September 11, 2006  New York City, NY

Lieber STEXler und Jung-Ärzte,

es tut mir leid, dass ich mich dieser Tage so rar machen muss, aber leider konnte ich nicht alle Erkrankungen des HNO-Bereiches während meines PJ bis ins Detail ergründen. So ein oder zwei Seiten muss ich halt noch durchgehen.

Hier die Themen der vergangenen Tage:

  • Asthma und COPD
  • Pneumonie
  • Bronchitis
  • KHK und akuter Herztod
  • Extrasystolen und Vorhofflimmern
  • Otitis media
  • Sinusitis
  • Felsenbeinfraktur
  • Frakturen Gesicht und Nase
  • Fazialisparese

Mir fehlt das Schreiben und der Austausch mit euch da draußen sehr. Ich hoffe, es geht euch gut und diejenigen, die noch müssen, schlagen sich weiterhin wacker.

Für alle, die es bereits hinter sich haben, würde ich gern 2 Dinge loswerden:

  1. Meinen herzlichsten Glückwunsch zum erfolgreichen Abschluss von 6 Jahren Höchstleistung! Und auch wenn kein Schwein juckt, was ich denke: Ich bin stolz auf euch!
  2. Ich möchte euch einladen, dass ihr euch ein paar Augenblicke Zeit nehmt um eure noch frischen Erfahrungen rund um das Staatsexamen festzuhalten.

Warum schreibt ihr nicht auf, was euch aufgefallen ist, wie ihr gelernt habt, was ihr jetzt anders machen würdet, wie ihr die schriftliche und mündliche Prüfung erlebt habt – kurz, was ihr gern an folgende Stex-Generationen weitergeben möchtet, und schickt mir eine Email?

Ich würde mich wirklich riesig freuen, wenn wir gemeinsam die Schätze unserer Erlebnisse für die Nachwelt dokumentieren und auf der STEXDOSE veröffentlichen würden. Natürlich anonym und ohne irgendwelche Verpflichtungen.

Ich habe vor einigen Tagen ein Sprichwort gelesen, das lautete ungefähr so:

„Erfahrung, das ist die Laterne im Rücken. Sie beleuchtet immer nur den Teil des Weges, den man bereits hinter sich hat.“

Ihr habt diesen schweren Weg nun hinter euch gebracht, doch euer Licht kann für jene leuchten, die ihn schon bald beschreiten werden.

Was haltet ihr davon? Schreibt ihr mir?

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 von Matthias am 27. Oktober 2008

Golden hillside in Wisconsin

Liebe STEXler,

dieser Post soll einen kurzen Einblick in meine derzeitige Lernsituation gewähren. Falls ihr Lust habt, die eure mit den Lesern und mir zu teilen, fühlt euch frei. Ihr seid mehr als willkommen.

Was lerne ich?

Mein Rezept zur erfolgreichen mündlichen Prüfung sieht eine ausgewogene Mischung aus Prüfungsprotokollinhalten und häufigen Krankheitsbildern vor. Die Zutaten des heutigen Tages:

  • Myokardinfarkt
  • Herzinsuffizienz
  • Lungenembolie
  • Cor Pulmonale und Pulmonale Hypertonie

Wie lerne ich?

Jedem Krankheitsbild, ganz egal wie oft es bereits auf der Speisekarte stand, widme ich noch einmal meine volle Aufmerksamkeit. Dabei kommt stets ein 8-Gänge-Menü auf den Schreibtisch, bestehend aus:

  • Def.
  • Epi
  • Ä
  • Patho (intensivier als sonst …)
  • Klinik
  • Dia
  • The
  • Prog

Da auch das Auge mitisst, mache ich mir noch einmal, aber wirklich ganz kurze, im wahrsten Sinne des Wortes stichwortartige Lernkarten, die dann am Abend wiederholend überflogen werden. Daneben stelle ich mich hin oder laufe im Zimmer herum, die Zutaten laut vor mir hersprechend, um das freie Reden zu üben. Auf die Lernkarten notiere ich auch eigene Fragen, die abends nach einer Antwort verlangen.

