von Matthias am 24. Oktober 2008

love is in the air

Liebe STEXler,

die erste von drei Lernwochen für die mündliche Prüfung mündet in ihr Ende. Sie war belebt von grundlegender HNO, praxisnaher Innerer Medizin, überblickender Chirurgie und tiefgehender Pathologie. Gestern war irgendwie die Luft raus und dafür der Wurm drin, aber nach einem freien Nachmittag ging es heute wieder bedeutend besser.

Nach anfänglicher, na nennen wir es mal „höflicher Distanz“, lernen wir uns nun auch ein wenig näher kennen, die Pathologie und ich. Ich muss gestehen, dass ich ihr bisher auch nicht gerade mit offenem Herzen gegenüberstand. Unsere Interessen gingen einfach auseinander.

Als ich nun heute so durch den Riede-Schaefer blätterte, stieg unterbewußt eine Frage in mir auf:

Was ist eigentlich Pathologie? Wirklich die Seele der Medizin? Oder doch nur ein Sammelsurium theoretischen Tiefgangs?

Möglicherweise keines von beiden, aber irgendwo dazwischen.

Als ich wie automatisiert Seite um Seite nach einem bestimmten Thema durchsuchte, endete dieses Vorhaben plötzlich am Glossar und da fand ich etwas, was mich aus der Lethargie monatelangen Lernens wachrüttelte: Die Antwort darauf, was Pathologie ist. Und vielleicht sogar noch ein wenig mehr:

„Damit sind die abnormen Äußerungen des Lebendigen besprochen, die zu einem Leiden führen. Pathologie, direkt als „Lehre des Leidens“ übersetzt, soll lehren, woran man ein bestimmtes Leiden erkennt, und seinen Ablauf begreiflich machen, damit der behandelnde Arzt gezielt lindern kann. Auf diese Weise leistet die Pathologie einen wichtigen, gesellschaftspolitischen Beitrag. Denn eine Gesellschaft, der das Leiden des Einzelnen gleichgültig ist, wird rücksichtslos und unmenschlich. Mehr noch, die Auseinandersetzung mit dem Leiden kann für den Einzelnen einen Gewinn bedeuten. Denn der Grund, weshalb unsere Seele zeitweilig von einem Körper umgeben wird, könnte darin liegen, dass sie nur so fähig ist zu leiden und sich mitzuteilen und schließlich nur so die Möglichkeiten erhält, die wichtigste Dimension der Schöpfung zu erfahren: die Liebe.“ (aus Riede, Werner & Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie; S. 1176)

Dem möchte ich nichts hizufügen, außer: Euch allen ein wunderschönes Wochenende!

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0/5 (0 Stimmen)

1 Kommentar zu “Was ist eigentlich Pathologie?”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Optimal lernen für das Hammerexamen: 2. Schritt - Die Lernstrategie | STEXDOSE.de

Hinterlasse eine Nachricht!

Du kannst Deinen Kommentar nach dem Absenden nochmals überarbeiten.