There goes the sun...

Hallo,

der Tag ist gekommen.

Mehrere Monate der Vobereitung mit unzähligen Fragen, bereichernden Lerngruppen, korrigierten Lernplänen und vollkommenen Lerntabellen kommen zu ihrem ersten und sehr bedeutsamen Abschluss. Ein diskreter Kopfschmerz rechts okzipiptal, symbiotisch vereint mit einer permanenten leichten Müdigkeit bestätigen mir, dass es jetzt nicht unbedingt länger gehen muss.

Doch in der Hauptsache brenne ich jetzt darauf, es endlich zu schreiben.

Nur sollten wir neben dieser gludernden Lot, also der gludernden Flut, die ja in uns allen irgendwo lodert, weder unsere grauen Zellen noch einige andere wichtige Dinge zu Hause vergessen.

Aus diesem Grund hier und heute meine kurze Hex-Checkliste:

  • Zulassungsschreiben
  • Personalausweis
  • MP3-Player (die Fachdiskussionen vor der Prüfung sind nichts für mich…)
  • 3 Bleistifte Härtegrad HB, B oder 2B
  • Spitzer
  • warmer Pullover, damit das Kreuzen nicht zur Zitterpartie wird (Danke, Marcus!)
  • Plastikradierer, und ganz wichtig:
  • Essen und Trinken: 2 Bananen, 1 Apfel, Studentenfutter, Schokoriegel, Kanne Tee, Flasche Wasser, Schnittchen und natürlich – Kaugummis

Ok, da dies mein letzter Post vor dem morgigen Event sein wird, noch ein paar abschließende Worte:

Ich wünsche euch allen messerscharfe Konzentration, produktive Gelassenheit und unerschöpfliche Kraft. Glaubt an euch! Stellt euch vor, wie es sich anfühlen wird, wenn ihr am Donnerstag überglücklich aus dem Saal der Auserwählten heraustreten werdet. Dieses Gefühl ist der Leitstern, der euch in jedem Augenblick begleiten und an euer Ziel führen wird. Alles andere, ist sekundär.

Liebe STEXler – maximale Erfolge!

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 von Matthias am 11. Oktober 2008

Time

Ich sollte das hier nicht schreiben. Ich sollte Antiarrhythmika lernen und wichtige Infektionskrankheiten wiederholen. Ich schreibe es aber trotzdem, denn in zwei Wochen habe ich es wieder vergessen.

Ich schlafe schlecht. Und ich habe keinen Appetit. Mein Geist dreht sich im Kreis und immer um solche Sachen, wie: “Shut, jetzt geht alles den Bach runter. Das hast du jetzt davon, dass du unbedingt wieder zwei Sachen parallel machen mußtest. Du kannst froh sein überhaupt noch zu bestehen.” Und und und.

Sehr oft, nein, viel zu oft lasse ich mich davon weg- und herunterziehen, doch gerade eben fiel es mir wieder ein: Es ist doch nur C-3PO, der wieder mal vorbeischaut. Zugebenermaßen recht laut, rücksichtslos und unerbittlich, aber doch nur C-3PO.

Und dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit.

Denn die Antiarrhythmika und die Infektionskrankheiten warten auf mich.

Also, zurück zur Arbeit!

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 von Matthias am 10. Oktober 2008

matchbox 20:3 a.m.

Ich wünschte, ich fände ein wenig mehr Zeit, um euch mit Posts zu versorgen. Trotzdem, ganz so ohne ein paar Tipps möchte ich euch auch wieder nicht ins Prä-Stex-Wochenende gehen lassen.

Der heutige Freitags-Post befasst sich erneut mit der Technik, mit der wir alle ab Dienstag unsere Mission zu erfüllen versuchen. Ich möchte euch mitteilen, wie ich mittlerweile Examen kreuze und würde mich mehr als freuen, wenn sich trotz der Zeitknappheit ein paar Kommentarfelder mit euren Tipps, Tricks und Beboachtungen füllen würden.