Womit lerne ich?

  • Innere: Herold
  • Chirurgie: Müller
  • HNO: Checkliste und Boenninghaus
  • Pathologie: Riede, Werner, Schaefer
  • Wikipedia

Wie läuft das so?

Ich bin ganz zufrieden. Im Grunde macht es richtig Freude, sich wieder einmal am Stück und intensiver mit einem Krankheitsbild zu befassen. Klinikferne Infos lasse ich links liegen, so dass wirklich das reine Handwerkszeug Beachtung findet. Nicht selten habe ich das Gefühl, den Kreis zu schließen und Dinge zu verstehen, die ich vorher entweder überlesen oder mir lediglich krampfhaft eingeprügelt habe. Auch freue ich mich, wenn ich mal einen alten IMPP-Freund wiedersehe, meisten weder dick markiert noch unterstrichen, sondern eher im Kleingedruckten, wie der schüchterne Junge in der Ecke des Klassenzimmers. Die Bücher, die ich bisher immer als überzogen vollgepackt etickettiert habe, erleben ihre Renaissance und wir gemeinsam unseren zweiten, bzw. eigentlich ersten richtigen Frühling.

Wo liegt der Haken?

Ganz ehrlich, so richtig finde ich heute keinen. Ok, ich bin halt nicht mehr so fit. Die schriftliche Prüfung hat meinem Energiehaushalt definitv ganz schön zugesetzt. Darum schlafe ich viel und versuche, die restliche Zeit wieder viel mehr zu genießen. Ein großer Brocken war das, der da von mir abfiel. Und wie immer nach einem erreichten Ziel fällt man in ein Loch, aus dem man sich halt langsam ans Licht zurückkämpft. Dann wankt man ein paar Tage so durch die Welt und irgendwann ist es so, als wäre nichts gewesen, die Strapazen des Sommers verblassen und kehren dorthin zurück, wo sie hergekommen sind. Irgendwie seltsam, oder?

Ok, so sieht bei mir aus, am 27. 10. 2008. Wie ist es bei euch?

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Making The Change

Liebe STEXler,

vor ziemlich genau einem Jahr hatte ich das große Glück, in der herzchirurgischen Abteilung am Sunnybrook Health Science Center im kanadischen Toronto einige Wochen meines PJs verbringen zu dürfen. Die wundervollen Einblicke in die Arbeits- und auch Lebensweisen der Ärzte und Mitarbeiter dort haben mich definitiv geprägt und ich denke noch heute sehr gern und oft an diese Zeit zurück.

Am meisten begeisterte mich die offen-zugewandte Art des Miteinanders zwischen quasi allen, die in diesem großen Haus arbeiteten. Hierarchische Denkmuster habe ich, wenn überhaupt, dann nur als blinden Passagier bei mir selbst beobachtet.

Ich kann darum kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich darüber freue, dass sich Dr. Michael Borger als kanadischer Arzt in Deutschland für dieses weitere „Interview der Woche“ zur Verfügung gestellt hat und möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei ihm bedanken. Ein Stück Kanada hier auf STEXDOSE – ich bin überglücklich!

STEXDOSE.de: Dr. Borger, Sie sind seit mehr als zwei Jahren als Herzchirurg im renommierten Herzzentrum Leipzig tätig. Zuvor haben Sie mehrere Jahre in Kanada am Toronto General Hospital gearbeitet. In welchen Bereichen können wir Studenten in Deutschland etwas von der kanadischen Mentalität lernen?

Die deutschen Studenten müssen mehr involviert werden, denn ich merke zu oft, dass die Studenten relativ passiv und ruhig sind. Das „Bedside Teaching“ ist nicht so strukturiert wie in Kanada. Aber wenn man etwa lernen will, muss man aktiv am Lernprozess teilnehmen.

