von Matthias am 27. Oktober 2008

Golden hillside in Wisconsin

Liebe STEXler,

dieser Post soll einen kurzen Einblick in meine derzeitige Lernsituation gewähren. Falls ihr Lust habt, die eure mit den Lesern und mir zu teilen, fühlt euch frei. Ihr seid mehr als willkommen.

Was lerne ich?

Mein Rezept zur erfolgreichen mündlichen Prüfung sieht eine ausgewogene Mischung aus Prüfungsprotokollinhalten und häufigen Krankheitsbildern vor. Die Zutaten des heutigen Tages:

  • Myokardinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • Lungenembolie
  • Cor Pulmonale und Pulmonale Hypertonie

Wie lerne ich?

Jedem Krankheitsbild, ganz egal wie oft es bereits auf der Speisekarte stand, widme ich noch einmal meine volle Aufmerksamkeit. Dabei kommt stets ein 8-Gänge-Menü auf den Schreibtisch, bestehend aus:

  • Def.
  • Epi
  • Ä
  • Patho (intensivier als sonst …)
  • Klinik
  • Dia
  • The
  • Prog

Da auch das Auge mitisst, mache ich mir noch einmal, aber wirklich ganz kurze, im wahrsten Sinne des Wortes stichwortartige Lernkarten, die dann am Abend wiederholend überflogen werden. Daneben stelle ich mich hin oder laufe im Zimmer herum, die Zutaten laut vor mir hersprechend, um das freie Reden zu üben. Auf die Lernkarten notiere ich auch eigene Fragen, die abends nach einer Antwort verlangen.

Womit lerne ich?

  • Innere: Herold
  • Chirurgie: Müller
  • HNO: Checkliste und Boenninghaus
  • Pathologie: Riede, Werner, Schaefer
  • Wikipedia

Wie läuft das so?

Ich bin ganz zufrieden. Im Grunde macht es richtig Freude, sich wieder einmal am Stück und intensiver mit einem Krankheitsbild zu befassen. Klinikferne Infos lasse ich links liegen, so dass wirklich das reine Handwerkszeug Beachtung findet. Nicht selten habe ich das Gefühl, den Kreis zu schließen und Dinge zu verstehen, die ich vorher entweder überlesen oder mir lediglich krampfhaft eingeprügelt habe. Auch freue ich mich, wenn ich mal einen alten IMPP-Freund wiedersehe, meisten weder dick markiert noch unterstrichen, sondern eher im Kleingedruckten, wie der schüchterne Junge in der Ecke des Klassenzimmers. Die Bücher, die ich bisher immer als überzogen vollgepackt etickettiert habe, erleben ihre Renaissance und wir gemeinsam unseren zweiten, bzw. eigentlich ersten richtigen Frühling.

Wo liegt der Haken?

Ganz ehrlich, so richtig finde ich heute keinen. Ok, ich bin halt nicht mehr so fit. Die schriftliche Prüfung hat meinem Energiehaushalt definitv ganz schön zugesetzt. Darum schlafe ich viel und versuche, die restliche Zeit wieder viel mehr zu genießen. Ein großer Brocken war das, der da von mir abfiel. Und wie immer nach einem erreichten Ziel fällt man in ein Loch, aus dem man sich halt langsam ans Licht zurückkämpft. Dann wankt man ein paar Tage so durch die Welt und irgendwann ist es so, als wäre nichts gewesen, die Strapazen des Sommers verblassen und kehren dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Irgendwie seltsam, oder?

Ok, so sieht bei mir aus, am 27. 10. 2008. Wie ist es bei euch?

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Meine Lernsituation 10 Tage vor der mündlichen Prüfung, 5.0 out of 5 based on 1 rating

2 Kommentare zu “Meine Lernsituation 10 Tage vor der mündlichen Prüfung”

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