So kreuze ich ein Examen:

Die Essentials:

Ich …

  1. Markiere meinen ersten Gedanken.
  2. Gehe dann Schritt für Schritt die Möglichkeiten durch und setze Markierungen (“F’s”, Häkchen, …).
  3. Treffe auf jeden Fall eine Entscheidung.
  4. Übertrage meine Wahl sofort auf den Lösungsbogen.
  5. Setze ein Zeichen an Aufgaben, bei denen ich mir nicht sicher bin.
  6. Korrigiere nach Bearbeitung aller Fragen nur, wenn ich 1000%ig überzeugt bin (statistisch gesehen wird bei 80% der Korrekturen zum Fehler gewechselt…)
  7. Mache kurze Pausen nach jeweils 25 Fragen (Essen und Trinken, mal wegschauen, “raus-”gehen ,…), es sei denn, ich bin gerade im “Kreuz-Flow”.

Die Fallfragen:

Ich …

  1. Suche die Diagnose und markiere sie. Sie ist meistens im letzten Drittel oder (kurz) nach den Labordaten und Diagnostiken zu finden.
  2. Lese den Text und unterstreiche.
  3. Überfliege die Labordaten. Falls noch einmal gefragt wird, gehe ich sie genauer durch.
  4. Beantworte die Fragen.

Meine Kreuztipps:

  1. Einfach denken!
  2. Bauchgefühl: Was fiel dir beim ersten Lesen auf (siehe auch Manfred Spitzer auf STEXDOSE)? Korrekte Antwort!
  3. Was klingt am schrägsten? Korrekte Antwort!
  4. Wo liegt bei Zahlenantworten der größte Abstand oder gibt es eine Zahl, die irgendwie herausfällt? Korrekte Antwort!
  5. Was klingt offen, vorsichtig und relativ (kann, selten, meist, häufig, wahrscheinlich,…)? Korrekte Antwort!
  6. Was klingt irgendwie riskant und absolut (ausschließlich, stets, immer, nie, alle, knappe Sätze, …)? Falsche Antwort!
  7. Ist eine Antwort deutlich länger oder kürzer als die übrigen? Korrekte Antwort!
  8. Eine unbekannte Symptomtrias wird gefragt und ein Syndrom als Möglichkeit angeboten? Korrekte Antwort!
  9. Eine Frage mit einem sehr häufigen Krankheitsbild als Möglichkeit (oft auch bei Bildbeilagen)? Korrekte Antwort!
  10. Schlüsselwörter filtern (“akut”, “plötzlich”, …) und Passendes suchen (Vaskuläres, Intoxkation)! Korrekte Antwort!
  11. Patient ist ein “Aussiedler” oder ein “Ausländer” und Tbc wird angeboten? Korrekte Antwort!
  12. Bei zwei ähnlich klingenden Aussagen ist meistens eine davon richtig (Stichwort “Trennschärfe” – Vielen Dank an Robert für diesen guten Tipp!)

Ok, das ist sie, meine Kreuztechnik.

Und nun: Ab ins Lernwochenende!

Teachers, under rated and under valued

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So, hier ist sie nun, meine letzte Lernstatistik. Sie wird nächste Woche durch unser Hammerexamen und in naher Zukunft noch durch die Anfangslernphasen komplettiert.

Meine “Agenda” für die letzten vier Tage sieht vor:

  • Sachen durchgehen, die ich immer wieder durcheinander bringe (Antiarrhythmika, Berufsexpositionen, Histo-Befunde bei Gastrointestinalen Erkrankungen, wichtige Autoantikörper, …).
  • Am Samstag Lerngruppe mit Querbeet-Fragen und zum dritten Mal: “Die lange Nacht der Bilder”.
  • Die jüngsten Hammerexamina noch einmal überfliegen.
  • Wichtige Dinge wiederholt ins Kurzzeitgedächtnis laden.

Hier die Lernstatistik. Wie immer “Grün” für normale Fragen und “blau” für die Fallfragen. Zum Vergrößern draufklicken.