STEXDOSE.de: Welches sind die größten Schwierigkeiten, die Ihnen in ihrer Tätigkeit als Arzt im Ausland begegneten und begegnen?

Deutsch zu lernen. Und ich vermisse Ice-Hockey.

STEXDOSE.de: Wie motivieren Sie sich?

Meine Frau motiviert mich.

STEXDOSE.de: Was konnten Sie sich während Ihrer Ausbildung immer ganz schlecht merken und wie haben Sie es sich am Ende dann doch eingeprägt?

Die Namen der Hirnnerven. Schließlich habe ich eine Eselsbrücke gelernt, die ich leider mittlerweile vergessen habe.

STEXDOSE.de: Worauf sollten ihrer Meinung nach Medizinstudenten in mündlichen Prüfungen achten?

Man soll eine Flasche Wasser mitbringen, sodass der Mund nicht so trocken wird. Und Kaugummi raus!

STEXDOSE.de: Was würden sie einem jungen Mediziner hinsichtlich seiner Karriere im Jahr 2008 raten?

Lesen, lesen, lesen, aber nicht nur Fachliteratur.

STEXDOSE.de: Was ist in Ihren Augen die wichtigste Eigenschaft, um als Mensch und Arzt erfolgreich zu sein?

Man muss ein Fach finden, das man wirklich genießt. Aber es klingt einfacher als es wirklich ist. Ich habe meine Meinung mehrmals geändert, bevor ich die Herzchirurgie entdeckt habe.

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 von Matthias am 24. Oktober 2008

love is in the air

Liebe STEXler,

die erste von drei Lernwochen für die mündliche Prüfung mündet in ihr Ende. Sie war belebt von grundlegender HNO, praxisnaher Innerer Medizin, überblickender Chirurgie und tiefgehender Pathologie. Gestern war irgendwie die Luft raus und dafür der Wurm drin, aber nach einem freien Nachmittag ging es heute wieder bedeutend besser.

Nach anfänglicher, na nennen wir es mal „höflicher Distanz“, lernen wir uns nun auch ein wenig näher kennen, die Pathologie und ich. Ich muss gestehen, dass ich ihr bisher auch nicht gerade mit offenem Herzen gegenüberstand. Unsere Interessen gingen einfach auseinander.

Als ich nun heute so durch den Riede-Schaefer blätterte, stieg unterbewußt eine Frage in mir auf:

Was ist eigentlich Pathologie? Wirklich die Seele der Medizin? Oder doch nur ein Sammelsurium theoretischen Tiefgangs?

Möglicherweise keines von beiden, aber irgendwo dazwischen.

Als ich wie automatisiert Seite um Seite nach einem bestimmten Thema durchsuchte, endete dieses Vorhaben plötzlich am Glossar und da fand ich etwas, was mich aus der Lethargie monatelangen Lernens wachrüttelte: Die Antwort darauf, was Pathologie ist. Und vielleicht sogar noch ein wenig mehr:

„Damit sind die abnormen Äußerungen des Lebendigen besprochen, die zu einem Leiden führen. Pathologie, direkt als „Lehre des Leidens“ übersetzt, soll lehren, woran man ein bestimmtes Leiden erkennt, und seinen Ablauf begreiflich machen, damit der behandelnde Arzt gezielt lindern kann. Auf diese Weise leistet die Pathologie einen wichtigen, gesellschaftspolitischen Beitrag. Denn eine Gesellschaft, der das Leiden des Einzelnen gleichgültig ist, wird rücksichtslos und unmenschlich. Mehr noch, die Auseinandersetzung mit dem Leiden kann für den Einzelnen einen Gewinn bedeuten. Denn der Grund, weshalb unsere Seele zeitweilig von einem Körper umgeben wird, könnte darin liegen, dass sie nur so fähig ist zu leiden und sich mitzuteilen und schließlich nur so die Möglichkeiten erhält, die wichtigste Dimension der Schöpfung zu erfahren: die Liebe.“ (aus Riede, Werner & Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie; S. 1176)

Dem möchte ich nichts hizufügen, außer: Euch allen ein wunderschönes Wochenende!

