von Matthias am 28. Januar 2009

Liebe STEXler,

wer langfristig erfolgreich lernen möchte, kommt an einer wohl austarierten Balance zwischen Lern- und Erholungsphasen nicht vorbei. Ein ausgesprochen wirksames Instrument für letztgenannte ist aus meiner Erfahrung das kurze Nickerchen, der Nap.

Das „Warum sollte ich nappen?“ scheint mit dank der wirklich unzähligen, überzeugenden Artikel zum Thema „Nap“ und seinen positiven Effekten ausgezeichnet beleuchtet.
Dieser Post möchte darum die zwei wesentlichsten Fragen klären, damit ihr bereits in der Probephase (die ihr unbedingt machen solltet!) maximalen Benefit aus einem kurzen Nickerchen ziehen könnt:

1. Wann sollte ich nappen?

Das hängt von der individuellen Weckzeit ab. Addiert darauf ca. sieben Stunden und ihr erhaltet den Zeitraum, in dem ein Nap sein volles Regenerationspotential entfaltet. Steht ihr also zwischen 6.00 und 8.00 Uhr auf, wäre ein Nickerchen zwischen 13.00 und 15.00 Uhr eine sehr gute Sache. Und das passt auch ganz wunderbar in die postprandiale Müdigkeitsphase.

2. Wie lange sollte ich nappen?

Für einen „normalen“ Arbeitstag sind 20 Minuten optimal, da man dieses „Groggi-Gefühl“ vermeidet und sofort hellwach weitermachen kann. Personengruppen, die stark geistig tätig sind (Studenten, Programmierer, …) profitieren sehr von ca. 60 Minuten. Eine Dauer von über 90 Minuten besitzt keinen zusätzlichen positiven Effekt, da bereits alle Schlafphasen durchlaufen wurden.

Weltweit entdecken immer mehr Unternehmen den Nap als kraftvolle Komponente für mehr Produktivität und Arbeitszufriedenheit. Selbst in deutschen Firmen zeigen sich erste zaghafte Annäherungsversuche.
Nur die Medizin selbst tut sich schwer, mit beeindruckenden Ergebnissen.

Ich möchte es darum jedem Wissensarbeiter und vor allem jedem STEXler ans Herz legen, sich mutig diese halbe Stunde Zeit nehmen und zu sehen, was das bewirkt.

Wer noch ein wenig Überzeugungsarbeit oder Hintergrundwissen benötigt, dem sei folgendes Video von Dr. Sarah Mednick, Autorin von „Take a Nap! Change your life!„, wärmstens empfohlen.

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 von Matthias am 26. Januar 2009

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Liebe STEXler,

eine weitere Frage zum Hammerexamen bezieht sich auf die optimale Bücherwahl:

Wie sieht die richtige Bücherwahl aus? Reicht „Das Hammerexamen“ oder sollte man besser ausführlichere Bücher wählen?

„Das Hammerexamen“ stellt eine nützliche Zusammenfassung wesentlicher und vor allem MC-relevanter Punkte dar. Es eignet sich also gut für einen Überblick oder um beim Kreuzen MC-nahe Punkte zu festigen. Darin sehe ich die Vorteile dieses Werks.

Die Nachteile liegen in meinen Augen zum einen in der relativen Oberflächlichkeit und zum anderen in seinem Bestreben, allen Fächern Platz zu bieten. Es ist ein Repetitorium, kein Lehrbuch. Sobald ihr etwas mehr in die Tiefe gehen möchtet, solltet ihr lieber auf euch bekannte Standartwerke zurückgreifen und darin Prüfungswissen nachlesen.

