It's about rules and strategy

Herzlich Willkommen zum zweiten Artikel der Serie: „Der Weg zum Gipfel – Wie lerne ich für das Hammerexamen?“.

Auf Schritt Eins, der sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition mit der Frage: WARUM lerne ich? folgt heute Schritt Zwei mit der großen Frage nach dem WIE? Gesucht wird nicht irgendeine Lernstrategie, sondern

DEINE Lernstrategie

Eine Lernstrategie ist so individuell wie die STEXler.
Faktoren wie Ziel, Vorwissen, Stresstoleranz, Charakter oder schlicht der Ort, an dem wir studieren, erklären, dass es Lernstrategien gibt wie Sand am Meer. Trotzdem erscheinen sie mir unvollständig, denn sie fußen samt und sonders auf einer einzigen Säule, nämlich der Erfahrung vergangener Generationen. Dabei vergessen sie eine wesentliche Komponente: Dich! Die Suche nach der optimalen Lernstrategie beginnt aus meiner Sicht nicht bei Google. Sie beginnt bei dir. Sie ist die weise Mischung aus Erfahrung und Ideen und darum niemals universell.

Der Zweck dieses Posts besteht darin, BEIDEN Komponenten Beachtung zu schenken.
Im ersten Teil skizziert er einen Fahrplan, welcher zu der bisher schwer vernachlässigten Komponente führt, einen Plan, den ich gehen würde, säße ich auf deinem Platz.
Im zweiten Abschnitt möchte ich noch eine kleine Portion Insiderwissen weitergeben, die Jeder auf der Suche nach der „perfekten“ Lernstrategie gut gebrauchen kann. Beide Abschnitte lassen Raum für Dialoge und Ergänzungen und beharren keineswegs auf Vollständigkeit.

Wie finde ich die Lernstrategie, die am besten zu mir passt?

Eine gute Idee findet man am besten, wenn man viele zulässt. (Linus Pauling)

Ich möchte dich einladen mich live im folgenden Prozess zu begleiten und ihn für dich auszuprobieren.

Gehen wir davon aus, du hast ein für dich sinnhaftes, klares und präzises Ziel formuliert, aufgeschrieben und dir seine Erfüllung in allen Facetten vorgestellt. Die Zukunft steht nun deutlich vor deinem geistigen Auge, in dir lebt eine Vision.
Der nächste, kluge Schritt besteht in der Klärung deines Startpunktes. Im Folgenden einige Fragen, die dir helfen können. Bitte lies sie einfach einmal durch, jedoch ohne dir groß Antworten zu Recht zu legen:

  • Was weiß ich über das Hammerexamen?

Auf welche Themen wird Wert gelegt?
Wieviel Zeit habe ich zum Lernen?
Wie werden die Fragen gestellt?

  • Wie ist mein Vorwissen?

In welchen Fächern bin ich fit?
Wo habe ich Defizite?
Was habe ich schon mal gekreuzt?
Was langweilt mich zu Tode?
Was macht mir riesigen Spaß?

  • Was bin ich für ein Typ?

Mag ich kreuzen oder lese ich lieber?
Lerne ich gut durchs Schreiben oder Skizzieren?
Liegt im Hören meine Stärke (Vorlesungen)?
Bringen mir Videos oder Animationen etwas?
Bin ich Lerche oder Eule?
Wie arbeite ich unter Druck?
Wie toleriere ich Stress?
Wie ist meine Ausdauer?
Kann ich mich disziplinieren?

Ok. Was nun folgt, ist ein, nein, DEIN Gehirngewitter, auch Brainstorming genannt. Nimm dir einen Zettel, stell einen Timer (z.B. im Handy) auf 15 Minuten und lass deinen Verstand frei und ungezwungen loslegen. Schreib einfach Alles auf, was dir zum Thema Hammerexamen, den oben genannten Fragen und deinem Ziel einfällt. Jeweils ein Wort genügt. Zunächst wird jeder Geistesblitz urteilsfrei zu Papier gebracht. Es geht um Quantität, nicht um Qualität. Schlechte Einfälle oder eine optimale Anzahl gibt es nicht.
Und Aktion.

Fertig? Wunderbar.

Nun gibst du deinen Notizen noch eine gewisse Struktur. Dabei kann beispielsweise eine Gehirnkarte, auch MindMap genannt, hilfreich sein. Oder du hebst farblich hervor, was dir wichtig erscheint. Es geht wirklich nur darum, diesen Salat von Einfällen „scannbar“ zu machen.
Ziel des Ganzen ist es, deinem auf das Ziel ausgerichteten Verstand die Chance zu geben, frei Ideen zu produzieren. Diese Ideen sind die Seele der ersten Komponente einer optimalen Lernstrategie, die von innen nach außen geht.

Wenn du soweit durchhalten konntest, belohnt dich Abschnitt Zwei dieses Artikels jetzt mit Hinweisen, die du unbedingt in deine Planung einfließen lassen solltest, mit

Insiderwissen, das jede Lernstrategie gut gebrauchen kann – 5 Punkte:

  1. Lern das Richtige!
  2. Nutze deine Zeit!
  3. Und deine Sinne!
  4. Gründe eine Lerngruppe!
  5. Lass los!
  • Lern das Richtige!