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Homework

Hallo,

meine zweiter Lerntag auf die mündliche Prüfung geht zu Ende. Ich bin ganz zufrieden, wie es lief, auch wenn ich nicht mehr ganz so fit bin wie Anfang August.

Trotzdem genieße ich den klinischen Bezug, den ich beim Kreuzen hier und da vermissen musste.

Die Themen von Tag 1 und 2:

  1. Grundlegende klinische Anatomie, Physiologie und Untersuchungstechniken zum Ohr sowie Gehör und Gleichgewichtsorgan.
  2. Pathologie zur Arteriosklerose.
  3. Akutes Abdomen.
  4. Hyperlipoproteinämie.
  5. Arterielle Hypertonie

Im Zuge der montäglichen Internetrecherche zur mündlichen Prüfung bin ich auf ein paar aus meiner Sicht nützliche Dinge gestoßen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ich habe es als kleine Liste für euch zusammengestellt.

Da ich die Prüfung ja selbst noch vor mir habe, kann ich nur wiedergeben, was ich gefunden habe. Bitte fühlt euch frei und erweitert sie mit euren Erfahrungen und eurem Wissen.

Hier also die besten Tipps für die mündliche Prüfung im Staatsexamen:

  • Vorbereitung:
    • Trefft euch mit eurer Gruppe.
    • Kontaktiert euren Prüfer und stellt euch falls möglich als Gruppe vor.
    • Strebt einen ähnlichen Wissensstand an, zu inhomogene Gruppen wirken sich eher negtiv aus.
    • Falls ihr nicht wißt, wie ihr lernen sollt, nehmt das Inhaltsverzeichnis eines Kurzlehrbuchs, schaut, was ihr zu den Überschriften wißt und erstellt dann anhand eurer Lücken einen Lernplan.
    • Sucht euch Prüfungsprotkolle. Ist inhaltlich eine Struktur erkennbar?
    • Falls ihr keine findet, kann das Spezialgebiet des Prüfers als Richtschnur helfen. Aber versteift euch nicht darauf! Manche Prüfer fragen ganz bewußt nicht ihr Fachgebiet, weil sie den Schweregrad ihrer Fragen kaum mehr einschätzen können.
    • Gewöhnt euch ein festes Schema an, nach dem ihr lernt und antwortet (Def. – (Epi -) Ä – Symp – Dia – The).
    • Ziel ist es, die Erkrankung zu verstehen und sie erklären zu können. Verschwendet keine Zeit mit Seltenheiten!
    • Denkt euch eigene Fragen zu Themen aus, die ihr dann selbst beantwortet. Was könnte der Prüfer fragen?
    • Trainiert, den Stoff laut vor euch her zu sprechen.
    • Trainiert Untersuchungstechniken und eine struktierte Patientenvorstellung.
  • Lerngruppe:
    • Gruppengröße 2-4.
    • Vereinbart exakt die Themen, die ihr abhandeln wollt.
    • Setzt Euch einen konkreten Zeitrahmen und nutzt diesen produktiv zum Lernen!
    • Stellt die Prüfung so authentisch wie möglich nach. (Anrede „SIE“!)
    • Nutzt erneut das gleiche Schema (Def. – (Epi -) Ä – Symp – Dia – The).
    • Traniert kurze, präzise Antworten!
  • Prüfungstag:
    • Aufregung ist ok!
    • Falls sie euch zu übermannen scheint, denkt den schlimmsten Fall zu Ende und schaut, was passiert.
    • Kleiderordnung: Etwas feiner als sonst, doch das wichtigste ist: Ihr müßt euch wohl fühlen!
    • Kaugummi raus, kleine Wasserflasche mitnehmen.
    • Seid ruhig und konzentriert.
  • Fragenformen:
    • Offen
      • Antwortet strukturiert (Def. – (Epi -) Ä – Symp – Dia – The), präzise und flüssig.
      • Greift als Schlußsatz eine Problematik auf, in der ihr euch gut auskennt.
    • Nachfragen
      • Sollen das angeschnittene Thema vertiefen.
      • Der Schwierigkeitsgrad wird steigen – bleibt ruhig und konzentriert!
    • Fallbeispiele
      • Soll in „handwerklichen“ Fächern sehr beliebt sein.
      • Es besteht die Chance auf ein kollegiales Gespräch.
      • Nennt zu Beginn ein paar wichtige Differentialdiagnosen.
  • Mögliche Probleme + Lösung:
    • Ihr könnt nicht antworten. -> Fragt nach oder bittet um weitere Infos (das hilft auch, falls man mal am Prüfer vorbeiredet…)
    • Das „Aha“ bleibt trotzdem aus. -> Meist wechselt der Prüfer dann selbst das Thema.
    • Ein Mitstreiter „stürzt ab“. -> Bleibt ruhig und konzentriert, auch der Prüfer fühlt sich unwohl.
    • Schwerer Prüfer. -> Lernen, lernen, lernen.
    • Es wird eine weitere Fragerunde zur Verbesserung der Note angeboten. -> Unbedingt annehmen, ihr könnte nur gewinnen!