Euch weiterhin viel Erfolg!

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Geht es euch wie mir? Habt ihr einfach keine Lust mehr? Ärgert ihr euch über kleine Fehler, komische Fragen, Seiten-lange Anamnesen und vernebelte Bilder, die es zu beurteilen gilt?

Dann hilft vielleicht auch euch dieses kurze Video eines Sportlers, der bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles Unglaubliches geleistet hat: Pasquale Passarelli hielt sich damals volle 84 Sekunden lang in der Brücke – weil er nicht aufgeben wollte.

Mich beeindruckt dabei weniger das Beispiel seiner Kraft, als vielmehr die Kraft seines Beispiels.

Pasquale Passarelli Olympia 1984

Darum mein heutiger Apell an den ermüdeten Hochleistungsstexler da draußen und an mich:

Lass deine Schultern oben – und mach weiter!

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 von Matthias am 6. Oktober 2008

Ich bin zufrieden. Wenn es so oder so ähnlich in einer Woche auch läuft, hol ich die Tröte raus. Doch CAVE: Der Erfolg von heute ist der Misserfolg von morgen. Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und gewonnen ist noch gar nichts! Also weitermachen! In den folgenden 3 Tagen werde ich das Frühjahrsexamen 2008 kreuzen, quasi die Generalprobe.

Hier meine Statistik nach dem Hammerexamen 10/2007:

Wie immer – “Grün” für normale Fragen und “Blau” für Fallfragen. Zum Vergrößern wieder draufklicken.

Haltet durch!

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 von Matthias am 5. Oktober 2008

anti botox brigade

Ich lehne mich wieder einmal weit aus dem Fenster: Nie mehr in meinem Leben werde ich schreiben können, wie ich die Welt eine Woche vor meinem Hammerexamen erlebt habe.

Die letzten Wochen haben mich in einer unglaublichen Geschwindigkeit mitgerissen und ich möchte diesen kleinen Post nutzen um einen Einblick zu gewähren in meine Erfahrungen, eine Woche vor meinem Staatsexamen:

  1. Die Bearbeitung der Hammerexamina strengt an, mehr als ich dachte. Aus meiner Sicht liegt das zu einem großen Teil an den stellenweise umfangreichen und “schwammigen” Fragestellungen und Fallstudientexten, zum anderen auch an der Bearbeitung selbst, die wirklich Kraft kostet. Wenn ich gegen 13.30 Uhr mit einem Examenstag fertig bin, bin ich fertig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich nutze dann die Nachmittage um die Fragen durchzugehen und mir zu Unklarheiten wieder Audios aufzunehmen. Danach folgt die Wiederholung meiner Lernnotizen bis hinein in den Abend.
  2. Jedes Examen bringt Neues, Dinge, von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe. Ist es überhaupt möglich, die Medizin komplett zu erfassen? Eher unwahrscheinlich, Unbekanntes gibt es immer. Ich gehe dem so offen wie möglich entgegen und finde so fast immer eine Antwort, mit der ich leben kann.
  3. Den aktuellen Lernablauf an sich kann ich weiterempfehlen: Die Prüfung wird realitätsnah nachempfunden und ich werde in 1 Woche schlicht ein weiteres Examen und nicht dieses übergroße Etwas kreuzen. Das hoffe ich zumindest. Ich mag diesen Trainingseffekt ähnlich einem Intervalltraining vor einem Lauf, das Spitzenleistungen festigen kann.

Ich stehe also vor der letzen Woche meiner Examensvorbereitung und auch meinem Interesse für Dreizeiler mit 5 Antwortmöglichkeiten geht ein wenig die Puste, aber ganz ehrlich:

Was bitte ist denn 1 Woche, bei 6 Jahren Medizinstudium?

Ich wünsche darum euch allen Kraft und Durchhaltevermögen für die letzten Tage. Bleibt dran – das Ende ist in Sicht!