Hier ein kurzer Vier-Punkte-Plan, wie euch Bücher im Staatsexamen Medizin wirklich helfen:

1. An erster Stelle steht das Kreuzen. Verschafft euch einen Einblick in die relevanten Themen sowie euer Wissen.

2. Beginnt daran orientierend damit euer starkes Wissen zu festigen, bis das wirklich sitzt. Erst dann bearbeitet ihr eure Schwachpunkte. Dabei kann „Das Hammerexamen“ als Nachschlagewerk für jene Fächer dienen, die nicht zu den TOP-Sieben (Innere, Neuro, Chirurgie, Pädiatrie, Ortho, Pharma, Gyn) oder zu euren PJ-Fächern gehören. Darin findet ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit die gefragten Infos.

3. Für die TOP-Sieben (oder zumindest eure PJ-Fächer) solltet ihr auf Bücher zurückgreifen, mit denen ihr bereits im Studium gelernt und gute Erfahrungen gemacht habt. Mein Vertrauen genossen der Herold, Karow-Lang, Müller, Boenninghaus und diverse Checklisten. Lest in ihnen zielgerichtet die Krankheitsbilder nach, die immer wieder gefragt werden. Es verschaffte mir einfach ein angenehmes Gefühl, die wichtigen Dinge in Standardwerken nachzulesen.

4. In der Phase kurz vor der schriftlichen Prüfung lohnt es sich die Hammerexamina im Buch zu kreuzen. Das liegt näher an der Realität und entspannt Bildschirm-geplagte Augen.

Noch ein Punkt zum Schluss: Je mehr Bücher ihr nutzt, um so mehr Fakten warten auf euch, dabei oftmals unterschiedliche zu ein und demselben Thema. Viel hilft hier nicht unbedingt viel.
Darum mein Rat: Begrenzt euren Input auf maximal zwei Quellen parallel. Das ist völlig ausreichend und hilft euch, den Fokus zu behalten.

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 von Matthias am 22. Januar 2009

SPIEGEL-ONLINE entdeckt den „Orthotest“ der STEXDOSE:

Auch in Deutschland gibt es weitere hübsche Experimente. Auf seinem Blog Stexdose.de präsentiert der Mediziner Matthias einen gerappten „Orthotest“. Ein Auszug der Einheit zur Wirbelsäule:

Wirbelsäule Schober fünfter LWK, zehn kranial
weniger als vier ist ungesund, das merke Dir.
Wirbelsäule Ott siebenter HWK, dreißig caudal
weniger als zwo ist ungesund. Ach so?

Ein herzliches Dankeschön nach Hamburg für die freundliche Erwähnung!

-> Orthopädietests lernen – über die Ohren

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 von Matthias am 20. Januar 2009

Fast Twitched

Liebe Stexler,

sechs Monate sind vergangen, seitdem die STEXDOSE als erster eigenständiger Blog zum Hammerexamen das Licht der Bits und Bytes entdeckte. Niemals hätte ich geglaubt, ihn dort zu sehen, wo er heute steht.

Nun ist es an der Zeit, den STEXDOSE-Staffelstab denjenigen von Euch zu geben, die Ihr Hammerexamen noch vor sich haben und LIVE davon berichten wollen.

Gesucht werden hochmotivierte STEXler, die gerade jetzt über ihrer Vorbereitung zum Examen 4/2009 schwitzen. Die STEXDOSE stellt die Plattform für eure Erfahrungen zum Hammerexamen 4/2009.

Die Grundsätze sind einfach: Ehrlichkeit, Respekt und Spaß. Alles andere liegt in eurer Hand!

Wer Interesse an diesem einmaligen Abenteuer verspürt, möge sich bitte bis zum 31. Januar 2009 bei mir melden!

 von Matthias am 19. Januar 2009

THAT is the question... mark!

Liebe STEXler,

in den vergangenen Tagen flogen einige sehr interessante Leserfragen bei der STEXDOSE ein, die ich gern aus meiner Sicht beantworte. Jede Frage erhält einen kurzen Artikel, der euch auf einen Blick die Antworten bieten soll. Bitte fühlt euch frei und schreibt mir, falls trotzdem etwas unklar bleibt.