In jedem Fall solltest du deine PJ-Fächer intensiv bearbeiten. Mit „intensiv“ meine ich, die wichtigsten und prüfungsrelevantesten Krankheitsbilder sicher drauf zu haben. Daneben liefert die Fächergewichtung der letzten Examina eine wertvolle Orientierung. Fakt ist: Je besser du abschneiden möchtest, umso intensiver musst du lernen. Kreuz viel (mind. die vergangenen zehn Examina) und lies nach (in Büchern, die dir liegen oder die du kennst). Als Einstieg in ein Thema kann ich Wikipedia-Artikel empfehlen, auch wenn jetzt einige Professoren die Hände über ihren Köpfen zusammenschlagen. Wichtig ist, dass du erst einmal durchkreuzt und dann nachlernst. So lernst du das Richtige, nämlich im ersten Schritt das wirklich Prüfungsessentielle und erst im zweiten das, was du zu „gut“ bis „sehr gut“ brauchst.

  • Nutze deine Zeit!

Mehrere Monate erscheinen lang und das sind sie auch. Am Ende jedoch besitzt jeder Tag einen Wert. Nutze ihn, bewußt: Konzentrier dich stets auf nur eine Sache, vermeide Ablenkungen (Handy stumm, Messenger aus, Email-Benachrichtigung deaktivieren, Emails nur lesen, wenn du wirklich Zeit hast, kein zielloses Spiegel-Online-Stöbern, …) und arbeite kontinuierlich. Erstelle eine Tages– und Wochenstruktur, an die du dich immer wieder hältst und die genügend Raum lässt für Reflektion und Regeneration. Setze dir klare Tagesziele, die du aufschreibst und auf die du mit aller Kraft hinarbeitest. So ziehst du maximalen Nutzen aus deiner Lernzeit.

  • Und deine Sinne!

Auch wenn „Studium“ aus vorherrschender Sicht als ein stupides Erarbeiten von Fakten aus Büchern angesehen wird, sollten wir in meinen Augen unser gesamtes Repertoire menschlicher Fähigkeiten nutzen. Und das liegt in unseren Sinnen. Erstell eigene Audios, kreiere Gehirnkarten zu Krankheitsbildern oder Themen, nutze medizinische Animationen, Blogs oder Foren aus dem WWW oder mach dir eigene Lernnotizen mit Bildern, Audiodateien, Tabellen oder Links. Sei kreativ, spiel mit dem Stoff und lass dich über all deine Sinne von ihm begeistern. Verleih dem Lernstoff Leben und er belebt dich!

Mach das! Unbedingt. Such dir zwei bis vier Leute, die du gut kennst und die ähnliche Ziele verfolgen und Werte pflegen wie du. Trefft euch einmal pro Woche für einen Nachmittag, habt Spaß und nutzt die Zeit, bewusst: Konzentriert euch stets auf nur eine Sache, vermeidet Ablenkungen und arbeitet kontinuierlich. Sicher kostet es ein wenig Mühe sich aufeinander einzustimmen, doch das sind Investitionen mit unschlagbarer Rendite. Schließlich lernt man am besten etwas, wenn man es selber lehrt.

Ganz sicher kommen Tage, an denen sich dein Plan vom Freund in einen Feind verwandelt, einfach weil du ihn nicht schaffst. Den Tipp, den ich dazu aus reicher Erfahrung geben kann, ist erstens aufzuschreiben, wofür keine Zeit blieb, zweitens abzuhaken, was geschafft wurde und dann drittens den heutigen Plan mental loszulassen. Lass ihn einfach los. Ziel deiner Lernerei ist schließlich Inhalt, nicht Form. Darum vertrau deiner Arbeit und bleib beharrlich dabei. Und wenn es eine Zeit lang mal nicht so läuft, dann klebe nicht an ihr wie Kaugummi an einem Schuh, sondern nimm dir lieber den Tag frei. In einem Wort: Achte Positives, lass Negatives los und mach weiter. Sollte es dann wirklich mal gar nicht mehr gehen, fass dir ein Herz, nimm den Tag frei und mach mal mit Leib und Seele nichts. Keine Sorge, das ist ok.

Zusammenfassend bleibt mir zum Thema „Lernstrategie“ nur noch Eines zu sagen: Sie ist wichtig, denn sie gibt Struktur und Sicherheit. Sie bildet die Brücke, die dich vom Jetzt in die Zukunft leitet. Zu deinem Ziel. Was sie nicht kann, ist diesen steinigen Weg für dich zu gehen und ihn durchzuhalten.

Wie du das gut schaffst, verrät der nächste Artikel.

Bis dahin bist du mehr als willkommen mir zu verraten, was du über diesen Post denkst. Ich würde mich sehr freuen.

Vielen Dank!

Matthias

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Optimal lernen für das Hammerexamen: 2. Schritt - Die Lernstrategie, 4.6 out of 5 based on 10 ratings

2 Kommentare zu “Optimal lernen für das Hammerexamen: 2. Schritt – Die Lernstrategie”

  1. Hi lieber Matthias,

    habe eben deine Artikel hier gelesen , finde deine Anregungen hier klasse!

    Die Mediscriptbücher stehen nun in meinem Regal und lachen mich an 😉 , hab vielen Dank dafür.

    Werde bestimmt nochmal auf dich zukommen, wenn ich Rat brauche- du bist schließlich dort, wo ich noch hinkommen will !

    Ich wünsch dir ein ganz feines Wochenende.

    Viele Grüße

    Franziska

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