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 von Matthias am 4. Oktober 2008

Für alle, die Janine’s tollen Link – noch mal vielen Dank an dieser Stelle – übersehen haben, das Wochenendvideo:

Was zeigt uns das? Nicht nur wir “dürfen” das alles lernen…

 von Matthias am 3. Oktober 2008

LaCie iamakey 8GB

Gibt es sie wirklich, die Schlüssel für ein erfolgreiches Hammerexamen?!

Ganz unter uns: Ja!

Ich habe in den vergangenen 13 Wochen immer wieder festgestellt, dass manche Fragen mit ganz bestimmten Schlüsselswörtern auf ganz bestimmte Antworten abzielen. Das hat sich auch in den Hammerexamina nicht geändert und verhalf mir so zu ein paar zusätzlichen Punkten.

Ich möchte heute, an diesem Freitagabend und 10 Tage vor unserem gemeinsamen Ziel meine gesammelten Schlüsselwörter mich euch teilen, in der Hoffnung, sie bringen euch weiter und ihr erweitert diese Liste mit euren Kommentaren.

Hier sind sie also. Meine Schlüssel für ein erfolgreiches Staatsexamen:

  • Ammonshornsklerose: Grand-mal-Epilepsie
  • Psammonkörperchen: papilläres Schilddrüsen-Ca
  • Belastungsabhängige Ptosis: Myasthenia gravis
  • Retrobulbärneuritis: Multiple Sklerose
  • Rußregen aus schwarzen Punkten im Gesichtsfeld: Glaskörperblutung
  • Lichtblitze im Gesichtsfeld: Traktion des Glaskörpers an der Retina
  • Fötide Otorrhö seit Jahren: Cholesteatom
  • Chronischer Juckreiz Ohr: chronische Otitis externa
  • Konfabulation: Korsakow-Syndrom
  • Faszikulation: Amyotrophische Lateralsklerose
  • Partieller Dystrophinmangel: Muskeldystrophie Becker-Kiener
  • Verminderter Laktat-Anstieg bei Muskelarbeit: McArdle-Muskeldystrophie
  • Myotonien+Katarrakt: Myotone Dystrophie Curshmann-Steinert
  • bizarre Hyperkinesien seit der Kindheit+Demenz im Erwachsenenalter: Chorea Huntington
  • Proximale Paresen+intakte Sensibilität+erhöte CK und BSG: Polyomyositis
  • Fieber+Roseolen Bauchhaut+relative Bradykardie+Somnolenz: Typhus abdominalis
  • Sprue+Hauterscheinungen mit brennendem Juckreiz: Dermatits herpetifprmis Duhring
  • Petecchien Unterschenkel: Thrombozytopenische Purpura
  • Koplik’sche Flecken: Masern
  • cANCA+Blutiger Schnupfen: Wegener-Granulomatose
  • Pterygium colli+Kleinwuchs+Herzfehler: Ullrich-Turner-Syndrom
  • Fragmentozyten: Hämolytisch-Urämisches Syndrom

Welche habt ihr noch entdeckt?

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 von Matthias am 1. Oktober 2008

The Visual Display of Quantitative Information by Edward R. Tufte - Pages 174 and 175

Hallo,

ein weiteres Hammerexamen liegt hinter mir.

Es lief nicht so gut wie das 10/2006er, insbesondere der zweite Tag und ich habe es auch als irgendwie anstrengender empfunden. Stellenweise konnte ich Fragen und auch Antworten nicht so richtig “greifen”, ganz seltsam. Vermutlich habe ich es aber auch ganz einfach nur nicht gewußt. In einem Wort: Das geht besser!

Ganz sicher kann ich sagen, dass mich eigentlich immer so ab der dritten Fallstudie die Energie verlässt. Mittlerweile versuche ich diese langen Texte so rasch wie möglich durchzugehen, unterstreiche mir das Wesentliche und gehe dann zu den Fragen über. Sonst ziehen die eindeutig zu viel Kraft.

Hier sind meine Prozente, zum Vergrößern draufklicken. “Grün” symbolisiert wieder die “normalen” Fragen, “blau” die Fallfragen.

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