von Matthias am 25. Juli 2008

quite

Für einige kommt jetzt sicher ein alter Hut. Alle anderen jedoch sind es mir mehr als wert, darüber zu schreiben.

Es geht mir um die Magie eines Wochenrückblickes.

Ich möchte es jedem dringend ans Herz legen, sich 2 Stunden am Ende der Woche Zeit zu nehmen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es ist unglaublich, wie positiv sich das auf das eigene Leben auswirkt, nicht nur, aber vor allem jetzt, wenn man mitten in einem wichtigen Projekt steckt.

Einige der Dinge, die in meinem Wochenrückblick eine Rolle spielen, habe ich mir bei David Allen und Steven Covey abgeschaut. Im Grunde macht man es instinktiv. Die Jungs geben nur Landkarten vor, die es einem erleichtern können.

Wie mache ich einen Wochenrückblick?

Die Antwort in zwei Sätzen für die Vielbeschäftigten unter uns:

Was hättest du zu tun, wenn du morgen in den Urlaub fliegen würdest? Mach das (ohne Sachen zu packen natürlich)!!

Für alle, die es genauer wissen wollen:

Ich beende meine Woche am Freitagnachmittag folgendermaßen:

1. Musik an.

2. „Eingänge“ durchforsten:

Das sind bei mir eine Ablage neben dem Schreibtisch, meine Schreibtischunterlage, ein Eingangsordner auf meinem Desktop und der E-Mail-Posteingang. Da kommt ausnahmslos ALLES rein, was während der Woche anfällt, ich aber nicht erledigen konnte oder wollte.

Mit „durchforsten“ meine ich:

· reinschauen

· erfassen, worum es sich handelt

· entscheiden, was zu tun ist

· machen

Mit „machen“ meine ich:

· Was nicht länger als 2 Minuten dauert, physisch wirklich machen

· Was länger als 2 Minuten dauert, verschieben (Liste, Ordner, …) oder abgeben (wenn es jemand anders besser kann als ich)

Ganz wichtig: Nichts kommt wieder in einen der „Eingänge“ zurück. Wirklich Nichts!

3. Listen checken.

Ich bin ein Typ, der gern aufschreibt. Ich finde, das entlastet ungemein.

Meine Notizen sind nach einem bestimmten System geordnet, das sich an David Allen’s Vorlagen orientiert. Das ist nur eine Möglichkeit, die für mich aber ganz gut funktioniert. Warum das Rad zweimal erfinden?

Mit „checken“ meine ich ganz grob:

· Sind die auf dem aktuellen Stand?

· Kann ich etwas wegstreichen?

· Muss ich Änderungen vornehmen?

4. In den Kalender schauen.

Was lag an? Was liegt an? Sind noch Vorbereitungen nötig?

Ich mache mir im Grunde einen Überblick über die zu diesem Zeitpunkt festen Termine der kommenden Wochen. Und ich gucke, ob von der abgelaufenen Woche noch etwas übrig ist.

Mein Tipp: Schreibt in euren Kalender nur das rein, was an diesem Tag geschehen oder erledigt werden muss. Wenn nicht an diesem Tag, dann nie. Damit dient er als Übersicht für das Wesentliche, für Fixpunkte. Er wird zum Verbündeten anstatt zum Sklaventreiber. Ich habe nämlich Folgendes beobachtet: Wenn ich ihn als Behälter für alle möglichen Sachen (im wahrsten Sinn des Wortes) nutze, wird er unübersichtlich, ich weiß nicht mehr, was wichtig ist und verschiebe impulsiv. Not good.

5. Hatte das Wesentliche Vorrang?

Ich denke ein paar Minuten über die vergangene Woche nach.

Fragen, die ich mir dabei stelle, stammen von Steven Covey’s Wochenarbeitsblatt:

· Welche Herausforderungen sind mir begegnet?

· Welche Entscheidungen habe ich getroffen?

· Hatte dabei das Wesentliche Vorrang?

Wenn ihr zu den Leuten zählt, die gern alles perfekt haben möchten und dabei noch auf vielen Plätzen gleichzeitig spielen, dann können diese 3 Fragen am Ende einer Woche helfen, Klarheit zu gewinnen.

6. Aufräumen.

Letzter Akt. Ganz stino: Zimmer aufräumen, Auswechseln von verschmutzten Unterlagen, Staub wischen, Blumen gießen, Müll raus, durchsaugen – fertig.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, aber ich möchte dieses entspannte Gefühl einen Überblick über die Dinge zu haben gar nicht mehr missen.

Also für alle, die es noch nicht probiert haben: macht es einfach mal ein paar Wochen und schaut, ob es euch etwas bringt.

Hinterlasse eine Nachricht!

Du kannst Deinen Kommentar nach dem Absenden nochmals überarbeiten.