Euer Matthias

Die Masse an Stoff erscheint überwältigend groß. Man weiß nicht, wie man den Beginn meistern soll.

1. Klares Ziel

Das Wichtigste vor allem ist ein klares und präzises Ziel, welches heraus, aber nicht überfordert. Es muss die Macht besitzen, euch jeden Tag an den Schreibtisch zu ziehen. Warum lernt ihr? Was möchtet ihr am Ende erreichen? Was ist euer Ziel?

2. Kleine Häppchen

Teilt die Fragen- und/oder Seitenzahl auf in kleine, gleichmäßige Häppchen pro Tag. Fokussiert diese kleinen Schritte und lernt sie beharrlich, einen nach dem anderen.

3. Erstes Fach: Innere

Es ist sinnvoll, die großen Steine zuerst in den Kopf zu bringen. Die Innere bietet sich dazu an, da sie im Grunde in allen anderen Fächer eine wichtige Rolle spielt.

4. Orientierung Fächerverteilung

Danach kann man mit den PJ-Fächern fortfahren oder sich an den Fächerverteilungen der letzten Jahre orientieren und sie in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit abarbeiten.

5. Anfangen. Jetzt!

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 von Matthias am 15. Januar 2009

The Mechanic Eye

Herzlich Willkommen zum dritten und damit letzen Teil der Serie: „Der Weg zum Gipfel – Wie lerne ich für das Hammerexamen?“

Nach Zieldefinition und Lernstrategie soll dieser Post jene Komponente der Vorbereitung beleuchten, von der wirklich Alles abhängt. Es ist:

Der Augenblick

Ziel der folgenden Zeilen ist es, euch zu befähigen, jede intensive Lernzeit und besonders die des Hammerexamens optimal zu nutzen, ohne dabei ständig zwischen Ablenkung, Trägheit und Arbeitswut hin und her zu pendeln. Dabei stütze ich mich auf Erkenntnisse und Erfahrungen, die ich sammeln durfte und von denen ich hoffe, dass sie auch euch weiterbringen.

Erkenntnisse

Laut dem renommierten Hirnforscher Ernst Pöppel erleben Erwachsene Zeit in wachem und gesundem Zustand unbewusst in Drei-Sekunden-Fragmenten. Diese werden „semantisch verknüpft“, was dann kontinuierliche Zeit entstehen lässt, die uns unglaublich langsam oder rasend schnell vorkommen kann.
Nach ca. drei Sekunden zerfallen demnach unsere sogenannten Wahrnehmungsgestalten, ein Augenblick endet, ein neuer beginnt. Interessanterweise entspricht das auch dem durchschnittlichen Abstand zwischen zwei Lidschlägen bei einem gesunden Erwachsenen: Dem wörtlichen Augenblick.

Wir leben somit unbewusst in Fragmenten, die verknüpft werden und sich der gegenwärtig optimalen Signalverarbeitung im Gehirn anzupassen scheinen. Sind wir müde, blinzeln wir beispielsweise öfter. Wie ein extrem kurzer Neustart unseres Systems.

Drei Sekunden, nach denen unser Gehirn beinahe automatisch nachfragt, nach Neuem sucht, sich im Prinzip also selber ablenkt. Je aktiver unser Gehirn, desto stärker dieser Impuls. Tatsächlich kommt der Begriff des zerstreuten Professors nicht von ungefähr.

Die Erkenntnis dieser drei Sekunden erklärte für mich vieles.
In ihnen liegen das ganze Geheimnis und gleichzeitig größter Fluch und größter Segen: Dieser kurze Systemneustart nämlich erlaubt es uns, immer wieder zu beginnen. Wir haben tatsächlich die Wahl. Wir können uns immer wieder entscheiden, für oder gegen den Augenblick und damit für oder gegen unser Ziel. Egal, wie schlecht es LIEF, wie genervt wir oder wie mies die Umstände sind.
Tun wir das nicht, bekommen wir es erst mit, wenn vom x-ten Durchkauen der GOLD-Schweregradeinteilung  der COPD nicht viel hängen geblieben scheint und wir uns maßlos darüber ärgern.

