Niedziela w parku

Ich schreibe diese Zeilen emotionserschöpft und um mindestens 56 Jahre gealtert nach einem kurzen Nickerchen, dass problemlos bis morgen Mittag hätte ausgebaut werden können.

Es ist durchstanden. Mehr wahrscheinlich aber auch nicht. Ich hatte Großes erhofft, jetzt erwarte ich stattdessen eine große Zahl. Und so richtig Spaß gemacht hat es auch nicht. Heute fast am wenigsten. Aber das ist nur meine Wahrnehmung, darum schauen wir es uns doch einmal gemeinsam an:

  1. 9.40 Uhr: Es geht ganz gut los. Trotz Erschöpfung und einer Motivation, die gegen Null strebt, laufen die ersten Fragen ganz gut. Ein wenig Innere hier, ein bißchen Gyn da, nicht einfach, aber doch irgendwie machbar.
  2. 10.50 Uhr: Wieder Stolpersteine. Arbeits-, Rechts- und Sozialmedizin lassen heute keinen Flow aufkommen und ich wackele dem Ende der ersten Hälfte entgegen. So lala. Doch da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Mensch, zieh durch! Noch 60 Fragen und dann hast du es geschafft!
  3. 11.20 Uhr: Hochmotiviert und dann die Depression. Ich komme also zurück zu meinem Platz, voller Elan und Energie für die Fälle und da lacht sie mich an: Die 5-seitige Anamnesegeschichte einer Frau mit Depression. In Worten: F-Ü-N-F! Gut, denke ich, dann sind die Fragen sicher kurz. Doch auch hier täusche ich mich. Dieser Fall kostet mich mehr Kraft, als die 47 Fragen zuvor. Erneut ein riesiges „DANKESCHÖN“ nach Mainz ans IMPP!
  4. 12.30 Uhr: Myokarditis und mehr. Die war machbar und ich hoffe, ich konnte ein paar Punkte sammeln. Danach ein Polytrauma und als Abschluß noch das Osteosarkom. Zugegeben, irgendetwas hätte mir gefehlt ohne ein paar Histo-Bilder. Aber vermisst? Nein.
  5. 13.30 Uhr: „Sie haben noch 30 Minuten, um ihre Fragen zu beantworten.“ Die letzten 30 Minuten. Ich halte es wie die Tage zuvor, checke meine Striche, gehe noch einmal über einige Fragen, jedoch ohne etwas zu korrigieren und versuche in den letzten Minuten diese einzigartige Athmosphäre aufzusaugen.

Sollte es das wirklich gewesen sein? Scheinbar schon. Ich habe zwar überhaupt keine Vorstellung über meine Punkte, aber ich hoffe einfach mal, dass es gereicht hat. In ca. 2 Stunden werde ich es wissen. Dann habe ich durchgezählt. Wenn ich ehrlich bin, lasse ich durchzählen. Meine Punkte sind mir vielleicht nicht ganz so wichtig, wie manch anderem, aber ganz egal sind sie mir nun auch wieder nicht…

Wie geht es euch?

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Hammerexamen Herbst 2008 - Ergebnisse und Erfahrungen vom 3. Tag, 5.0 out of 5 based on 1 rating

1 Kommentar zu “Hammerexamen Herbst 2008 – Ergebnisse und Erfahrungen vom 3. Tag”

  1. lieber matthias,
    wie ist es dir denn ergangen ? müssen wir uns sorgen machen ?
    das examen war einfach unfair und darauf ausgelegt einen ins Straucheln zu bringen. Ich hoffe dennoch, dass du nur ausgiebig am Feiern bist und nur deshalb nichts von dir hören lässt 😉

    liebe grüße

    Mr. Asbest 😉

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