Weitere Infos aus erste Hand findet ihr hier:

Aus der Sicht eines internistischen Chefarztes – Interview mit Dr. Gerhard Muth

Welche Tipps kennt ihr? Wie bereitet ihr euch vor?

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start

Hallo liebe STEXler,

ich hoffe, ihr hattet ein erholsames Wochenende. Für diejenigen, die jetzt zeitnah ihren mündlichen Teil bestreiten werden, geht es ja beinahe ohne Unterbrechung weiter.

So auch bei mir. Mir wurde der 10. 11. als erster Prüfungstag zugeteilt und ich werde diese 3 Wochen nutzen, so gut ich kann.

Das muss ich auch, denn ich habe durch einen fantastischen Zufall (Vielen Dank!!) mein 4. Fach samt Prüfer erfahren: Es fängt mit „P“ an und hört mir „athologie“ auf. Ja, auch ich habe mich sehr darüber gefreut! Noch mehr begeistert mich aber der Prüfer. Nur so viel: Keine TNM-Klassifikation ohne ihn…

Noch einer Phase leichten Schocks stehe ich heute meinen Mann, trete dieser Herausforderung aufrecht entgegen und habe mit dem Wichtigsten begonnen: Einem Lernplan.

Dieser sieht vor, dass ich jeden Tag alle Fächer durchgehe, dabei immer das Patho-Buch (Riede-Schäfer) und die Patho-Vorlesungsschriften einer mitleidenden Kommilitonin an meiner Seite. Am Vormittag das Wahlfach (HNO), am Nachmittag Innere (mit dem Herold) und Chirurgie (im Müller). Zum Trainieren der Eloquens setze ich weiterhin auf eine Lerngruppe, für die ich 2-3 Nachmittage in der Woche vorsehe. Ich denke, wir werden uns im Vorfeld ganz gezielt auf Themen verständigen, die wir dann prüfungsnah besprechen. Der Wiederholung und Vertiefung der Untersuchungstechniken wird jeden Abend der Dahmer dienen.

Was bedeutet das für die STEXDOSE?

Nun, ich möchte diesem scheinbaren medizinischen Gegenwind mit höhere Trittfrequenz begegnen, versuche aber trotzdem, weiterhin wertvollen Inhalt für euch zu schaffen. Daneben würde ich mich mehr als freuen, wenn ihr eure Erfahrungen aus der Vorbereitung auf und aus der mündlichen Prüfung selbst mit den STEXDOSE-Lesern teilen würdet. Der Lerninhalt verschiebt sich, das Wesen der STEXDOSE jedoch bleibt gleich: Voneinander lernen und sich gegenseitig voranbringen.