Es steht und fällt also mit unserer Motivation, der Motivation bewusster Aufmerksamkeit als ein ständiges Ausrichten, ein ständiges Entscheiden für den neuen Moment. Immer wieder.
Im „Gegenzug“ erhalten wir Zugang zu einer schier unerschöpflichen Kraft, der Kraft des Augenblicks.

Ganz toll, Prof. Matthias. Und wobei hilft mir das?

Erfahrungen

Beherrsche deinen Geist, oder er wird dich beherrschen. (Horaz)

Der Clou an der Sache ist: Wir können diese bewusste Aufmerksamkeit trainieren wie einen Muskel, einen Muskel, der Zeit quasi aufhebt und uns völlig im Hier und Jetzt aufblühen lässt. Seine Kontraktion ist unsere Entscheidung für den Augenblick und gegen Ablenkung und Trägheit. Sie ist unsere Wahl, neu zu beginnen.
Darum möchte ich Jeden, der konzentrierter, produktiver und gleichzeitig gelassener arbeiten möchte, herzlich einladen diesen Muskel zu trainieren. Und auch wenn das irgendwie seltsam und ungewöhnlich daherkommt, bin ich von dem positiven Effekt dieses Trainings auf individueller, gemeinschaftlicher und sogar globaler Ebene fest überzeugt.

Wow! Wie trainiere ich diesen Muskel?

Als Trainingspartner dienen sämtlich repetitive „Aktivitäten“, willkürliche wie unwillkürliche.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es überaus sinnvoll sein kann mit kleinen Dingen zu beginnen. Der optimale Trainingspartner für den Anfang ist: Der Atem.

Die Atmung ist die einzige Körperfunktion, die wir teilweise willkürlich beeinflussen können, obgleich sie völlig automatisch immer wieder abläuft (erstaunlicherweise beträgt die Dauer eines Atemzugs in Ruhe ca. drei Sekunden).
Den eigenen Atem sanft zu spüren, zu beobachten, ohne absichtlich zu atmen oder irgendetwas zu forcieren, stärkt den Muskel, der uns die Kraft des Augenblicks eröffnet. Das für einige Minuten frühmorgens als eine Art Routine geübt, kann einen immensen Einfluss darauf haben, wie der ganze Tag läuft. Dabei geht es nicht um die Atmung. Es geht darum sich immer wieder neu für die bewusste Wahrnehmung des Atems zu entscheiden. Der Atem ist lediglich das Gewicht, mit dem wir bewusste Aufmerksamkeit trainieren.

Mit der Zeit wird unser Muskel so stark, dass auch andere Aktivitäten zu Trainingspartnern werden: Jogging, Lesen, Fahrrad fahren, Essen, Zuhören. Und dann geht es einem auf:
Es gibt nichts, was diesen Muskel nicht trainiert, ein wenig Disziplin vorausgesetzt: Lernen, Kreuzen, Sitzen, Gehen, Trommeln, … .

Und es gibt nichts, worauf dieser Muskel nicht positiv wirkt.

Darum mein Rat aus tiefstem Herzen: Trainiert ihn für acht Wochen und schaut, was passiert.
Höchstwahrscheinlich stärkt ihr euer Durchhaltevermögen, eure Auffassungsgabe und eure Disziplin und verweist Ablenkung, Trägheit und Arbeitswut auf die hinteren Ränge.

Als Wegzehrung gibt es nun noch 5 „Wenn-Dann-Strategien“, die mir täglich helfen produkiv zu sein. Diese in Kombination mit einem wachsenden Muskel der Entscheidung für den Moment, klar auf ein Ziel ausgerichtet und auf einer klugen Strategie ruhend, sind alles, was eine erfolgreiche Lernzeit braucht.

