Making The Change

Liebe STEXler,

vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich das große Glück, in der herzchirurgischen Abteilung am Sunnybrook Health Science Center im kanadischen Toronto einige Wochen meines PJs verbringen zu dürfen. Die wundervollen Einblicke in die Arbeits- und auch Lebensweisen der Ärzte und Mitarbeiter dort haben mich definitiv geprägt und ich denke noch heute sehr gern und oft an diese Zeit zurück.

Am meisten begeisterte mich die offen-zugewandte Art des Miteinanders zwischen quasi allen, die in diesem großen Haus arbeiteten. Hierarchische Denkmuster habe ich, wenn überhaupt, dann nur als blinden Passagier bei mir selbst beobachtet.

Ich kann darum kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich darüber freue, dass sich Dr. Michael Borger als kanadischer Arzt in Deutschland für dieses weitere „Interview der Woche“ zur Verfügung gestellt hat und möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei ihm bedanken. Ein Stück Kanada hier auf STEXDOSE – ich bin überglücklich!

STEXDOSE.de: Dr. Borger, Sie sind seit mehr als zwei Jahren als Herzchirurg im renommierten Herzzentrum Leipzig tätig. Zuvor haben Sie mehrere Jahre in Kanada am Toronto General Hospital gearbeitet. In welchen Bereichen können wir Studenten in Deutschland etwas von der kanadischen Mentalität lernen?

Die deutschen Studenten müssen mehr involviert werden, denn ich merke zu oft, dass die Studenten relativ passiv und ruhig sind. Das „Bedside Teaching“ ist nicht so strukturiert wie in Kanada. Aber wenn man etwa lernen will, muss man aktiv am Lernprozess teilnehmen.

STEXDOSE.de: Welches sind die größten Schwierigkeiten, die Ihnen in ihrer Tätigkeit als Arzt im Ausland begegneten und begegnen?

Deutsch zu lernen. Und ich vermisse Ice-Hockey.

STEXDOSE.de: Wie motivieren Sie sich?

Meine Frau motiviert mich.

STEXDOSE.de: Was konnten Sie sich während Ihrer Ausbildung immer ganz schlecht merken und wie haben Sie es sich am Ende dann doch eingeprägt?

Die Namen der Hirnnerven. Schließlich habe ich eine Eselsbrücke gelernt, die ich leider mittlerweile vergessen habe.

STEXDOSE.de: Worauf sollten ihrer Meinung nach Medizinstudenten in mündlichen Prüfungen achten?

Man soll eine Flasche Wasser mitbringen, sodass der Mund nicht so trocken wird. Und Kaugummi raus!

STEXDOSE.de: Was würden sie einem jungen Mediziner hinsichtlich seiner Karriere im Jahr 2008 raten?

Lesen, lesen, lesen, aber nicht nur Fachliteratur.

STEXDOSE.de: Was ist in Ihren Augen die wichtigste Eigenschaft, um als Mensch und Arzt erfolgreich zu sein?

Man muss ein Fach finden, das man wirklich genießt. Aber es klingt einfacher als es wirklich ist. Ich habe meine Meinung mehrmals geändert, bevor ich die Herzchirurgie entdeckt habe.

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Ein Stück Kanada auf STEXDOSE - Interview mit dem kanadischen Herzchirurgen Dr. Michael Borger, 5.0 out of 5 based on 2 ratings

1 Kommentar zu “Ein Stück Kanada auf STEXDOSE – Interview mit dem kanadischen Herzchirurgen Dr. Michael Borger”

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  1. Die STEXDOSE sagt DANKE! | www.STEXDOSE.de

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