Ihr alle seid also hier auf der STEXDOSE wie immer mehr als willkommen und ich freue mich auf die fortwährend intensive Zeit, die ich mit euch teilen darf.

Ach noch etwas: Falls jemand direkte Tipps für mein Fach, den Porsche-Fahrer oder mich hat – ich wäre wirklich dankbar!

Also ihr Lieben: Packen wir es an!

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 von Matthias am 17. Oktober 2008

Feliz Fin de Semana!! / Have a Nice Weekend!

Ich möchte mich kurz fassen: Ich habe bestanden – und es könnte tatsächlich für eine 3 reichen! Ob dem so ist, wird sich aber erst in 4 Wochen zeigen. So oder so freue ich mich riesig, dass es geschafft ist!

Ob ich mir mehr erhofft habe? Jepp.

Ob ich auf mehr hingearbeitet habe? Oh ja!

Ob ich unglücklich bin, weil ich das nicht erreicht habe? Nein!

Warum ich nicht unglücklich bin? Weil ich nicht will.

Viel lieber will ich euch allen ganz herzlich zu EURER bestandenen Prüfung gratulieren! Jeder von euch hat auf seine Art Großartiges geleistet und darauf könnt ihr wirklich stolz sein! Wertvoll ist nicht die Prüfung selbst oder ihr Ergebnis, sondern die Vorbereitung darauf. Vielleicht nehmt ihr euch das Wochenende frei und versucht noch einmal Kraft zu tanken für den vorerst letzten Abschnitt?

Ich werde das tun, also bitte entschuldigt, falls ich in den nächsten 2 Tagen nichts veröffentliche. Auf der einen Seite brauche ich eine Mütze Schlaf und auf der anderen halte ich es wie Robin Williams in „Good Will Hunting“:

„I have to care for a girl.“

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Niedziela w parku

Ich schreibe diese Zeilen emotionserschöpft und um mindestens 56 Jahre gealtert nach einem kurzen Nickerchen, dass problemlos bis morgen Mittag hätte ausgebaut werden können.

Es ist durchstanden. Mehr wahrscheinlich aber auch nicht. Ich hatte Großes erhofft, jetzt erwarte ich stattdessen eine große Zahl. Und so richtig Spaß gemacht hat es auch nicht. Heute fast am wenigsten. Aber das ist nur meine Wahrnehmung, darum schauen wir es uns doch einmal gemeinsam an:

  1. 9.40 Uhr: Es geht ganz gut los. Trotz Erschöpfung und einer Motivation, die gegen Null strebt, laufen die ersten Fragen ganz gut. Ein wenig Innere hier, ein bißchen Gyn da, nicht einfach, aber doch irgendwie machbar.
  2. 10.50 Uhr: Wieder Stolpersteine. Arbeits-, Rechts- und Sozialmedizin lassen heute keinen Flow aufkommen und ich wackele dem Ende der ersten Hälfte entgegen. So lala. Doch da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Mensch, zieh durch! Noch 60 Fragen und dann hast du es geschafft!
  3. 11.20 Uhr: Hochmotiviert und dann die Depression. Ich komme also zurück zu meinem Platz, voller Elan und Energie für die Fälle und da lacht sie mich an: Die 5-seitige Anamnesegeschichte einer Frau mit Depression. In Worten: F-Ü-N-F! Gut, denke ich, dann sind die Fragen sicher kurz. Doch auch hier täusche ich mich. Dieser Fall kostet mich mehr Kraft, als die 47 Fragen zuvor. Erneut ein riesiges „DANKESCHÖN“ nach Mainz ans IMPP!
  4. 12.30 Uhr: Myokarditis und mehr. Die war machbar und ich hoffe, ich konnte ein paar Punkte sammeln. Danach ein Polytrauma und als Abschluß noch das Osteosarkom. Zugegeben, irgendetwas hätte mir gefehlt ohne ein paar Histo-Bilder. Aber vermisst? Nein.
  5. 13.30 Uhr: „Sie haben noch 30 Minuten, um ihre Fragen zu beantworten.“ Die letzten 30 Minuten. Ich halte es wie die Tage zuvor, checke meine Striche, gehe noch einmal über einige Fragen, jedoch ohne etwas zu korrigieren und versuche in den letzten Minuten diese einzigartige Athmosphäre aufzusaugen.