1. Wenn ihr anfangen möchtet mit lernen, dann …

– … lest euer Examensziel und schreibt die wichtigsten Tagesziele aus eurer Lernstrategie heraus auf einen Zettel.
– … legt alle nötigen Bücher bereit und startet die Programme auf dem Rechner.
– … stellt Tee und Studentenfutter (oder was auch immer) auf den Tisch.
– … schaltet Handy, Messenger und Email auf stumm und stellt euch einen Timer für die erste Lernphase.
– … legt los.

2. Wenn es nicht richtig voran geht, dann …

… fokussiert die allernächste physische Aktion, die euch weiterbringt und macht diese.

3. Wenn wirklich gar nichts mehr funktioniert, dann …

… macht eine Pause, steht auf, macht Stretching-Übungen oder seid so konsequent und nehm euch ganz frei. Ein Tag ist ok.

4. Wenn es stressig wird, dann …

… konzentriert euch auf die eine Aufgabe, die vor euch liegt und macht diese bewusst extrem langsam.

5. Wenn der Lerntag und die Lernwoche vorbei sind, dann …

… hakt auf dem Zettel ab, was ihr geschafft ab und freut euch darüber. Ihr habt gut gearbeitet! Am Ende der Lernwoche liefert euer Zettel mit den gesammelten Tageszielen den Beweis.

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 von Matthias am 10. Januar 2009

News Boy

Liebe STEXler und Jung-Ärzte,

wenn ihr euch fragt, wer hinter der STEXDOSE steckt, wie sie entstand, was bisher geschah und wie es weitergeht, findet ihr auf der neuen „über STEXDOSE.de“-Seite die gesuchten Infos. Brandaktuell.

Ich wünsche allen ein entspanntes Wochenende.

Euer Matthias

It's about rules and strategy

Herzlich Willkommen zum zweiten Artikel der Serie: „Der Weg zum Gipfel – Wie lerne ich für das Hammerexamen?“.

Auf Schritt Eins, der sinnhaften, klaren und präzisen Zieldefinition mit der Frage: WARUM lerne ich? folgt heute Schritt Zwei mit der großen Frage nach dem WIE? Gesucht wird nicht irgendeine Lernstrategie, sondern

DEINE Lernstrategie

Eine Lernstrategie ist so individuell wie die STEXler.
Faktoren wie Ziel, Vorwissen, Stresstoleranz, Charakter oder schlicht der Ort, an dem wir studieren, erklären, dass es Lernstrategien gibt wie Sand am Meer. Trotzdem erscheinen sie mir unvollständig, denn sie fußen samt und sonders auf einer einzigen Säule, nämlich der Erfahrung vergangener Generationen. Dabei vergessen sie eine wesentliche Komponente: Dich! Die Suche nach der optimalen Lernstrategie beginnt aus meiner Sicht nicht bei Google. Sie beginnt bei dir. Sie ist die weise Mischung aus Erfahrung und Ideen und darum niemals universell.

Der Zweck dieses Posts besteht darin, BEIDEN Komponenten Beachtung zu schenken.
Im ersten Teil skizziert er einen Fahrplan, welcher zu der bisher schwer vernachlässigten Komponente führt, einen Plan, den ich gehen würde, säße ich auf deinem Platz.
Im zweiten Abschnitt möchte ich noch eine kleine Portion Insiderwissen weitergeben, die Jeder auf der Suche nach der „perfekten“ Lernstrategie gut gebrauchen kann. Beide Abschnitte lassen Raum für Dialoge und Ergänzungen und beharren keineswegs auf Vollständigkeit.

Wie finde ich die Lernstrategie, die am besten zu mir passt?

Eine gute Idee findet man am besten, wenn man viele zulässt. (Linus Pauling)

Ich möchte dich einladen mich live im folgenden Prozess zu begleiten und ihn für dich auszuprobieren.

