von Matthias am 7. November 2008

Port-51

Liebes Logbuch,

erster Tag: Check.

So lief meine heutige Patientenuntersuchung:

  1. 9.00 Uhr: weißes Blatt Papier und los.
  2. 9.30 Uhr: ein überschaubares HNO-Krankheitsbild und einige Nebendiagnosen, zu denen ich am Montag gern Fragen entgegennehme.
  3. 10.00 Uhr: Nach kurzer Wartezeit auf ein freies Untersuchungszimmer folgte der HNO-Status. Hier habe ich wirklich geschwitzt, da vor allem Naso- und Hypopharynx mit Larynx  relativ schwierig einzustellen waren. Doch der Fokus meines Interesses – das Ohr – erstrahlte in voller Pracht!
  4. 11.00 Uhr: 5 Blätter in 60 Minuten. Ich kam mir wie im Deutschunterricht, nur mit höherem Adrenalinspiegel.
  5. 12.05 Uhr: Abgabe. Wow, wie schnell 3 Stunden vorüber sein können…

Kurzum: angenehmes Krankheitsbild, freundliche Nebendiagnosen, Prüfungsablauf strikt nach Protokoll, keine Akte.

Wochenendagenda: Backen zusammenkneifen, Haupt- und Nebendiagnosen bis auf Rezeptorenebene und Vorbereitung einer flüssigen Patientenvorstellung.

Jetzt gehe ich Energien abbauen.

Bis morgen!

Matthias

P.S.: Vielen Dank an alle fürs Daumendrücken!

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 von Matthias am 6. November 2008

friday

Liebes Logbuch,

heran ist der Abend vor meiner mündlichen Prüfung.

Nach einem kurzen Lauf an wunderbar frischer Luft bin ich eigentlich ziemlich entspannt. So viel wird ja morgen auch noch nicht passieren (hoffentlich!!): Patienten befragen, untersuchen, Epikrise schreiben – fertig. Allein der zeitliche Aspekt kreist durch meinen Geist. Mal schauen.

Heut stand noch die allgemeine Tumor- und Entzündungspathologie auf dem Plan, nur ein wenig detaillierter als vor zwei Jahren. Ich habe das Gefühl, man bekommt langsam einen Blick für die wesentlichen Dinge in der Masse an Informationen. Im Grunde alles im grünen Bereich. Alles.

Ich bereite jetzt noch meine Sachen für den morgigen Tag vor und verabschiede ich mich dann von diesem Donnerstag.

Wir hören uns.

Matthias

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 von Matthias am 5. November 2008

6 in six seconds

Liebes Logbuch,

Tage wie heute, die vergißt man nicht.

Angefangen hat alles damit, dass ich mich, anstatt zu lernen, 2 Stunden in den unzähligen Artikeln, Videos und Kommentaren über eine Wahl, wie es bisher kaum eine zweite gab, verloren habe. Nach einigen Minuten sinnlosen Ärgers darüber, dass ich meiner menschlichen Neugierde nach medizinfernem Input einen Moment nachgegeben habe, folgten die

  • Orthopädie der Wirbelsäulenerkrankungen, die
  • Ulkuskrankheit sowie
  • viele zweifelhaft sinnbehaftete Patho-Fakten

19. 45 Uhr, der Abend ist noch jung und ich bin es auch. Im Grunde die besten Voraussetzungen um noch zwei Stündchen durch die Bücher zu blättern.

Also dann bis morgen.

Matthias

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 von Matthias am 5. November 2008

Slacker notebook

Liebes Logbuch,

noch 2 volle Tage, dann stehe ich in schwarzer Hose und gestärktem Kittel auf einer HNO-Station und dem Weg zu einem Patienten. Nein, nicht zu irgendeinem, sondern zu meinem Patienten.

2 Tage, in denen ich der Wirbelsäulen-Orthopädie und den unzähligen noch unbearbeiteten Pathologie-Fakten fröhnen darf. Da meine Prüfungsgruppe ihre Patienten am Freitag kennen lernen wird, bleibt uns noch das ganze Wochenende, was mir nicht gänzlich unrecht ist.

Ich zähle also rückwärts. Rückwärts in einem Prozess, der am 7. Juli 2008 um 9.15 Uhr begann und voraussichtlich am 11. November gegen 13.00 Uhr enden wird. Dass er enden wird, davon bin ich überzeugt. Nur wie?

Das logische Denken erscheint mir ausgekreuzt, die klinische Grundsicherheit im Ozean der Syndrome versunken und menschliche Kompetenzen atrophiert.

Noch 2 Tage bis zum vierten Akt. Und noch 7 bis zum vorerst letzten Akkord.

Ob der wohl sitzen wird?

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