Sollte es das wirklich gewesen sein? Scheinbar schon. Ich habe zwar überhaupt keine Vorstellung über meine Punkte, aber ich hoffe einfach mal, dass es gereicht hat. In ca. 2 Stunden werde ich es wissen. Dann habe ich durchgezählt. Wenn ich ehrlich bin, lasse ich durchzählen. Meine Punkte sind mir vielleicht nicht ganz so wichtig, wie manch anderem, aber ganz egal sind sie mir nun auch wieder nicht…

Wie geht es euch?

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Straight to the point!!!

Die Finger funktionieren heute wieder ganz gut, aber mein Denken gleicht eher einem Blues als feuernden Latino-Rhythmen. Und ich habe schon wieder den vierten Fall vergessen, was mir zeigt, dass ich Häufigkeiten >3 nicht mehr verarbeiten mag. Schlecht für die Prüfung, gut für euch, denn so „muss“ ich wieder aufschreiben, wie der Tag so lief, um es nicht gänzlich ans Vakuum des Vergessens zu verlieren.

  1. 9.20 Uhr: Im Flow. Eigentlich ging es ganz gut los. Ich will nicht unbedingt sagen, dass es Spaß gemacht hätte, aber irgendwo darunter und weiter vom Elend entfernt als gestern auf jeden Fall. Mit Ruhe, Konzentration und einer Prise Gelassenheit (um nicht zu sagen Gleichgültigkeit) ging es Schlag um Schlag durch die Einzelfragen. Themen: Neuro, Auge, HNO und einiges, was ich auch wieder vergessen habe …
  2. 11.30 Uhr: Flow gestoppt. Genauso unerklärlich, wie er kam, verließ er mich auch wieder, der Flow. Ich will den Fallfragen nicht die ganze Verantwortung dafür aufladen, aber doch so 95% davon. Pauls Mutti mit dem mir unbekannten Herpes gestationis, die Dame mit der Tbc, irgendetwas an 2. oder 3. Stelle und dann war es endlich so weit.
  3. 12.45 Uhr: Meine Stunde. Endlich konnte ich mich beweisen, meine Klasse zeigen und einfach nur mit meinem profunden Wissen zum Pleuramesotheliom glänzen. Endlich, 15 Fragen zu meinen Lernschwerpunkten Arbeitsmedizin und Toxikologie. Mein Glück wäre vollkommen gewesen, mit ein oder zwei Abstechern in die Psyche eines Asbest-Arbeiters oder die Tiefen der Sozialmedizin. Aber so habe ich wenigstens noch etwas, worauf ich mich am morgigen Tag freuen kann. Danke, liebes IMPP, für diese Achterbahnfahrt der Gefühle!
  4. 13.30 Uhr: „Sie haben noch 30 Minuten Zeit, die Fragen zu beantworten.“ Gleicher Ablauf wie gestern, aber weniger Korrektur und nur ein Übertragunsfehler.
  5. 14.05 Uhr: Abpfiff. Im Großen und Ganzen würde ich sagen: Anders als gestern, nicht überragend, aber doch eine Spur besser. Mal schauen, ob sich das auch in den Punkten widerspiegeln wird.

So, ich habe das jetzt durchgerechnet: Ungefähr 2/3 müßten wir haben. Wahrscheinlich noch nicht mit den Punkten, aber das kann ja noch werden.