Gehen wir davon aus, du hast ein für dich sinnhaftes, klares und präzises Ziel formuliert, aufgeschrieben und dir seine Erfüllung in allen Facetten vorgestellt. Die Zukunft steht nun deutlich vor deinem geistigen Auge, in dir lebt eine Vision.
Der nächste, kluge Schritt besteht in der Klärung deines Startpunktes. Im Folgenden einige Fragen, die dir helfen können. Bitte lies sie einfach einmal durch, jedoch ohne dir groß Antworten zu Recht zu legen:

  • Was weiß ich über das Hammerexamen?

Auf welche Themen wird Wert gelegt?
Wieviel Zeit habe ich zum Lernen?
Wie werden die Fragen gestellt?

  • Wie ist mein Vorwissen?

In welchen Fächern bin ich fit?
Wo habe ich Defizite?
Was habe ich schon mal gekreuzt?
Was langweilt mich zu Tode?
Was macht mir riesigen Spaß?

  • Was bin ich für ein Typ?

Mag ich kreuzen oder lese ich lieber?
Lerne ich gut durchs Schreiben oder Skizzieren?
Liegt im Hören meine Stärke (Vorlesungen)?
Bringen mir Videos oder Animationen etwas?
Bin ich Lerche oder Eule?
Wie arbeite ich unter Druck?
Wie toleriere ich Stress?
Wie ist meine Ausdauer?
Kann ich mich disziplinieren?

Ok. Was nun folgt, ist ein, nein, DEIN Gehirngewitter, auch Brainstorming genannt. Nimm dir einen Zettel, stell einen Timer (z.B. im Handy) auf 15 Minuten und lass deinen Verstand frei und ungezwungen loslegen. Schreib einfach Alles auf, was dir zum Thema Hammerexamen, den oben genannten Fragen und deinem Ziel einfällt. Jeweils ein Wort genügt. Zunächst wird jeder Geistesblitz urteilsfrei zu Papier gebracht. Es geht um Quantität, nicht um Qualität. Schlechte Einfälle oder eine optimale Anzahl gibt es nicht.
Und Aktion.

Fertig? Wunderbar.

Nun gibst du deinen Notizen noch eine gewisse Struktur. Dabei kann beispielsweise eine Gehirnkarte, auch MindMap genannt, hilfreich sein. Oder du hebst farblich hervor, was dir wichtig erscheint. Es geht wirklich nur darum, diesen Salat von Einfällen „scannbar“ zu machen.
Ziel des Ganzen ist es, deinem auf das Ziel ausgerichteten Verstand die Chance zu geben, frei Ideen zu produzieren. Diese Ideen sind die Seele der ersten Komponente einer optimalen Lernstrategie, die von innen nach außen geht.

Wenn du soweit durchhalten konntest, belohnt dich Abschnitt Zwei dieses Artikels jetzt mit Hinweisen, die du unbedingt in deine Planung einfließen lassen solltest, mit

Insiderwissen, das jede Lernstrategie gut gebrauchen kann – 5 Punkte:

  1. Lern das Richtige!
  2. Nutze deine Zeit!
  3. Und deine Sinne!
  4. Gründe eine Lerngruppe!
  5. Lass los!
  • Lern das Richtige!

In jedem Fall solltest du deine PJ-Fächer intensiv bearbeiten. Mit „intensiv“ meine ich, die wichtigsten und prüfungsrelevantesten Krankheitsbilder sicher drauf zu haben. Daneben liefert die Fächergewichtung der letzten Examina eine wertvolle Orientierung. Fakt ist: Je besser du abschneiden möchtest, umso intensiver musst du lernen. Kreuz viel (mind. die vergangenen zehn Examina) und lies nach (in Büchern, die dir liegen oder die du kennst). Als Einstieg in ein Thema kann ich Wikipedia-Artikel empfehlen, auch wenn jetzt einige Professoren die Hände über ihren Köpfen zusammenschlagen. Wichtig ist, dass du erst einmal durchkreuzt und dann nachlernst. So lernst du das Richtige, nämlich im ersten Schritt das wirklich Prüfungsessentielle und erst im zweiten das, was du zu „gut“ bis „sehr gut“ brauchst.

