von Jenny am 20. Februar 2009

Colours

Die Magie der Textmarker
Ich glaube zu wissen, dass große Unternehmen, die Geld mit der Produktion von Textmarkern und anderen bunt färbenden Stiften verdienen, in unserer Examensvorbereitung ihre Maschinen in Nonstop Betrieb schalten.
Wenn man sich hin und wieder umsieht, sei es auf meinem eigenen Schreibtisch, in der Bib oder beim abendlichen gemeinsamen Lernen und Besprechen der Fallbücher, findet man nur noch selten Bücher oder Texte, die rein aus schwarzen Buchstaben auf weißem Grund bestehen! Überall springen mir bunte Farben entgegen, teilweise so leuchtend, dass es einen Unbeteiligten fast das Augenlicht kosten kann. Zusätzlich zieren bunte Muster die ohne hin schon fett gedruckten Überschriften!

Zu Beginn meines Studiums hieß es, dass das eine typische Mädchenmacke sei. Zugegeben wird es einem in Extrembeispielen teilweise schwindelig bei einer solch weiblichen Farbenpracht. Vor allem Pink scheint sehr beliebt. Mittlerweile schaffen es aber auch unsere männlichen Kollegen immer mehr ihre Bücher ins bunte Kunstwerke zu verwandeln. Dabei nutzen beide Geschlechter auffallend wenig blau- denn alle wissen, dass die blaue Markerfarbe schlecht übermalt werden kann und leicht auf der nächsten Seite immer noch zu sehen ist und somit das Markierte von S. 143, das Gesamtkunstwerk auf S. 144 ff. trüben kann.

Nun mal Spaß beiseite- warum geben immer wieder Geld für neue Farbe aus und machen uns die Mühe so vielfältig zu unterstreichen? Und warum taucht auch plötzlich die männliche Fraktion in diese Farbenvielfalt ein?
Denken wir, dass wir uns diese Dinge bunt besser merken? Hoffen wir, wenn wir die Seite beim Wiederholen aufschlagen, einen schnelleren Überblick gewinnen oder verschafft es uns einfach im ersten Moment ein schöneres und angenehmeres Lesen und Lernen als nur auf ein schwarz-weißes Papier zu blicken??

Wenn ich Freunde (oder mich selbst) frage gibt es die farbenprächtigsten Antworten:
Pink markiert ganz wichtig und granz Überschriften ab, grün wird vom IMPP gefragt und gelb ist so mittelwichtig. Bei mir selbst ist pink, oder auch orange (wenn die pink mal wieder ihren Geist aufgegeben hat) die Definitionen, Diagnosen und auch Symptomenkomplexe, gelb die Diagnostik und Therapie, grün ziert die Besonderheiten. So bleibt festzuhalten, dass ich meinen Herold unter 100 anderen wiedererkennen würde und auch niemand sonst mit meinen Markierungen klarkommen würde, wenn er ein anderes System für sich gewählt hat. Denn eines ist sicher, hinter jeder Farbkombination steckt, wenn auch nicht direkt erkennbar, ein System!
Weiterhin waren wir uns einig, dass man langsamer liest und nicht über den Text hinwegfegt und somit Details verloren gehen- wer markiert ist also zwangsläufig langsamer, erst recht, wenn die Farben gewechselt werden! Auch haben wir beschlossen, dass es nicht so langweilig ist, Fakten aneinandergereiht zu lesen, wenn man zwischendurch mal wieder etwas Farbe ins Spiel bringen kann!

Aber immerhin habe ich noch Freunde gefunden, die gänzlich ohne Farbe, zumindest in ihren Büchern, auskommen- schön, auch mal einfach wieder nur schwarz weiß zu sehen!
Wenn ihr eure Fabrgebung anders gestaltet oder doch lieber schwarz weiße Fakten lernt, schreibt uns!

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Lernen in bunt oder schwarz auf weiß?, 4.5 out of 5 based on 10 ratings

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