A propos: Ich schreibe nichts zu meinen Punkten, weil ich meinem Gefäßsystem den Stress ersparen und morgen am Stück zählen möchte. Daneben bin ich nicht sicher, ob oder was ich gewinnen würde, wenn ich meine Zwischenstände wüßte. Darum lasse ich es lieber sein und halte es wie ein Pfeil, der sein Ziel anvisiert und den Flug genießt.

Bis morgen euch allen weiterhin viel Erfolg und Kraft für den dritten und letzten Tag!

Vergesst euren Fotoapparat nicht, denn noch einmal erleben wir das nicht!

Was sagt ihr zu Tag zwei?

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Masarwa man - http://natavillage.org

Auch wenn sich meine Augen gegen den Bildschirm sträuben und meine Finger mehr schlecht als recht über die Tastatur s-t-o-l-p-e-rn, möchte ich es doch nicht verpassen, meine Eindrücke vom ersten Tag des Medizin Staatsexamens im Herbst 2008 festzuhalten.

Stolpern, ja das passt auch sehr gut zum heutigen Tag, den ich ungefähr so beschreiben würde:

  1. 9.30 Uhr: Schlecht aus dem Startblock. Die ersten Meter fühlten sich eher an wie „Laufen lernen“ als „Olympia rennen“. Dazu ein Blutdruck, der die Kriterien einer Hypertensiven Krise erfüllte und Fragen, die einfach nur komisch waren. In einem Wort: Großartig!
  2. 10.40 Uhr: Besser drin nach 30 Fragen. Besser im Sinne von „nicht mehr so schlecht“, aber wir beachten die Fortschritte und halten uns nicht mit dem Jammern auf.
  3. 11.30 Uhr: 47 Fragen – vielen Dank. Ich war mehr als froh, als ich die Einzelfragen endlich hinter mir hatte. Mittlerweile herrschten in der Halle 4.2 gefühlte 45° Celsius und ein Sauerstoffanteil, der mich an das Kapitel „Erstickungsgase“ erinnerte. Und dann noch die sensible Prüfungsaufsicht, die mich vor der Tür darüber informierte, dass eine aufstrebende Medizinerin bereits ihren ausgefüllten Antwortbogen abgeben und sich verabschiedet hätte. Na, besten Dank auch!
  4. 12.30 Uhr: 2 Fälle und ein Ende in Sicht. 3 von 4 Fällen weiß ich noch: Bechterew, akuter Blinddarm, HELLP-Syndrom und noch irgendetwas. In jedem Fall habe ich besser hinein gefunden, aber was davon richtig ist, …
  5. 13.30 Uhr: „Sie haben noch 30 Minuten zur Bearbeitung der Fragen. Bitte nicht erschrecken.“ Diese 30 Minuten habe ich zur Kontrolle meiner Übertragungen und einem erneuten Durchsehen der ersten 30 Fragen genutzt. Dort hatten sich viele Fragezeichen zu einem Kollektiv versammelt und ich habe, entgegen meiner Gewohnheit, noch ca. 5 Fragen korrigiert, teilweise weil ich die falsch angekreuzt habe, teilweise weil ich meine erste Wahl einfach überhaupt nicht mehr nachvollziehen konnte. Siehe oben, stolpern halt.

Ok, der Grundstein ist gelegt. Wackelig, aber das muss ja nichts bedeuten.

Für morgen erwarte ich Fächer wie Neuro, Auge, HNO und meine Lieblinge Arbeitsmedizin, Hand in Hand mit der Psychologie. Ich werde es einfach dem IMPP gleichtun und mir einen Beißkeil zwischen die Zähne stecken, wenn es zu sehr weh tut. Das macht man ja heute so, habe ich gelesen…

Ach, noch etwas: Fragt mich bitte nicht, woher ich das habe, aber ich habe gehört, dass alle, die einfach so gut weiter arbeiten, wie bisher, ihr Ziel erreichen werden. Aber, hey, von mir habt ihr das nicht!

So denn, auf zur zweiten Runde!

P. S. Wie lief es bei euch?

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