  • Nutze deine Zeit!

Mehrere Monate erscheinen lang und das sind sie auch. Am Ende jedoch besitzt jeder Tag einen Wert. Nutze ihn, bewußt: Konzentrier dich stets auf nur eine Sache, vermeide Ablenkungen (Handy stumm, Messenger aus, Email-Benachrichtigung deaktivieren, Emails nur lesen, wenn du wirklich Zeit hast, kein zielloses Spiegel-Online-Stöbern, …) und arbeite kontinuierlich. Erstelle eine Tages– und Wochenstruktur, an die du dich immer wieder hältst und die genügend Raum lässt für Reflektion und Regeneration. Setze dir klare Tagesziele, die du aufschreibst und auf die du mit aller Kraft hinarbeitest. So ziehst du maximalen Nutzen aus deiner Lernzeit.

  • Und deine Sinne!

Auch wenn „Studium“ aus vorherrschender Sicht als ein stupides Erarbeiten von Fakten aus Büchern angesehen wird, sollten wir in meinen Augen unser gesamtes Repertoire menschlicher Fähigkeiten nutzen. Und das liegt in unseren Sinnen. Erstell eigene Audios, kreiere Gehirnkarten zu Krankheitsbildern oder Themen, nutze medizinische Animationen, Blogs oder Foren aus dem WWW oder mach dir eigene Lernnotizen mit Bildern, Audiodateien, Tabellen oder Links. Sei kreativ, spiel mit dem Stoff und lass dich über all deine Sinne von ihm begeistern. Verleih dem Lernstoff Leben und er belebt dich!

Mach das! Unbedingt. Such dir zwei bis vier Leute, die du gut kennst und die ähnliche Ziele verfolgen und Werte pflegen wie du. Trefft euch einmal pro Woche für einen Nachmittag, habt Spaß und nutzt die Zeit, bewusst: Konzentriert euch stets auf nur eine Sache, vermeidet Ablenkungen und arbeitet kontinuierlich. Sicher kostet es ein wenig Mühe sich aufeinander einzustimmen, doch das sind Investitionen mit unschlagbarer Rendite. Schließlich lernt man am besten etwas, wenn man es selber lehrt.

Ganz sicher kommen Tage, an denen sich dein Plan vom Freund in einen Feind verwandelt, einfach weil du ihn nicht schaffst. Den Tipp, den ich dazu aus reicher Erfahrung geben kann, ist erstens aufzuschreiben, wofür keine Zeit blieb, zweitens abzuhaken, was geschafft wurde und dann drittens den heutigen Plan mental loszulassen. Lass ihn einfach los. Ziel deiner Lernerei ist schließlich Inhalt, nicht Form. Darum vertrau deiner Arbeit und bleib beharrlich dabei. Und wenn es eine Zeit lang mal nicht so läuft, dann klebe nicht an ihr wie Kaugummi an einem Schuh, sondern nimm dir lieber den Tag frei. In einem Wort: Achte Positives, lass Negatives los und mach weiter. Sollte es dann wirklich mal gar nicht mehr gehen, fass dir ein Herz, nimm den Tag frei und mach mal mit Leib und Seele nichts. Keine Sorge, das ist ok.

Zusammenfassend bleibt mir zum Thema „Lernstrategie“ nur noch Eines zu sagen: Sie ist wichtig, denn sie gibt Struktur und Sicherheit. Sie bildet die Brücke, die dich vom Jetzt in die Zukunft leitet. Zu deinem Ziel. Was sie nicht kann, ist diesen steinigen Weg für dich zu gehen und ihn durchzuhalten.

Wie du das gut schaffst, verrät der nächste Artikel.

Bis dahin bist du mehr als willkommen mir zu verraten, was du über diesen Post denkst. Ich würde mich sehr freuen.

Vielen Dank!

Matthias

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