uns nach einer kleinen nicht sehr wohlschmeckenden Pausenmahlzeit in der Mensa zu neuen Ufern aus. Auf mich wartete der dermatologische Drache. Mit den ersten Zügen durchschwamm ich den Bruggraben ohne Probleme und der erste Kaffee stärkte mich für die Endphase. Doch durch die gut- und bösen bösartigen Tumoren schleppte ich mich nur so durch und spürte schon die vorangegangenen Abenteuer in meinen Knochen. Letztenendes am Ziel angekommen, warteten noch Dermatologiexamina auf mich. Eine afrikanische Wurmerkrankung um 19.00 Uhr noch von einem Mb. Cushing zu unterscheiden ist nicht ganz leicht, aber noch durchaus machbar! Dafür bauten wieder bösartige Keratome einen Randwall zwischen mich und den Feierabend! Vorbei an den letzten Papeln und Pusteln dieses Tages- fast geschafft! Meine tapfere Mitkämpferin winkte schon mit dem Innere Fallbuch- und verpasste mir einen derben Hieb mit einer von mir übersehenen Deltawelle im EKG eines WPW-Syndrom! Zu diesem Zeitpunkt versuche ich mir einzureden, dass so etwas im Mündlichen einfach nciht gefragt werden darf! Als nächstes, ich kann mein Glück kaum fassen, wartet eine Patientin mit Reizdarmsyndrom auf mich, die ich liebevoll kurz vor meinem Feierabend gechillt nach Hause verabschiede! Zum Schluss rette ich noch einen armen Mann vor seiner Pneumonie, verabreiche ihm allerdings ohne Umschweife auf die besser geeigneten Cephalosporine, direkt ein Makrolid (es sind halt irgendwie meine LieblingsAB)- nun endlich, alle Bösewichte für heute in die Flucht geschlagen, waretn morgen wieder neue Monster und Drachen auf mich! Die nächsten Games werden schweißtreibend und unerbittlich! Die neurologischen Krankheiten bewachen ihre Patienten chronisch gut und an den pharmakologischen Monstern kommt man nur mit ganz besonders viel Mut vorbei. Somit bleibt mit keine andere Wahl: GAME OVER darf ich noch lange nicht sein!

Was soll ich sagen, meine hart umkämpfte Erkenntnis des Tages lautet:

„Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter!“

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Bewertung: 4.4/5 (7 Stimmen)
Lernen fürs Staatsexamen: GAME OVER?, 4.4 out of 5 based on 7 ratings

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